Auf einen Schlag

Waffen für die Ukraine: Deutschland liefert zahlreiche Drohnen

  • Patrick Mayer
    VonPatrick Mayer
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Die Militär-Hilfen für die Ukraine laufen weiter, obwohl die rot-grüne Minderheitsregierung in vielen politischen Themen in Berlin blockiert ist.

Kiew - Das politische Durcheinander nach dem Ampel-Aus hat in Berlin in vielen wichtigen Themen für die Gesellschaft in Deutschland zu einem regelrechten Stillstand geführt. Statt im Deutschen Bundestag sind viele Abgeordnete in ihren Wahlkreisen unterwegs, weil quasi schon der Wahlkampf für die Bundestagswahl 2025 am 23. Februar begonnen hat.

Waffen für die Ukraine: Deutschland liefert Kiew sehr viele Drohnen

Der Streit in der Ampel-Koalition soll sogar die deutsche Wirtschaft gehemmt haben. Bei all dem politischen Chaos in der Hauptstadt läuft eines weiter: Die Waffen-Lieferungen der Bundesrepublik an die durch Russland heimtückisch überfallene Ukraine. Das dokumentiert die Liste der militärischen Unterstützungsleistungen im Ukraine-Krieg auf der Website der rot-grünen Minderheitsregierung.

Demnach hat Deutschland Kiew für die Verteidigung gegen den völkerrechtswidrigen Angriff durch das Moskau-Regime seit Mitte November neben vier weiteren wuchtigen Panzerhaubitzen 2000 (insgesamt 24 bereitgestellt) und Munition für die Schützenpanzer Marder zudem hunderte Aufklärungsdrohnen geliefert. Und das offenbar auf einen Schlag.

Eine Helikopterdrohne Golden Eagle. In diesem Fall ist diese sogar bewaffnet. (Symbolfoto)

Waffen-Lieferungen im Ukraine-Krieg: Hunderte Drohnen gehen an die ukrainische Armee

Demnach gab es für die ukrainische Armee unter anderem 100 weitere Aufklärungsdrohnen RQ-35 HEIDRUN, womit deren Zahl auf 369 stieg. Deutschland stellte ferner 120 zusätzliche Aufklärungsdrohnen SONGBIRD (insgesamt 139) aus deutscher Entwicklung zur Verfügung. Hinzukamen 60 Hubschrauberdrohnen Golden Eagle, 20 zusätzliche Aufklärungsdrohnen VECTOR mit Ersatzteilen (insgesamt 368) und zwölf Aufklärungsdrohnen HORNET XR (zuvor: sechs geliefert).

Macht insgesamt 312 Drohnen zur militärischen Aufklärung, die aus Deutschland an die Ukrainer gingen und auf den Schlachtfeldern zwischen Charkiw, Donbass und Saporischschja gegen die Invasionstruppen von Kreml-Autokrat Wladimir Putin zum Einsatz kommen sollen. Während das russische Regime Putins den USA unter Donald Trump angeblich einen Vorschlag für Verhandlungen über einen Waffenstillstand unterbreiten will.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Gegen Wladimir Putins Truppen: Drohnen aus Deutschland sollen den Ukrainern helfen

Die ultraleichte Flugzeug-Drohne Hornet XR des Herstellers Granta Autonomy ist eine kleine Mini-Aufklärungsdrohne, die von Hand mit einem Wurf (Anstoß) gestartet wird. Sie ist sehr schwer am Himmel zu erkennen und kann somit bei verdeckten Missionen eingesetzt werden. Die Flugzeug-Drohne fliegt geräuschlos bis zu drei Stunden. Sie kann dabei große Entfernungen von bis zu 160 Kilometern zurücklegen, was eine enorme Distanz bedeutet. Die Missionen werden per Daten vorprogrammiert, weswegen die Drohne autonom und ohne Piloten am Monitor am Boden eingesetzt werden kann.

Selbst bei Funkstille oder -abbruch. Die Drohne landet nach Ende ihrer Mission schließlich selbständig im Tiefstflugverfahren. Die Songbird des Berliner Herstellers German Drones ist ebenfalls eine Flugzeug-Drohne, in diesem Fall mit einer imposanten Spannweite von drei Metern zwischen den Flügeln. Laut Produzent kann die Drohne dennoch in Transportkisten von nur 1,20 Metern auf 30 Zentimeter auf 40 Zentimeter verpackt werden und somit in PKWs mit größeren Kofferräumen in Richtung Front gefahren werden.

Drohnen im Ukraine-Krieg: Deutschland finanziert Kiew Hubschrauber-Drohnen aus Israel

Die hohe Zuladung von bis zu 6,4 Kilogramm ermöglicht den Einsatz von gleich mehreren Kameras und/oder von Echtzeit-Kartografie. Das Abfluggewicht der in Leichtbauweise gebauten Drohne beträgt je nach Ausrüstung zwischen neun bis maximal 14 Kilogramm. Einem Video bei Youtube zufolge lässt sich die Drohne nach vorheriger Einweisung zudem binnen Minuten zusammenbauen, was sie praktisch einsetzbar macht. Die Hubschrauber-Drohne Golden Eagle wurde indes in Zusammenarbeit zwischen dem israelischen Drohnenbauer Steadicopter und dem israelischen Rüstungskonzern Rafael Advanced Defense Systems entwickelt.

Die Drohne kann theoretisch die zielgenauen Spike-Lenkflugkörper von Rafael abfeuern - zum Beispiel gegen gepanzerte Fahrzeuge. Ferner kann die Golden Eagle in der Version HS mit SR-Flugkörpern für eine Reichweite von bis zu 2,5 Kilometern und LR2-Flugkörpern für eine Reichweite von bis zu 5,5 Kilometern ausgerüstet werden. Die Drohne ist mit einem Gesamtstartgewicht von bis zu 50 Kilogramm recht schwer. Deutschland hat den Ukrainern wohl das Aufklärungsmodell ohne Bewaffnung gekauft und zur Verfügung gestellt. (pm)

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