Neue Vans und Transporter
VW nimmt beim elektrischen Sorgenkind Fahrt auf - und entzückt zudem „California-Fans“
VonPatrick Freiwahschließen
VW diversifiziert seine Elektroauto-Palette: Der ID.Buzz wird als Allrad-Transporter und in kostengünstigen Einsteigermodellen angeboten. Eine weitere Innovation erfreut Camping-Liebhaber.
Wolfsburg/Hannover – Der VW ID.Buzz, ein Elektroauto im legendären Bulli-Design, konnte die bisherigen Absatzerwartungen im Hause Volkswagen nur bedingt erfüllen. Das liegt vermutlich weniger an dessen Konzept, als am knappen Modellangebot und den allgemeinen Absatzproblemen, welche diese Antriebsgattung begleiten.
Um das Interesse an dem elektrischen Bus zu steigern, erweitert die Nutzfahrzeugsparte (VWN) das Modellangebot: Neben einer leistungsstärkeren, teureren Varianten gibt es bald günstigere Einstiegsversionen zu kaufen.
VW erweitert Elektrobus-Angebot: ID.Buzz als GTX-Version mit Allradantrieb
Die Weichen für die Produktionserweiterung im Werk Hannover wurden im Juli gestellt. Mit einer Umrüstung ist der Standort für die Herstellung der neuen ID.Buzz-Varianten bereit gemacht worden, schildert der Hersteller in einer Mitteilung. Neben dem bekannten Heckantrieb gibt es nun auch den leistungsstärkeren VW ID. Buzz GTX mit permanentem Allradantrieb zu bestellen.
Der ID.Buzz GTX ist in zwei Längen verfügbar, mit einem zweiten E-Motor an der Vorderachse und einer Leistung von 250 kW (340 PS). Die WLTP-Reichweite beträgt bis zu 475 Kilometer, während der Preis bei stolzen 73.102 Euro startet. Die GTX-Version des großen Vans ist auf Performance ausgelegt und beschleunigt in 6,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h.
VW ID.Buzz in kurz oder lang erhältlich, mit Allradantrieb und ohne
Die Langversion des VW ID.Buzz besitzt einen um 25 Zentimeter verlängerten Radstand (4,96 Meter) und generell eine 86-kWh-Batterie, die für eine Reichweite bis zu 487 Kilometer ausgelegt ist. Die Elektrobus als Kurzversion bleibt bei einer 79-kWh-Batterie und erreicht maximal 461 Kilometer.
Am unteren Ende des Portfolios wird der VW ID.Buzz günstiger statt teurer: Denn Volkswagen integriert die Varianten ID.Buzz Pure und Freestyle in das Angebot des BEV-Modells, das im Jahr 2023 nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) hierzulande 5028-mal neu zugelassen wurde. Die Ernüchterung im Konzern sei angesichts der mauen Bilanz groß, schildert das Manager Magazin.
Preisliste des VW ID.Buzz beginnt nun knapp unter 50.000 Euro
Die neuen Einsteigermodelle Pure und Freestyle kosten deutlich weniger als bisherige Versionen, los geht es laut Preisliste ab 49.998 Euro für den ID.Buzz Freestyle. Hier befindet sich entsprechend ein schwächerer E-Antrieb an Bord, die kleinere 59-kWh-Batterie soll Reichweiten bis zu 330 Kilometer ermöglichen. Darüber hinaus hat dieses Modell 125 kW (170 PS), eine spezielle Optik sowie eine reduzierte Ausstattung.
Der darüber positionierte VW ID.Buzz Pure (ab 54.127 Euro) beinhaltet laut Anbieter mehr Assistenzsysteme, rollt jedoch mit dem gleichen Antriebsstrang zu den Kunden. Bislang war der VW ID.Buzz nicht unter 60.000 Euro zu haben, welche für die schon länger auf dem Markt befindliche Ausführung Pro fällig wird.
Auch die Transporter-Variante gibt es künftig mit Allradantrieb: Der VW ID.Buzz Cargo kommt mit 340 PS und ist ab 50.355 Euro netto erhältlich. Weitere Merkmale sind maximal 432 Kilometer Reichweite sowie eine Anhängelast von 1800 Kilogramm.
VW-Highlight auch für Verbrenner-Fans: California T7 kommt im Herbst
Abseits davon hat Volkswagen auch ein neues Highlight für Verbrenner- und Campingfans zu bieten: Nach rund zwei Jahrzehnten bringt VW die dritte Generation des Multivan als California-Variante auf den Markt. Die Neuauflage für Ferienfahrer und Outdoor-Abenteurer kommt laut Hersteller im Herbst in den Handel. Dabei ist das Reisemobil im Hinblick auf den Grundpreis (62.689 Euro) sogar etwas günstiger als bisher. In der edelsten Variante dürfte der Preis derweil auf 90.000 Euro klettern, schildert die Deutsche Presse-Agentur (dpa).
Der California geht gegenüber dem Vorgänger um rund 30 Zentimeter in die Länge und streckt sich nun auf 5,17 Meter. Wie die Markenbrüder Golf & Co. basiert die VW-Neuheit auf dem Modularen Querbaukasten (MQB) des Konzerns. Eine Neuigkeit gibt es auch im Hinblick auf die Antriebe: Neben dem 2,0-Liter-Diesel mit 150 PS und einem gleich großen Benziner mit 204 PS gibt es den VW California T7 erstmals auch als Plug-in-Hybriden mit 245 PS. Auch eine Elektro-Variante ist in Planung. (PF)
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