Spannungen im Nahen Osten steigen

USA und Israel warnen vor Angriff des Iran – doch wo schlägt Teheran zu?

  • Jekaterina Jalunina
    VonJekaterina Jalunina
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Der Iran plant eine Vergeltung für den Tod von sieben Offizieren, die bei einem Luftangriff – mutmaßlich von Israel ausgeführt – getötet wurden. Doch wo genau Teheran zuschlagen könnte, ist unklar.

Washington – Nach dem mutmaßlich von Israels Militär geführten Luftangriff auf ein Gebäude der iranischen Botschaft in Damaskus mit mehreren Toten rechnen die USA laut Medienberichten mit einem iranischen Vergeltungsschlag, meldet die Deutsche Presse-Agentur.

Am Freitag (5. April) berichtete der Sender CBS unter Berufung auf Vertreter der US-Regierung, dass zwar das Ziel und der Zeitpunkt des erwarteten Angriffs unbekannt seien. Die Vertreter äußerten jedoch die Möglichkeit, dass eine Attacke auf eine diplomatische Einrichtung Israels bis zum Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan in der kommenden Woche stattfinden könnte.

USA und Israel bereiten sich auf bevorstehenden Angriff des Irans vor

Iranische Demonstranten verbrennen US-amerikanische und israelische Fahnen während einer jährlichen Kundgebung zum Al-Quds-Tag. Bei der Kundgebung fand auch ein Trauerzug für die Mitglieder der Revolutionsgarden statt, die bei einem Luftangriff getötet wurden.

Beim Sender CNN hieß es am Freitag unter Berufung auf einen hochrangigen US-Regierungsvertreter, die USA bereiteten sich aktiv auf einen „erheblichen“ Angriff in der nächsten Woche vor. Hochrangige Vertreter der US-Regierung waren demnach der Ansicht, dass ein Vergeltungsschlag unvermeidlich sei. Diese Einschätzung werde auch von Israel geteilt. Beide Regierungen würden sich intensiv auf einen möglichen Angriff des Iran vorbereiten, der auf verschiedene Arten erfolgen könnte. Es bestehe die Möglichkeit, dass sowohl Ziele der USA als auch Israels ins Visier genommen würden. Dennoch sei unklar, wann und wie der Iran einen Gegenschlag plane.

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CBS berichtete unter Berufung auf US-Regierungsvertreter über Geheimdienstinformationen der Vereinigten Staaten, wonach der Iran einen Angriff mit Drohnen und Marschflugkörpern plane. Es sei jedoch unklar, ob diese von iranischem Territorium oder eher aus dem Irak oder Syrien gestartet würden. Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur ließen sich die Informationen aus den Berichten nicht unabhängig überprüfen.

Israel schweigt zum Angriff – Iran schwört Rache

Israel verweigert jegliche Stellungnahme zu dem Luftangriff. Fachleute weltweit interpretieren jedoch die Ereignisse als deutliche Aktion Israels. Diese Interpretation wird auch vom Iran geteilt. In einer öffentlichen Erklärung machte der oberste Führer des Irans, Ayatollah Ali Khameini, den Israelis deutlich, dass sie die Konsequenzen ihres Handelns bereuen werden. Er kündigte an, dass Israel nun eine Vergeltung durch die Hände seiner Männer erwarte.

Laut Medienberichten werden die Äußerungen Khameinis von westlichen Geheimdiensten als Hinweis auf eine mögliche Eskalation interpretiert. Es scheint, dass das Regime nicht mehr ausschließlich auf nahestehende Terrorgruppen zurückgreifen möchte, sondern selbst aktiv werden will. Zu Irans Netzwerk von bewaffneten Milizen im Nahen Osten zählen unter anderem die Hamas in Gaza, die Hisbollah im Libanon und die Huthi-Rebellen im Jemen.

Tote bei Luftangriff auf iranische Botschaft: USA wird Israel unterstützen

Am Montag wurden bei einem Luftangriff auf die iranische Botschaft in Damaskus, der Hauptstadt Syriens, zwei Brigadegeneräle und fünf weitere Angehörige der Iranischen Revolutionsgarden getötet. Daraufhin kündigte der Iran Vergeltung an, während der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu im Falle eines Angriffs des Irans auf sein Land mit Konsequenzen drohte. Die Revolutionsgarden gelten als Irans Eliteeinheit und werden als mächtiger eingeschätzt als die konventionellen Streitkräfte.

Nach dem mutmaßlich israelischen Luftangriff auf ein Gebäude der iranischen Botschaft in Syrien löschten Notfall- und Sicherheitspersonal am 1. April 2024 ein Feuer am Ort der Angriffe in der syrischen Hauptstadt Damaskus.

Am Donnerstag wurden die iranischen Drohungen gegen Israel auch in einem Telefonat zwischen US-Präsident Joe Biden und Netanjahu besprochen. Biden betonte dabei laut Angaben des Weißen Hauses, dass die USA Israel angesichts dieser Drohungen unterstützen würden. (dpa/jek)

Rubriklistenbild: © Vahid Salemi/dpa

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