Zahlen und Daten zu Verlusten

Verheerende Opferzahlen: Russland kämpft im Ukraine-Krieg mit hohen Verlusten

Jeden Tag steigt die Zahl der Getöteten im Ukraine-Krieg. Aus Kiew werden regelmäßig neue Zahlen gemeldet. Die Verluste Russlands im Überblick.

Kiew – Die Kämpfe zwischen Russland und der Ukraine toben auch nach mehr als zwei Jahren ungehindert weiter. Dabei meldet das ukrainische Militär enorme Verluste für die Armee des russischen Autokraten Wladimir Putin. Offiziell werden diese Angaben von Russland im Ukraine-Krieg nicht bestätigt. In beiden Ländern gelten die Verlustzahlen als militärische Geheimnisse.

Russland erleidet im Ukraine-Krieg immense Verluste. (Symbolbild).

Verluste im Ukraine-Krieg: Putin gerät zunehmend unter Druck

Putin sieht sich mit Blick auf den anhaltenden Krieg zunehmend unter Druck. Wie Newsweek im August berichtete, hat der russische Präsident bereits zwei Drittel der Truppen verloren, die ihm vor dem Krieg noch zur Verfügung gestanden haben. Der Mangel an Soldaten werde vor allem durch den Einmarsch ukrainischer Truppen in die russische Region Kursk verschärft.

Auch National Interest, ein US-Fachmagazin für internationale Beziehungen, sieht Putin unter Druck, weitere Männer für den völkerrechtswidrigen Überfall auf die Ukraine zu rekrutieren. Der Kreml-Chef sträube sich jedoch aus Angst vor gesellschaftlichen Unruhen davor, Wehrdienst leistende Russen in den Krieg zu schicken. Diesen sei es in Russland eigentlich verboten, Kriegsgebiete zu betreten.

Die russische Politik will mit Blick auf die Verlustzahlen, die bereits die Marke von 660.000 überschritten haben sollen, jedoch auch Wehrdienst Leistende in den Krieg schicken. Denn sollten die Verluste in den russischen Reihen weiter zunehmen, müsse das Land mit Lücken in seinem Militär befürchten, so National Interest.

Russlands schwere Verluste im Ukraine-Krieg in Zahlen

Über Verlustzahlen in der Ukraine ist im Krieg wenig bekannt. Der ukrainische Präsident, Wolodymyr Selenskyj, sprach im Februar dieses Jahres davon, dass sein Land 31.000 Soldaten im Krieg gegen Russland verloren habe. Diese Angaben sind von der Redaktion nicht überprüfbar.

Von Seiten des ukrainischen Generalstabes werden die Verluste Russlands regelmäßig aktualisiert. Auch diese Zahlen lassen sich nicht unabhängig überprüfen. In den vergangenen 24 Stunden sollen demnach etwa 1300 russische Soldaten bei Kampfhandlungen ums Leben gekommen oder schwer verletzt worden sein. Damit steige diese Zahl seit Beginn des russischen Überfalls auf 668.930 an.

DatumVerluste am TagVerluste insgesamt
12. Oktober (Sa)1290667.630
11. Oktober (Fr)1140666.340
10. Oktober (Do)1080665.200
9. Oktober (Mi)1150664.120
8. Oktober (Di)1340662.970
7. Oktober (Mo)1160661.630
6. Oktober (So)1250660.470
5. Oktober (Sa)1280659.220
4. Oktober (Fr)1230657.940

Russland muss auch bei der Ausrüstung schwere Verluste im Ukraine-Krieg hinnehmen

Neben den Verlusten unter den Soldaten, werden auch zerstörte Panzer, Drohnen und andere Waffensysteme dokumentiert. Die Zahlen in der folgenden Liste werden ebenfalls von der ukrainischen Militärführung mitgeteilt (Stand 13. Oktober). Diese Zahlen können ebenfalls nicht überprüft werden.

  • Panzer: 8971 (+9 zum Vortag)
  • Gepanzerte Fahrzeuge: 17.876 (+49)
  • Artilleriesysteme: 19.410 (+29)
  • Mehrfach-Raketenwerfer: 1231 (+1)
  • Luftverteidigungssysteme: 978 (+2)
  • Drohnen: 16.992 (+45)
  • Flugzeuge: 369
  • Hubschrauber: 329 (+0)
  • Marschflugkörper: 2619
  • Kriegsschiffe und Boote: 28
  • Fahrzeuge und Tanklaster: 26.584 (+71)
  • Spezialausrüstung: 3435 (+1)

Krieg in der Ukraine

Über alle Entwicklungen aus dem Ukraine-Krieg und die Lage an der Front informieren wir aktuell in unserem News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

Verifizierte Verluste Russlands im Ukraine-Krieg

Wie viele Menschen im Krieg zwischen Russland und der Ukraine bislang tatsächlich fielen, lässt sich nur schwer abschätzen. Westliche Geheimdienste versuchen, die Zahl der verwundeten und getöteten Soldaten einzuschätzen. Im Dezember des vergangenen Jahres schätzte der US-Geheimdienst, dass Russland bereits 315.000 Soldaten verloren habe. Im Juni 2024 sprach US-Verteidigungsminister Lloyd Austin bei einem Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe in Brüssel von 350.000 getöteten oder verwundeten russischen Soldaten.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Am 22. September veröffentlichte der britische Geheimdienst auf dem Kurznachrichtendienst X, dass seit Beginn des Krieges etwa 610.000 Soldaten getötet oder verwundet worden sein sollen. Weiter versuchen der russische Dienst des britischen Senders BBC und Mediazona, die Namen von im Krieg getöteten Russen zu identifizieren. Bislang wurden die Namen von 71.057 Gefallenen herausgefunden.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Stanislav Krasilnikov

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