Putins Armee im Ukraine-Krieg

Russlands Verluste im Ukraine-Krieg: Putins Truppen verlieren mehr als 1700 Soldaten an einem Tag

  • Christian Stör
    VonChristian Stör
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Russland muss im Ukraine-Krieg hohe Verluste verkraften. Die Zahlen sind exorbitant hoch. Kiew meldet jeden Tag neue Daten zu Soldaten und Ausrüstung.

Moskau – Russland hat im Ukraine-Krieg weiter mit enorm hohen Verlusten zu kämpfen. Zwar lassen sich Opferzahlen in solchen Konflikten in der Regel nicht unabhängig verifizieren, dennoch sind verlässliche Daten vorhanden. So haben der russischsprachige Dienst der britischen Rundfunkanstalt BBC und das unabhängige russische Nachrichtenportal Mediazona gemeinsam ermittelt, dass im Ukraine-Krieg bisher 88.726 russische Soldaten gefallen sind.

Diesen Daten liegen verifizierte, öffentlich verfügbare Quellen zu Grunde. Darunter fallen Social-Media-Posts von Familienmitgliedern, lokale Nachrichtenberichte und offizielle Ankündigungen regionaler Behörden. Da nicht jeder Militärtod öffentlich bekannt wird, dürften die russischen Verluste im Ukraine-Krieg noch deutlich höher sein.

Zum Vergleich: Im zehn Jahre währenden Afghanistan-Krieg von 1979 bis 1989 beliefen sich die Verluste der damaligen Sowjetunion nach offiziellen Angaben auf 14.523 Tote.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Verluste von Russland im Ukraine-Krieg in Zahlen

Die Zahlen zu den Verlusten im Ukraine-Krieg sind ein militärisches Geheimnis. Die Politik in Russland hält die Daten zu den eigenen Opfern unter Verschluss. Nur im September 2022 war das anders: Der damalige Verteidigungsminister Sergei Schoigu bezifferte die Zahl der bis dahin im Ukraine-Krieg gefallenen russischen Soldaten zu jenem Zeitpunkt mit 5937.

Dafür veröffentlicht der ukrainische Generalstab jeden Tag neue Zahlen zu Russlands Verlusten. Demnach sollen allein in den vergangenen 24 Stunden etwa 1720 russische Soldaten bei Kampfhandlungen getötet oder schwer verletzt worden sein. Die Gesamtzahl der Opfer steigt demnach auf knapp 830.190 tote und verwundete Soldaten. Auch diese Daten lassen sich unabhängig nicht überprüfen.

DatumVerluste am TagVerluste insgesamt
26. Januar (So)1720830.190
25. Januar (Sa)1650828.470
24. Januar (Fr)1500826.820
23. Januar (Do)1340825.320
22. Januar (Mi)1950823.980
21. Januar (Di)1600822.030
20. Januar (Mo)1690820.430
Russland kämpft mit hohen Verlusten im Ukraine-Krieg. (Symbolbild)

Russland muss auch bei der Ausrüstung schwere Verluste im Ukraine-Krieg hinnehmen

Neben den Verlusten unter den Soldaten werden auch zerstörte Panzer, Drohnen und andere Waffensysteme dokumentiert. Die Zahlen in der folgenden Liste werden ebenfalls von der ukrainischen Militärführung mitgeteilt (Stand 26. Januar). Diese Zahlen können ebenfalls nicht überprüft werden.

  • Panzer: 9868 (+9 zum Vortag)
  • Gepanzerte Fahrzeuge: 20.549 (+4)
  • Artilleriesysteme: 22.323 (+14)
  • Mehrfach-Raketenwerfer: 1263
  • Luftabwehrsysteme: 1050
  • Flugzeuge: 369
  • Hubschrauber: 331
  • Drohnen: 23.253 (+40)
  • Marschflugkörper: 3053
  • Kriegsschiffe und Boote: 28
  • U-Boote: 1
  • Fahrzeuge und Tanklaster: 35.124 (+53)
  • Spezialausrüstung: 3715

Krieg in der Ukraine

Über alle Entwicklungen aus dem Ukraine-Krieg und die Lage an der Front informieren wir in unserem aktuellen News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

Russlands Verluste im Ukraine-Krieg steigen von Tag zu Tag

Trotz der hohen Verluste konnte die Armee des russischen Machthabers Wladimir Putin die Ukraine an den verschiedenen Frontabschnitten zuletzt immer mehr unter Druck setzen. Die größten Probleme haben Kiews Einheiten derzeit im Osten des Landes im Gebiet Donezk. Im Norden ist derweil die Lage rund um die Stadt Kupjansk prekär.

Auch im westrussischen Gebiet Kursk, wo die Truppen der Ukraine im Sommer bei einer überraschenden Gegenoffensive etwa 1.000 Quadratkilometer einnehmen konnten, rücken die russischen Einheiten ungeachtet eigener Verluste weiter vor. Unterstützt werden sie dabei von Truppen aus Nordkorea. Es ist absehbar, dass sich die ukrainischen Einheiten hier in den nächsten Monaten werden zurückziehen müssen. (cs)

Rubriklistenbild: © Smoliyenko Dmytro/imago-images

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