Sorge vor Eskalation

Verluste im Ukraine-Krieg: Nordkoreanischer General verwundet

  • Erkan Pehlivan
    VonErkan Pehlivan
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Es wird berichtet, dass über 10.000 nordkoreanische Soldaten in Kursk gegen ukrainische Streitkräfte kämpfen. Kürzlich wurde erstmals ein General aus ihren Reihen verletzt.

Kursk - 11.000 nordkoreanische Soldaten sollen in der Region Kursk gegen ukrainische Kräfte kämpfen. Das hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am 7. November bekannt gegeben. „Einige dieser Truppen haben bereits an Kampfhandlungen gegen ukrainische Truppen teilgenommen, und es gibt bereits Opfer“, sagte Selenskyj. Nach einem Bericht der Kyiv Post wurde zuletzt ein nordkoreanischen General bei einem Luftangriff verwundet.

Selenskyj fürchtet bis zu 100.000 nordkoreanische Soldaten im Ukraine-Krieg

Russland hat nach Erkenntnissen der südkoreanischen Regierung Nordkorea im Gegenzug für die Entsendung von Soldaten mit Flugabwehrraketen beliefert. Diese seien für die Verteidigung des Luftraums über der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang bestimmt, sagte Südkoreas nationaler Sicherheitsberater Shin Won Sik in einem Interview mit dem Fernsehsender SBS. Zudem erhalte Nordkorea wirtschaftliche Unterstützung aus Russland, so Shin weiter. Nach Schätzungen Südkoreas und der USA hat Nordkorea mehr als 10.000 Soldaten nach Russland entsandt, wo ein Teil von ihnen bereits in Gefechten rund um die Grenzregion Kursk kämpft, die die Ukrainer besetzt halten.

Über 10.000 nordkoreanische Soldaten kämpfen in Kursk gegen die ukrainische Armee.

Die Zahl könne auf bis zu 100.000 steigen, warnte Selenskyj unlängst. Nordkorea soll laut Angaben aus Seoul auch schwerste Geschütze, darunter Panzerhaubitzen und Mehrfachraketenwerfer, an Russland geliefert haben. Nordkorea und Russland haben in diesem Jahr ein umfassendes Sicherheitsabkommen ratifiziert, das unter anderem einen gegenseitigen Verteidigungspakt beinhaltet.

Sorge um Eskalation im Ukraine-Krieg

Umso mehr wächst die Sorge vor einer Eskalation im Ukraine-Krieg. US-Präsident Joe Biden hatte der Ukraine am 17. November grünes Licht für den Einsatz von Waffen mit größerer Reichweite gegeben, um Ziele jenseits der Grenze im russischen Hinterland angreifen zu können. Nach Informationen der New York Times betrifft dies Raketen vom Typs ATACMS (Army Tactical Missile System), um die ukrainischen Kräfte in der russischen Grenzregion Kursk zu unterstützen.

Diese Raketen haben eine Reichweite von bis zu 300 Kilometern und wurden konzipiert, um feindliche Truppen und Gerät weit hinter den Frontlinien bekämpfen zu können. Die ukrainische Armee war in Kursk im August einmarschiert und brachte dort mehrere hundert Quadratkilometer unter ihre Kontrolle. Nach Informationen der New York Times bereitet die russische Armee eine Gegenoffensive zur Rückeroberung der Region mit zehntausenden Soldaten vor, bei der auch die aus Nordkorea entsandten Kräfte zum Einsatz kommen sollen.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Zunehmende Spannungen zwischen Nordkorea und USA

Unterdessen nehmen die Spannungen zwischen Nordkorea und den USA ebenfalls zu. Rund zwei Monate vor dem Regierungswechsel in den USA hat der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un Washington vorgeworfen, sich in der Vergangenheit seinem Land gegenüber stets „feindselig“ verhalten zu haben. „Wir sind mit den Vereinigten Staaten als Verhandlungspartner so weit gegangen, wie wir konnten. Was dabei deutlich wurde, ist nicht der Wille einer Großmacht zu friedlicher Koexistenz“, sagte Kim laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA vom Freitag. Nordkorea sei noch niemals zuvor mit einer Situation konfrontiert gewesen, „die zu einem der zerstörerischsten Atomkriege führen könnte“, wurde er weiter zitiert. (erpe/dpa/AFP)

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