Auftritt in Tennessee
Trump macht aus dem Wahlkampf zur US-Wahl einen Heiligen Krieg
VonChristian Störschließen
In einer Rede beschreibt Donald Trump die US-Wahl in religiösen Begriffen. Den Wahlkampf vergleicht er mit den Schlachten des Zweiten Weltkriegs.
Nashville – Donald Trump schwelgt in diesen Tagen gerne in apokalyptischen Bildern. Grund ist der Kampf ums Präsidentenamt bei der US-Wahl im November. Für Trump gilt es dabei, die „finale Schlacht“ zu schlagen.
Kurz vor den nächsten Vorwahlen in den USA in South Carolina am Samstag (24. Februar) legte Trump nun noch einmal nach. Auf einem Forum der Vereinigung nationaler evangelikaler Medienschaffender in Nashville im US-Bundesstaat Tennessee verglich der Favorit der Republikaner die Wahl mit dem D-Day und der Ardennenoffensive im Zweiten Weltkrieg. Dieses Jahr sei nichts weniger als Gottes Einsatz sei nötig, um die USA zu retten.
„Heute befinden wir uns in einem weiteren Kampf um das Überleben unserer Nation“, sagte Trump der Nachrichtenagentur Reuters zufolge in seiner Rede. „Diesmal kommt die größte Bedrohung nicht von außen, das glaube ich wirklich: Sie kommt von innen.“ Er sei hier, weil er wisse, „dass wir für den Sieg in diesem Kampf, genau wie in den Schlachten der Vergangenheit, immer noch die Gnade des Allmächtigen brauchen“.
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Donald Trump präsentiert sich als „stolzer Christ“
In seiner Rede präsentierte sich Donald Trump als „stolzer Christ“ und warb mit leidenschaftlichen Worten um die Unterstützung der religiösen Rechten. „Ich trete vor Sie als Freund, Verbündeter und Glaubensbruder, um Sie um Ihre Hilfe, Ihre Unterstützung und Ihre Gebete für dieses Land zu bitten“, wird der von der Nachrichtenagentur AFP zitiert.
Wenn ich ins Weiße Haus zurückkehre, werde ich die Religionsfreiheit erneut aggressiv verteidigen.
Weiter betonte Trump, dass er während seiner Zeit im Amt härter für Christen gekämpft habe, als je ein Präsident zuvor. „Wenn ich ins Weiße Haus zurückkehre, werde ich die Religionsfreiheit erneut aggressiv verteidigen“, versprach der Ex-Präsident. „Christen können es sich nicht leisten, in diesem Kampf an der Seitenlinie zu stehen“, so der Republikaner weiter. „Die radikale Linke hat es auf uns alle abgesehen, weil sie weiß, dass wir nicht ihnen treu sind. Unsere Treue gilt unserem Land und unserem Schöpfer.“ Amtsinhaber Joe Biden bezeichnete er als „inkompetenten Präsidenten“, der die Menschen nicht „in das gelobte Land“ führen werde.
Trumps Auftritt in der Hauptstadt von Tennessee war kein Zufall. Der Bundesstaat gehört zu jenen, in denen am „Super Tuesday“ am 5. März Vorwahlen der Republikaner stattfinden. In allen Umfragen liegt Trump dabei deutlich vor seiner Rivalin Nikki Haley.
Trump wirbt vor der US-Wahl um die Stimmen der religiösen Rechten
Die religiösen Rechten in den USA gelten mittlerweile als eine der treuesten Wählergruppen Trumps. Zwar macht diese Gruppe nur 14,5 Prozent der Bevölkerung aus, sie stellen jedoch 28 Prozent der Wahlbevölkerung. Die Evangelikalen schreiben Trump eine Reihe von politischen Erfolgen zu. Vor allem seit der von Trump sehr konservativ besetzte Supreme Court das seit 1973 bestehende landesweite Recht auf Abtreibung gekippt hat, stehen die konservativen Christen eindeutig hinter Trump.
Zum Schluss seiner Rede führte Trump dem Publikum dann auch noch einmal vor Augen, was er sich für den Tag der Präsidentschaftswahl erhofft: „Mit Ihrer Hilfe und Gottes Gnade beginnt am 5. November 2024 die große Erweckung Amerikas.“ (cs/afp/rtr)
