Gegen Putins brutalen Angriff

Waffen für die Ukraine: Australien liefert Dutzende Abrams-Panzer

  • Patrick Mayer
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Gegen Wladimir Putins Angriff: Australien stellt den ukrainischen Streitkräften die meisten seiner verbliebenen Abrams-Kampfpanzer zur Verfügung.

Kiew - Jetzt also doch: Nach langem Hin und Her stellt Australien der Ukraine für die Verteidigung gegen den völkerrechtswidrigen Angriff durch das Moskau-Regime aus Russland 49 alte Abrams-Kampfpanzer aus den Beständen seiner Armee zur Verfügung.

Panzer-Verluste der Ukraine: Etliche M1A1 Abrams gingen gegen Russland verloren

Kiew kann damit im Ukraine-Krieg seine Panzer-Reihen nach eigenen empfindlichen Verlusten in den vergangenen Monaten wieder auffüllen, was allerdings noch einige Zeit bis zur Aushändigung beanspruchen dürfte. Konkret sollen 49 in den 1980er Jahre gebaute und Anfang des Jahrtausends überholte Abrams M1A1 an die Ukrainer gehen, deckungsgleich zu den 31 amerikanischen M1A1, die die ukrainischen Streitkräfte in 2023 erhalten hatten.

Wie die Open-Source-Intelligence-Website Oryx jedoch in ihrer Auflistung vom 17. Oktober festhielt, wurden bis zu diesem Zeitpunkt mindestens 16 der gelieferten US-Abrams in den Gefechten mit den Invasionstruppen von Kreml-Autokrat Wladimir Putin zerstört.

Ein ukrainischer Abrams blieb auf dem Schlachtfeld im Donbass liegen, offenbar gestoppt durch eine Anti-Panzer-Mine. (Archivfoto)

Verluste im Ukraine-Krieg: Viele westliche Panzer wie der Leopard 2 sind darunter

Ebenfalls unter zerstört, schwer beschädigt zurückgelassen und/oder durch die Russen erbeutet werden demnach gelistet: 13 Leopard 2A6 aus ehemaligen Bundeswehr-Beständen, 21 einst in Deutschland gebaute Leopard 2A4, drei vergleichsweise alte Leopard 1A5 und zwei gelieferte Challenger 2 aus Großbritannien sowie sieben bereitgestellte schwedische Kampfpanzer Stridsvagn 122 auf Basis des Leopard 2A5.

Nachschub ist also dringend notwendig, während auf Putins Seite wegen der hohen Verluste die russische Soldaten teils immer älter werden und selbst der nordkoreanische Verbündete Kim Jong-un schon Soldaten schicken musste. Australien hatte sich trotz ukrainischer Bitten lange gesperrt. Die USA hätten Australien die Genehmigung erteilt, die alten Panzer an die Ukraine zu liefern, erklärte Rüstungsminister Pat Conroy nun. Sie sollen im Gegenzug in Australien durch 75 M1A2-Panzer der nächsten Generation ersetzt werden.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Panzer für die Ukraine: Abrams-Lieferung aus Australien dürfte sich noch ziehen

Entsprechend lange dürfte die Panzer-Auslieferung der M1A1 dauern, weil die australischen Streitkräfte erst noch auf ihr neues Gerät warten müssen. Conroy sagte, Australien stelle keine besonderen Bedingungen an die Verwendung der Panzer durch die Ukraine oder daran, ob sie die russische Grenze überschreiten dürfen, „solange sie im Einklang mit den internationalen Rechtsregeln eingesetzt werden“.

Aktuell hat die Australian Army noch 59 Abrams M1A1 in ihren Hallen stehen. Das Land ist nicht Teil der Nato, als Partner aber eng mit der westlichen Verteidigungsallianz verbunden. Nach Bundeswehr-Verständnis hat ein Bataillon mit rund 1200 Soldaten in der Regel 46 Kampfpanzer, weswegen die angekündigte Abrams-Lieferung theoretisch für einen ganzen Kampfverband ausreichen würde. (pm)

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