Gegen Wladimir Putins Angriff

Waffen für die Ukraine: Deutschland schickt Kiew „Raubkatze“

  • Patrick Mayer
    VonPatrick Mayer
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Ukrainische „Ranger“ stellen einen Militär-Geländewagen aus Deutschland für die Front vor. Autobauer Mercedes-Benz ist an der Fertigung maßgeblich beteiligt.

Kiew – US-Präsident Donald Trump wirkt schwer irritiert ob der Brutalität, mit der Russland-Autokrat Wladimir Putin die geschundene Ukraine aus der Luft bombardieren lässt. So bezeichnete das amerikanische Staatsoberhaupt den Moskau-Machthaber zuletzt öffentlich sogar als „verrückt“.

Waffen-Lieferungen an die Ukraine: Deutschland schickt Kiew Caracal-Geländewagen

Während Washington mit weiteren Waffen-Lieferungen im Ukraine-Krieg zögert, wurde die nächste Militärhilfe aus Deutschland fan Kiew anhand eines Social-Media-Beitrags von der Front greifbar. Konkret: Wie das sicherheitspolitische Magazin CPM Defence Network schreibt, hat das Regiment der ukrainischen Spezialkräfte „Ranger“ eine Charge Caracal erhalten.

Typisch für deutsche Rüstungsgüter auf Rädern oder auf Ketten, trägt auch dieses Gefährt einen Tiernamen. Laut Liste der militärischen Unterstützungsleistungen der früheren Bundesregierung, die unter der „Ampel“ eingeführt und zum 17. April 2025 archiviert wurde, gingen bis dahin 15 der schwer bewaffneten Militär-Geländewagen an die Ukrainer. Die genaue Anzahl ist öffentlich nicht bekannt.

Neuer Hightech-Geländewagen für die Bundeswehr: der „Caracal“ auf Basis der Mercedes G-Klasse.

Deutschland unterstützt die Ukraine: Waffen-Lieferungen gehen ununterbrochen weiter

CPM Defence Network berichtet dagegen von 25 Caracal-Fahrzeugen, die Berlin den ukrainischen Streitkräften (Stand: 25. Mai 2025) bereitgestellt habe. In Zeiten, in denen der ukrainische Nachbar Polen trotz Trumps aggressiver US-Außenpolitik sicherheitspolitisch vehement um die Gunst der Amerikaner wirbt, und in denen ukrainische Geheimdienstler vor einem Angriff Putins auf die Nato warnen, dokumentiert dieses Militärpaket, dass Deutschland das heimtückisch durch den Moskauer Zirkel angegriffene Land auch in Zeiten des Regierungswechsels ununterbrochen unterstützt.

Die schwarz-rote Koalition hatte unter dem neuen Kanzler Friedrich Merz (CDU) Anfang Mai ihre Arbeit in Berlin aufgenommen, nachdem zuvor rund ein halbes Jahr lang eine rot-grüne Minderheitsregierung die Amtsgeschäfte für die Bundesrepublik von der Spree aus übernommen hatte. Zwischen Bundestag, dem benachbarten Paul-Löbe-Haus und dem unweiten Bundeskanzleramt wählt Merz seither eine sehr strikte Rhetorik gegenüber Putin. Immer mit dem Hinweis versehen, dass die Ukraine bei der Verteidigung ihres Staatsgebietes von der befreundeten Nato nicht allein gelassen werde.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Für Militär-Fahrzeug Caracal: Rheinmetall und Mercedes-Benz arbeiten zusammen

Da der Caracal mit den schweren Hubschraubern CH-47F Chinook und Sikorsky CH-53K ins Einsatzgebiet transportiert werden kann, wird der Geländewagen militärisch als Luftlandefahrzeug klassifiziert. Auch der deutsche Autobauer Mercedes-Benz ist indes an der Produktion des Caracal involviert. Denn: Der deutsche Rüstungshersteller Rheinmetall fertigt den militärischen Geländewagen auf Basis der Mercedes G-Klasse des gleichnamigen schwäbischen Automobilkonzerns.

Der 4,9 Tonnen schwere Caraca“ kommt mit 249 PS auf eine Höchstgeschwindigkeit von 136 km/h. Als Bewaffnung des 4,70 Meter langen und 1,81 Meter breiten Geländewagens dienen eine auf der Karosserie montierte Maschinenkanone sowie eine integrierte Panzerabwehrlenkwaffe „Spike“. Im Sommer 2023 wurde bekannt, dass das deutsche Verteidigungsministerium für die Bundeswehr 2054 Caracal-Militärfahrzeuge (unter anderem für Spezialkräfte wie das KSK) bestellt hat. In einer gemeinsamen Bestellung Berlins mit Amsterdam gehen zudem 1004 Caracal an die niederländische Armee, die im Rahmen der Nato sehr eng mit der deutschen Bundeswehr zusammenarbeitet. (pm)

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