Schlagkräftige Waffe

Im Video: Ukrainischer Bradley zerlegt problemlos russischen Panzer

  • Patrick Mayer
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Die ukrainische Armee bekommt Nachschub an amerikanischen Bradley-Panzern. Ein Video dokumentiert, wie sehr die russischen Soldaten von Wladimir Putin unter dieser Waffen-Lieferung leiden.

Awdijiwka – Die Liste ist lang und enthält reihenweise schlagkräftige Waffen für die Ukraine. Das amerikanische Verteidigungsministerium Pentagon hat auf seiner Website die jüngsten Lieferungen an Kiew für die Verteidigung gegen die Invasion durch Russland aufgelistet.

Ukraine-Krieg: Video zeigt Zerstörung von russischem Panzer

Darunter sind zum Beispiel die militärisch wirkungsvollen Javelin-Panzerabwehrwaffen, dringend benötigte AIM-9M-Raketen für die Luftabwehr oder Artilleriegranaten im Kaliber 155 Millimeter. An achter Stelle werden auch Bradley-Schützenpanzer genannt, mit denen die ukrainischen Soldaten den Truppen von Kreml-Autokrat Wladimir Putin gehörig zusetzen.

Dazu passend: Bei X (vormals Twitter) waren zuletzt Videos aufgetaucht, die etliche amerikanische Bradleys an einem mutmaßlich polnischen Frachthafen zeigten. Verglichen mit früheren Waffen-Lieferungen aus den Vereinigten Staaten an die Armee Kiews im Ukraine-Krieg könnte es sich um den Container-Hafen von Danzig an der Ostsee handeln. Die Bradley-Panzer waren demnach schon auf dem Weg an die Front. Wie militärisch effektiv die ukrainischen Besatzungen sie an dieser gegen die russischen Streitkräfte einsetzen, veranschaulicht nun ein weiteres Video, das die 47. Brigade ebenfalls bei X geteilt hat (siehe Tweet unten).

Donbass-Front bei Awdijiwka: Bradley-Panzer schießt russischen MT-LB ab

Zu sehen ist, wie ein Bradley-Panzer mit seiner 25-mm-Maschinenkanone M242 „Bushmaster“ in Stellung geht, während ein alter russischer Schützenpanzer russische Infanterie-Soldaten an einem Waldrand aussteigen lässt. Das Szenario spielte sich demnach unweit der zerstörten Industriestadt Awdijiwka im Donbass ab. Es handelt sich wohl um einen Schützenpanzer MT-LB aus den 1970er Jahren, der zusätzlich, zum Schutz gegen Drohnen, ein Gitter auf dem Dach montiert hatte.

Als der Fahrer des Panzers die Rückfahrt hinter die Kontaktlinie der beiden Armeen antrat, nahm der ukrainische Bradley sein Gefährt mit der mächtigen Maschinen-Kanone ins Dauerfeuer. Nach mehreren Treffern fing der russische MT-LB schließlich Feuer. Offenbar, nachdem der Treibstoff-Tank einen Treffer erlitten hatte. Es ist der nächste Beweis dafür, wie wirkungsvoll der amerikanische Bradley gegen ältere russische Panzer-Modelle ist. In den vergangenen Monaten hatten ukrainische Truppenkontingente und Militär-Blogger immer wieder Videos in den Sozialen Medien davon geteilt, wie ukrainische Besatzungen mit einzelnen Bradley-Panzern ganze mechanisierte Verbände der russischen Armee in die Flucht schlagen oder sogar T-72-Panzer in Brand schießen, die eigentlich eine viel größere Hauptwaffe haben.

Verluste in der Ukraine: Immer wieder zerstören Bradleys russische Panzer

Das ukrainische Verteidigungsministerium hatte Mitte Januar exemplarisch bei X ein Video vom Donbass-Schlachtfeld bei Awdijiwka hochgeladen. Darauf zu sehen: Die Besatzung eines Bradley-Schützenpanzers setzt einem russischen T-90 mit ihrer Maschinenkanone „Bushmaster“ derart zu, sodass die russischen Soldaten im vermeintlich stärkeren Kampfpanzer offenbar völlig die Nerven verloren. 

Zur Einordnung: Ein T-90 hat eine 125-mm-Glattrohrkanone, die Granaten mit einem zehn Zentimeter größeren Kaliber verschießt als der Bradley. Auch dieser russische Panzer, das zweitmodernste Modell von Kreml-Machthaber Putin, ging in Flammen auf und reihte sich in die verheerenden russischen Verluste in der Ukraine ein. Aber: Die Ukrainer selbst haben auch schon viele ihrer angeblich bis zu 186 gelieferten Bradleys verloren.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Laut der Open-Source-Intelligence-Website Oryx, die militärische Verluste anhand von Fotos und Kartenmaterial dokumentiert, hatten die ukrainischen Streitkräfte, Stand 20. April, gegen Putins Armee geschätzt 796 Panzer eingebüßt. Wie die New York Times (NYT) berichtete, hat zum Beispiel die 47. Brigade am 8. Juni 2023 bei Mala Tokmatschka (Region Saporischschja) in einem Minenfeld insgesamt 25 Panzer verloren – darunter sollen auf einen Schlag 16 Bradleys gewesen sein. (pm)

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