Kurz vor US-Wahl
Vor US-Wahl: Trump droht mit „massiven Deportationen“ und „Invasion der Immigranten“
VonLaura Mayschließen
Im Wahlkampf setzt Donald Trump vor allem auf Angriffe gegen Migranten und Demokraten. Kurz vor der US-Wahl 2024 wiederholt er seine scharfe Rhetorik.
New York – Donald Trump hat kurz vor der US-Wahl noch einmal ordentlich gegen Migranten ausgeteilt. Bei seiner letzten Megaveranstaltung vor der Entscheidung wiederholte er sein Versprechen, bereits am ersten Tag ein massives Abschiebeprogramm durchzuführen und die „Invasion der Immigranten“ rückgängig zu machen, sollte er die US-Wahl gewinnen. „Die Vereinigten Staaten sind ein besetztes Land“, behauptete Donald Trump im New Yorker Madison Square Garden am Sonntag (27. Oktober).
Donald Trump versucht auf den letzten Metern vor der US-Wahl die schwelende Angst vor Einwanderern zu nutzen. Die Leute in den USA sollen den Eindruck bekommen, dass Migration nur mit einer zweiten Amtszeit Trumps im Weißen Haus in den Griff zu bekommen sei. Trumps Antihaltung ist nicht neu. Bereits 2015 kritisierte er bei einer Rede in New Hampshire illegale Migration aufs Schärfste.
Trump-Rally vor US-Wahl in New York könnte Trumps letzter Wahlkampfauftritt für immer sein
Das sechsstündige Spektakel in New York diente laut Wall Street Journal inoffiziell auch als eine Art Schlussstrich für den ehemaligen republikanischen Präsidenten. Egal ob er nächste Woche gewinnt oder verliert, ist dies wahrscheinlich sein letzter Wahlkampf. Die kostspieligen Megaveranstaltungen sind zu einer Art Markenzeichen in Trumps politischer Kommunikation geworden.
Sie dienen einerseits der Unterhaltung seiner Fans, andererseits liefern sie Kritikern Stoff für Angriffe – was für Trump schlichtweg Aufmerksamkeit bedeutet. Der ehemalige Präsident bevorzugt eher spektakuläre Events, die einen Medienrummel auslösen, als persönliche Interaktionen mit Wählern in den entscheidenden Swing States, die diese Wahl entscheiden werden.
Antimigrationsrhetorik vor US-Wahl: Trump schläft seit Attentat mit Einwanderungstabelle im Bett
Schnell reagierten die Massen bei Trumps Kundgebungen mit Sprechchören, die den Bau einer Mauer forderten. Im Laufe der Jahre wurden die Kundgebungen einem Bericht des Wall Street Journals zufolge dann länger und wilder. Trumps Rhetorik wurde immer unverschämter und schockierender.
Im März 2023 betrat er bei einer Kundgebung in Texas die Bühne, während auf riesigen Videobildschirmen Aufnahmen von seinen Anhängern – „Patrioten“, wie er sie nannte – gezeigt wurden, die das US-Kapitol stürmten. Trump hatte wiederholt gedroht, politische Gegner einzusperren.
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Donald Trump zeigte unter anderem eine Einwanderungstabelle, die er während der Kundgebung in Butler, Pennsylvania vorgeführt hatte – kurz bevor er angeschossen wurde. Trump wäre wahrscheinlich getötet worden, hätte er seinen Kopf nicht gedreht, um auf die Tabelle zu schauen. „Ich schlafe mit dieser Karte“, sagte er in Georgia. „Ich nehme sie jeden Abend mit ins Bett und küsse sie, rolle sie zusammen und küsse sie einfach.“ (lm)
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