„Besorgte Demokraten“

US-Wahlkampf erhöht Druck auf Trump: Harris könnte wichtigen Sieg erringen

  • Victoria Krumbeck
    VonVictoria Krumbeck
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Eine Vielzahl von Themen prägt den US-Wahlkampf. Bei einem scheint Kamala Harris jedoch gute Chancen zu haben, vor Donald Trump zu stehen.

Washington D. C. – Seit US-Präsident Joe Biden seinen Rückzug als Präsidentschaftskandidat für die US-Wahl 2024 verkündet hat, läuft es für die Demokraten in den Umfragen besser. Die Vizepräsidentin Kamala Harris kann punkten und genießt derzeit mehr Zustimmung als Ex-Präsident Donald Trump. Selbst in einigen Swing States deutet nach neuen Umfragen sich ein Erfolg an. Weitere Befragungen zeigen, dass sie auch beim Thema Wirtschaft das Vertrauen der Wählenden gewinnen kann.

Trump nach Umfragen vor der US-Wahl in der Bredouille: Vertrauen in Harris Wirtschaftspolitik wächst

US-Bürgerinnen und Bürger vertrauen Kamala Harris in der Wirtschaftspolitik mehr als Trump. Das zeigt eine neue Umfrage vor der US-Wahl im Auftrag der Financial Times und der Ross School of Business der University of Michigan. Insgesamt 42-Prozent der 1001 befragten registrierten Wählenden sagen, dass sie Harris die Bewältigung der Wirtschaftskrise mehr zutrauen würden. Der republikanische Präsidentschaftskandidat Trump kam auf unveränderte 41 Prozent.

In der Wirtschaftspolitik wurde dem Ex-Präsidenten Donald Trump bisher mehr Expertise zugetraut. Doch Kamala Harris könnte das Thema für sich entscheiden.

Es ist das erste Mal seit Beginn der monatlichen Umfrage im Februar, dass die Demokraten vorne liegen. Noch im Juli, als Biden der Kandidat für das Präsidentenamt war, lag er deutlich hinter Trump. Harris konnte den Wert der Demokraten im Vergleich zu Juli um sieben Prozentpunkte steigern. Die Umfrage wurde von der demokratischen Global Strategy Group und dem republikanischen Meinungsforschungsinstitut North Star Opinion Research zwischen dem 1. und 5. August durchgeführt. Die Fehlerquote wird auf plus/minus 3,1 Prozentpunkte geschätzt.

Wirtschaftspolitik von Harris und Trump – Umfrage zeigt „wie schlecht Biden abgeschnitten hat“

„Die Tatsache, dass die Wählenden Harris positiver gegenüberstanden als Biden [...] sagt ebenso viel darüber aus, wie schlecht Biden abgeschnitten hat, wie darüber, wie gut Harris abgeschnitten hat“, sagte Erik Gordon, Professor an der Universität, zu der Financial Times. Geht es nach den Befragten, sollte Harris mit der Wirtschaftspolitik Bidens brechen. Rund 60 Prozent sind der Meinung, dass sie sich entweder vollständig von der Wirtschaftspolitik Bidens abwenden solle oder sie „größere Änderungen“ an seinem Programm vornehmen müsse.

„Die Umfrage ist eine gute Nachricht für die zuvor besorgten Demokraten, aber ihre Sorgen sind noch nicht vorbei, denn die Wählenden glauben immer noch, dass es ihnen mit Trump als Präsidenten besser geht, und die meisten Wählenden denken zuerst an ihre eigenen Interessen und erst dann an große politische Fragen“, erklärt Gordon weiter. So kann Trump immer noch im Handelsbereich punkten: 43 Prozent sagen, sie würden Trump bei der Wirtschaftsbeziehung mit China vertrauen, während Harris auf 39 Prozent kommt.

Umfrage vor der US-Wahl 2024: Kamala Harris gegen Donald Trumps Wirtschaftsexpertise

Beim Thema Wirtschaft zeigt eine andere Umfrage ein knappes Rennen zum momentanen Vorteil für Donald Trump. Laut der CNBC All-America Economic Survey, die zwischen dem 31. Juli und 4. August erstellt wurde, findet die Mehrheit der Befragten, dass es ihnen mit einem Präsidenten Trump finanziell besser gehen würde. Vor allem die Republikaner sind davon überzeugt. Ganze 79 Prozent sagen, dass sich ihre wirtschaftliche Lage mit Trump verbessern würde. Bei den Demokraten sind es hingegen nur 48 Prozent, die eine wirtschaftliche Verbesserung mit Harris als Präsidentin erwarten.

Bilder einer Karriere: Kamala Harris strebt Präsidentenamt in den USA an

Mit dem Verzicht von Joe Biden auf die Kandidatur der Demokraten rückt seine Stellvertreterin Kamala Harris vor der US-Wahl 2024 in den Fokus.
Nachdem die Demokraten die Vizepräsidentin aufgestellt haben, hat Harris die Chance, als erste Frau in der Geschichte der USA das Präsidentenamt zu übernehmen. Damit wäre sie die mächtigste Frau der Welt.
Harris wurde am 20. Oktober 1964 in Oakland im Bundesstaat Kalifornien geboren. Ihr Vater war aus Jamaika in die USA eingewandert, um Wirtschaft zu studieren. Ihre Mutter, eine 2009 verstorbene Brustkrebsforscherin, kam aus Indien in die USA. Sie kam aus Indien und lernte Harris‘ Vater in den 60er Jahren in den USA kennen. 
Harris und ihre jüngere Schwester Maya wuchsen bei ihrer Mutter auf, zeitweise lebten sie im kanadischen Montreal. „Sie erzog uns zu stolzen, starken Schwarzen Frauen. Und sie hat uns beigebracht, unser indisches Erbe zu kennen und darauf stolz zu sein“, sagte Harris 2020 in einer Rede. Darin betonte sie auch, dass die USA einen Präsidenten brauchten, „der uns alle zusammenbringt – Schwarze, Weiße, Latinos, Asiaten, Indigene – um die Zukunft zu erreichen, die wir gemeinsam wollen“.
Bilder einer Karriere: Kamala Harris strebt Präsidentenamt in den USA an

Bei denjenigen, die weder Demokraten noch Republikaner sind, glauben 31 Prozent, dass es ihnen unter Trump finanziell besser gehen wird. Nur 10 Prozent haben die gleiche Annahme unter Harris. Derweil finden 54 Prozent, dass es keine Rolle spielt, wer im Weißen Haus sitzt. (vk)

Rubriklistenbild: © Julia Nikhinson/dpa

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