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Vorwahlen in Michigan: Haleys Ergebnis bereitet Trump Kopfschmerzen

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Donald Trump gewinnt in Michigan. Doch sein Sieg ist nicht ungetrübt. Joe Biden erhält einen Denkzettel. Der Newsticker zu den US-Vorwahlen.

Update vom 28. Februar, 11.25 Uhr: Nach dem Sieg von Donald Trump bei den Vorwahlen in Michigan über seine Konkurrentin Nikki Haley steigt die Wahrscheinlichkeit für die Präsidentschaftskandidatur Trumps. Am kommenden Wochenende stehen weitere Vorwahlen an, bevor am 5. März der sogenannte Super-Tuesday stattfindet. Bei dem wichtigsten Termin der Vorwahlen könnte sich noch einiges ändern. Am Super-Tuesday entscheiden insgesamt 15 Bundesstaaten über die Kandidaten der beiden amerikanischen Parteien für die US-Wahl 2024.

US-Vorwahlen der Republikaner: Trump fährt in Michigan Sieg mit Abstrichen ein

Update vom 28. Februar, 10.15 Uhr: Auf den ersten Blick waren die Vorwahlen der Republikaner in Michigan ein Erfolg für Donald Trump. Immerhin konnte er seine Rivalin Nikki Haley erneut deutlich distanzieren. Doch ein genauer Blick auf das Ergebnis zeigt, dass Trump sich Sorgen machen muss. Zum einen holte Haley mehr als 26 Prozent, während der Rest für „Uncommitted“ („unentschlossen“ oder „neutral“) stimmte oder sich auf aussichtslose Kandidaten verteilte.

Nikki Haley (Mitte) mischte sich bei den Vorwahlen der Republikaner in Michigan gerne unters Volk. Das zeigte Wirkung. der Sieg von Donald Trump fiel nicht so hoch aus wie erwatet.

Nun stellt sich die Frage, wie viele dieser Haley-Leute bei der US-Wahl im November am Ende auch für Trump stimmen werden, falls er antreten sollte. Einige von ihnen schließen sogar nicht aus, den amtierenden Präsidenten Joe Biden zu wählen, um eine zweite Amtszeit Trumps zu verhindern. Dies dürfte zwar nicht für die Mehrheit gelten, sollte aber diese Gruppe nicht zur Wahl gehen oder einen dritten, unabhängigen Kandidaten unterstützen, könnte das zum großen Problem für Trump werden.

Trump gewinnt Vorwahlen der Republikaner in Michigan – das Ergebnis

NameStimmenProzent
Donald Trump755.90968,2
Nikki Haley294.33426,5
„Uncommitted“33.3733,0
Ron DeSantis13.3731,3
Chris Christie47700,4
Vivek Ramaswamy37070,3
Ryan Binkley23570,2
Asa Hutchinson10870,1

(Quelle: NY Times, Stand 10.00 Uhr, 94 Prozent der Stimmen ausgezählt)

Weg frei für Trump: Haley steigt aus US-Vorwahlkampf aus

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Biden kassiert bei Vorwahlen der Demokraten in Michigan einen Dämpfer – das Ergebnis

NameStimmenProzent
Joe Biden617.72881,1
„Uncommitted“100.96013,3
Marianne Williamson22.7973,0
Dean Philipps20.4492,7

(Quelle: NY Times, Stand 10.00 Uhr, 95 Prozent der Stimmen ausgezählt)

Vorwahlen in Michigan: Trump meldet sich nach Sieg per Telefon – „Gewinnen das ganze Ding“

Update vom 28. Februar, 8.35 Uhr: Eine Reise nach Michigan war es ihm sein Sieg bei den dortigen Vorwahlen nicht wert. Stattdessen meldete sich Donald Trump per Telefon auf einer Wahlfeier der Republikaner in Grand Rapids, der zweitgrößten Stadt des Bundesstaates, zu Wort. „Wir haben eine einfache Aufgabe: Wir müssen am 5. November gewinnen. Wenn wir Michigan gewinnen, gewinnen wir auch das ganze Ding“, so der Ex-Präsident, der anschließend wieder auflegte.

Michigan dürfte tatsächlich sowohl für Republikaner als auch für Demokraten bei der US-Wahl 2024 entscheidend werden. Der sogenannte Swing State ist seit jeher besonders eng umkämpft. Joe Biden holte dort 2020 nur rund 150.000 Stimmen mehr als Donald Trump. Dessen Sieg im Jahr 2016 gegen Hillary Clinton fiel mit rund 10.000 Stimmen sogar noch viel knapper aus.

Vorwahlen in Michigan enden mit Siegen für Trump und Biden

Update vom 28. Februar, 6.35 Uhr: US-Präsident Joe Biden hat bei der Vorwahl der Demokraten im Bundesstaat Michigan zwar wie erwartet einen klaren Sieg eingefahren – das Ergebnis dürfte ihm aber dennoch Sorgen bereiten. Der faktisch konkurrenzlose Amtsinhaber gewann die Abstimmung am Dienstag Prognosen zufolge mit rund 80 Prozent der Stimmen, Zehntausende Wählerinnen und Wählern votierten bei der Vorwahl für die Präsidentschaftskandidatur aber für „Uncommted“ („unentschlossen“ oder „neutral“).

Das dürfte in großen Teilen als Protest gegen Bidens Unterstützung für Israel im Gaza-Krieg zu werten sein, zumal in Michigan verhältnismäßig viele Muslime leben. 

Donald Trump siegt bei Vorwahlen in Michigan

Update vom 28. Februar, 3.30 Uhr: Keine Überraschung: Donald Trump hat die Vorwahl zur Präsidentschaftskandidatur der Republikaner im Bundesstaat Michigan wie erwartet gewonnen. Das berichteten die US-Sender CNN und NBC am Dienstagabend (27. Februar, Ortszeit) unter Berufung auf eigene Prognosen. Trumps Konkurrentin Nikki Haley fuhr demnach wie erwartet eine deutliche Niederlage ein – die beiden lagen nach Auszählung von rund 10 Prozent der Stimmen gut 30 Prozentpunkte auseinander.

Auch US-Präsident Joe Biden gewann die Vorwahl der Demokraten in Michigan den Prognosen der US-Sender zufolge erwartungsgemäß. Der Demokrat hat in seiner Partei keine ernst zu nehmende Konkurrenz im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur. Prognosen zufolge stimmten aber viele Wählerinnen und Wähler mit „Uncommitted“ („unentschlossen“ oder „neutral“). Wie hoch die Zahl tatsächlich ist, wird sich erst zeigen, wenn mehr Stimmen ausgezählt sind. In Michigan leben viele Muslime, die mit Bidens Unterstützung für Israel im Gaza-Krieg nicht einverstanden sind und daher als Protestwähler gegen ihn gestimmt haben könnten. Michigan gilt als sogenannter Swing State, der weder Demokraten noch Republikanern fest zugerechnet werden kann. 

US-Vorwahlen in Michigan: Trump auf Kurs

Update vom 27. Februar, 20.32 Uhr: Donald Trump erfreut sich in konservativen Kreisen in mehreren Altersgruppen großer Beliebtheit. Eine neue Umfrage zum mutmaßlichen Präsidentschaftskandidaten der Republikaner überrascht dennoch: am beliebtesten ist Trump offenbar bei der „Generation Z“, also bei Menschen, die aktuell zwischen 18 und 24 Jahre alt sind. Das ist das Ergebnis einer Harvard CAPS-Harris Umfrage, an der 2022 wahlberechtigte Personen teilnahmen.

Update vom 27. Februar, 16.10 Uhr: Bei den Vorwahlen in Michigan werden die Wählerinnen und Wähler drei Optionen auf dem Wahlzettel vorfinden. Neben US-Präsident Joe Biden treten Dean Phillips, Kongress-Abgeordneter des Nachbarstaats Minnesota, sowie die Autorin Marianne Williamson an. Bei den Republikanern gibt es zwei Wahlmöglichkeiten: Donald Trump und Nikki Haley.

Erstmeldung vom 27. Februar: Detroit – Die US-Vorwahlen werden am Dienstag (27. Februar) mit Abstimmungen der Republikaner und Demokraten im Bundesstaat Michigan fortgesetzt. Nach vier klaren Siegen dürfte Donald Trump auf dem Weg zur erneuten Präsidentschaftskandidatur der Republikaner kaum noch aufzuhalten sein. Dennoch will seine parteiinterne Rivalin Nikki Haley mindestens bis zum „Super Tuesday“ am 5. März durchhalten, an dem die Republikaner in 15 Staaten und einem Außengebiet abstimmen.

US-Vorwahlen in Michigan: Der Krieg in Israel könnte Joe Biden Stimmen kosten

Bei den Demokraten steht Präsident Joe Biden als Kandidat so gut wie fest. Ernsthafte Rivalen muss er in seiner Partei jedenfalls nicht fürchten. Den Ergebnissen in Michigan gilt dennoch besonderes Interesse, da dieser Staat zu den sogenannten Swing States zählt, die letztlich entscheidend für den Ausgang der US-Wahl im November sind. Insofern wird mit Spannung erwartet, wie deutlich die jeweilige Zustimmung für Biden und Trump ausfällt.

Vor allem für Biden wird Michigan zum Stimmungstest. Im Mittleren Westen der USA brodelt die Opposition zu Bidens Umgang mit dem Nahost-Konflikt. Michigan galt lange als demokratisch, ehe Trump 2016 dort Hillary Clinton in die Schranken wies. Sicher ist, dass Protestwählerinnen und -wähler die US-Wahl entscheiden könnten.

Joe Biden: Leben und Karriere des 46. US-Präsidenten in Bildern

Joe Biden gehört seit vielen Jahren zum Establishment der Demokratischen Partei und blickt auf eine lange politische Karriere zurück. Bei der US-Wahl 2020 ist es ihm im dritten Anlauf endlich gelungen, sein großes Ziel zu erreichen: Biden ist zum 46. Präsidenten der USA gewählt worden. Es war die Krönung eines jahrzehntelangen Politikerlebens, in dem er auch schwere Schicksalsschläge zu verkraften hatte.
Joseph „Joe“ Robinette Biden, Jr. wurde am 20. November 1942 in Scranton (Pennsylvania) geboren. Nach einem Studium der Rechtswissenschaften begann der Jurist Ende der 60er-Jahre, sich politisch zu engagieren. Zunächst ließ er sich im US-Bundesstaat Delaware als Unabhängiger registrieren – weil er weder den republikanischen Präsidenten Richard Nixon noch den demokratischen Gouverneur Charles Terry ausstehen konnte. Um die Lage nach der Ermordung von Martin Luther King im April 1968 zu beruhigen, hatte Terry die Nationalgrade zu Hilfe gerufen. Für Biden wurde die Bürgerrechtsbewegung zum Auslöser seiner Politisierung.
Im Jahr 1972 trat Biden im Alter von nur 29 Jahren bei der Wahl zum US-Senat an. Er besiegte den langjährigen republikanischen Vertreter Cale Boggs und zog als einer der jüngsten Senatoren in den Kongress ein. Der Triumph wurde allerdings von einem schweren Autounfall am 18. Dezember 1972 überschattet, bei dem seine erste Ehefrau Neilia und Tochter Naomi ums Leben kamen. Die Söhne Beau und Hunter überlebten verletzt. Seinen Eid legte Biden im Januar 1973 am Krankenbett von Beau ab, dessen Bein immer noch im Streckverband war. 1977 heiratete Biden die Lehrerin Jill Tracy Jacobs. Aus dieser Ehe stammt Tochter Ashley.
Von 1973 bis 2009 saß Biden 36 Jahre lang als Vertreter des Bundesstaates Delaware im Senat. Er wohnte allerdings weiterhin in Wilmington (Delaware) und pendelte jeden Tag per Bahn nach Washington, D.C. 1994 war er maßgeblich an einem heute kontrovers diskutierten Gesetz zur Reform des Strafrechts und der Inneren Sicherheit beteiligt. Mitte der 90er sprach er sich für die Nato-Intervention in Bosnien-Herzegowina und die Bombardierung Serbiens im Kosovo-Krieg 1999 aus. Im Jahr 2002 stimmte er für die Irak-Resolution.
Joe Biden: Leben und Karriere des 46. US-Präsidenten in Bildern

Tatsächlich hat sich in Michigan ein lautstarker Protest gegen Biden formiert. Hier ist vor allem die Kampagne „Listen to Michigan“ zu nennen, die auf einen sofortigen Waffenstillstand pocht und Biden dazu auffordert, seine Unterstützung Israels im Gaza-Konflikt umgehend einzustellen. Layla Elabed machte zuletzt deutlich, was sie von Bidens Israel-Politik hält: „Biden hat die Bomben finanziert, die auf die Familienangehörigen von Menschen hier in Michigan gefallen sind – Menschen, die für ihn gestimmt haben und die sich nun völlig verraten fühlen.“

Protestwähler wollen ein Statement setzten und eine Kehrtwende in der Israel-Politik Bidens

Erklärtes Ziel der Protestbewegung ist es der Nachrichtenagentur AFP zufolge, mit Proteststimmen ein Zeichen gegen den Nahost-Konflikt und Bidens Israel-Unterstützung zu setzen. Der Krieg in Israel stehe „gegen die Werte der Demokratischen Partei“, sagte Elabed. Auch deren Schwester Rashida Tlaib, die als Abgeordnete den 13. Distrikt des Bundesstaats Michigan im Repräsentantenhaus vertritt, unterstützt die Kampagne.

NameProzent
Joe Biden75
Dean Philipps5
„Uncommitted“9

(Quelle: Emerson College, Umfrage vom 26. Februar)

An dieser Stelle kommt die Option „Uncommitted“, also „unentschlossen“ oder auch „neutral“ ins Spiel. Mindestens 10.000 Menschen will die Kampagne für diese Wahlmöglichkeit gewinnen. 2016 hat Donald Trump mit etwa 10.000 Stimmen gegen Hillary Clinton gewonnen. Berichten von Politico zufolge könnten die Protestwähler ihr Ziel von 10.000 Stimmen weit überbieten. Somit könnte sich die Protestbewegung als eine echte Gefahr für Bidens Präsidentschaftswahl entpuppen. (red mit Agenturmaterial)

Rubriklistenbild: © Kevin Dietsch/afp