Lage bleibt angespannt
Vor Offensive in Kursk: Überläufer packt über Nordkorea-Soldaten aus
VonFelix Busjaegerschließen
In Kursk steht eine russische Offensive im Ukraine-Krieg bevor. Unter den Truppen sollen sich auch Soldaten aus Nordkorea befinden. Ein Insider enthüllt Details.
Kiew/Moskau – Im Ukraine-Krieg droht eine neue Offensive Russlands. In der Oblast Kursk, die zu großen Teilen vor wenigen Monaten von den Ukrainern erobert wurde, sammelt Wladimir Putin aktuell wohl bis zu 50.000 Soldaten für einen Gegenschlag. Unter ihnen sollen auch Kämpfer aus Nordkorea sein. Wann die Gegenoffensive im Ukraine-Krieg startet, ist gegenwärtig unklar. Allerdings rechnen Experten jederzeit mit einer weiteren Eskalation im Ukraine-Krieg. Derweil kommt es in Kursk immer wieder zu kleineren Gefechten. Bei der jüngsten Konfrontation soll sogar ein russisches Angriffsbataillon neutralisiert worden sein.
Vor Gegenoffensive mit Nordkorea-Soldaten in Kursk: Ukraine neutralisiert Bataillon aus Russland
„Gestern war wirklich ein schwarzer Tag für die russischen Besatzungstruppen, die fünf bis sechs Angriffswellen versuchten“, wird Anastasiia Blyshchyk, Sprecherin der 47. Separaten Mechanisierten Brigade der Streitkräfte der Ukraine, von Ukrainska Pravda zur aktuellen Lage im Ukraine-Krieg zitiert. „Sie versuchten, mit Panzerfahrzeugen und Sturmtruppen durchzubrechen, und griffen einzelne Siedlungen an, aber die 47. Separate Mechanisierte Brigade zerstörte 10 ihrer Panzerfahrzeuge“, heißt es zu Russlands jüngste Bemühungen in Kursk.
Zudem sagte Blyshchyk über die aktuellen Kämpfe in Kursk, dass Russland am 11. November ein Bataillon eingesetzt habe, um diese Angriffsoperation durchzuführen. Dieses sei in der Folge durch ukrainische Soldaten „tatsächlich neutralisiert“ worden. Laut Blyshchyk ist die Lage im Ukraine-Krieg und an der Kursk-Front schwierig, aber unter Kontrolle der ukrainischen Streitkräfte. Unabhängig ließen sich die Angaben zum Ukraine-Krieg nicht überprüfen. „Unsere Männer halten 50.000 Angehörige der Besatzungsarmee zurück, die wegen der Kursk-Operation nicht in anderen Angriffsrichtungen Russlands auf unserem Territorium eingesetzt werden können“, sagte auch Wolodymyr Selenskyj über die Situation in Kursk.
Nordkorea-Soldaten im Ukraine-Krieg: Eliteeinheiten wohl schlecht ausgebildet
In den vergangenen Wochen gab es immer wieder Berichte über Nordkorea-Soldaten, die sich in Russland aufhalten und möglicherweise im Ukraine-Krieg kämpfen sollen. Auch von Spezialkräften war immer wieder die Rede. Gegenüber der FAZ ordnete ein Insider jetzt ein, was es tatsächlich mit den besonderen Soldaten aus Nordkorea auf sich hat. „Sie sind größer als reguläre Soldaten, rund fünf Zentimeter. Außerdem waren alle Soldaten vorher Sportler und körperlich überlegen“, heißt es unter anderem.
Zugleich sagte er, dass sie dennoch nicht ausgebildet seien und unter weiteren Defiziten leiden würden. Die Informationen von Lee Hyun-seung beziehen sich allerdings auf einen Stand, der bereits einige Jahre zurückliegt. „Die meisten der Sturmtruppen sind aus der mittleren Klasse, Arbeiterklasse. Die Eliten geben ihre Söhne da nicht hin.“ Der heute 39-Jährige will vor Jahren während seines Wehrdienstes in Nordkorea mit den Einheiten trainiert haben und erklärt, dass es den nordkoreanischen Spezialkräften an Ausbildung fehlen würde. „Sie sind nicht vergleichbar mit den Spezialeinheiten anderer Länder.“
Im Ukraine-Krieg: Putin setzt wegen Trump-Sieg auf schnelle Rückeroberung
Wie Newsweek schreibt, versucht Putin aktuell im Ukraine-Krieg, mit Hochdruck verlorene Gebiete zurückzuerobern, bevor der designierte US-Präsident Donald Trump sein Amt antritt. Hintergrund sind Äußerungen des Republikaners, den Krieg innerhalb eines Tages zu beenden. Die britische Tageszeitung The Telegraph teilt diese Einschätzung und beruft sich auf Angaben des britischen Militärgeheimdienstes, aus denen hervorgeht, dass Moskau seine Kamikaze-Drohnenangriffe auf ukrainische Stellungen wahrscheinlich verstärken werde.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine




Inwieweit die USA künftig Kiew im Ukraine-Krieg unterstützen werden, ist derweil unklar. Die Regierung in Nordkorea verkündete allerdings kürzlich, dass westliche Unterstützung zu einem zerstörerischen Krieg mit Russland führen könnte, und sprach von einem „selbstmörderischen Akt“ des Westens.
Gegenoffensive in Kursk: Selenskyj hofft auf Unterstützung und Kurs-Wechsel
Wegen der erwarteten Gegenoffensive Russlands im russischen Grenzgebiet bei Kursk forderte die Ukraine zuletzt einen Kurswechsel ihrer Unterstützer. Die USA, Großbritannien und Deutschland müssten den Einsatz der von ihnen zur Verfügung gestellten Langstreckenwaffen gegen Ziele tief in russischem Gebiet erlauben, schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf Telegram „Das ist unerlässlich. Je weiter unsere Raketen und Drohnen einschlagen können, desto weniger reale Kampffähigkeit wird Russland haben.“ (fbu/dpa)
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