Es geht um Milliarden Euro
Waffen für die Ukraine: Pistorius und Scholz geraten in Zoff
VonPatrick Mayerschließen
Annalena Baerbock und Boris Pistorius planen, vor der Bundestagswahl ein milliardenschweres Militärpaket für die ukrainische Armee auf den Weg zu bringen.
Berlin - Die Bundestagswahl 2025 (23. Februar) ist nicht mehr weit. Bis dahin treibt die geschäftsführende Bundesregierung aus SPD und Grünen unter anderem noch um, was und wieviel die Ukraine in der Zwischenzeit an Militärhilfen erhalten soll, um dem völkerrechtswidrigen Angriff aus Russland weiter standzuhalten.
Boris Pistorius will neues Militärpaket für die Ukraine: Doch Olaf Scholz lehnt ab
Über diese Frage soll es dieser Tage beträchtlichen Zoff geben. Und zwar nicht zwischen den Koalitionspartnern aus der Minderheitsregierung. Sondern innerhalb der Sozialdemokraten selbst. Das berichtet der Spiegel. Demnach soll Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) ein kurzfristiges, drei Milliarden Euro schweres Militärpaket für Kiew vor den Wahlen in Deutschland ablehnen.
Dieses soll Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) unter Beipflichten von Außenministerin Annalena Baerbock (Die Grünen) initiiert haben. Laut Spiegel sehe Scholz‘ Kanzleramt keinen eiligen Handlungsbedarf. Man wolle auch eine zukünftige Bundesregierung nicht vor vollendete Tatsachen stellen.
Waffen für die Ukraine: Pistorius und Scholz wohl uneins über Militärpaket
Drei Milliarden Euro sind selbst für die sehr teuren Waffen-Lieferungen im Ukraine-Krieg ein sehr hoher Betrag. Zum Vergleich: Der vorläufige Haushalt für 2025 sieht Militärhilfen für die Ukraine über das gesamte Jahr von vier Milliarden Euro vor. Den kurzfristigen Bedarf hatten laut des Berichts die Militärexperten im Ukrainestab des Wehrressorts ermittelt. Sie beriefen sich demnach auf große Geländegewinnen der russischen Armee in den vergangenen Wochen. Und auf den Verlust wichtiger Verteidigungsstellungen der Ukrainer. Die Militärexperten fertigten im zweiten Schritt eine Liste mit dringend benötigten Waffensystemen an.
Laut Spiegel sind drei zusätzliche Iris-T-Luftverteidigungssysteme samt Lenkwaffen darunter sowie zum Beispiel weitere Patriot-Lenkflugkörper und zehn Radhaubitzen. Brisant: Von den genannten hochmodernen Radhaubitzen RCH 155 soll die Ukraine eigentlich ohnehin 36 bekommen. Geliefert wurde bislang aber nicht eine einzige. Ebenfalls brisant: Pistorius kündigte beim Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe am Mittwoch (8. Januar) im rheinland-pfälzischen Rammstein an, dass Kiew kurzfristig mehr Iris-T-Flugabwehr-Lenkwaffen bekomme.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine




Waffen-Lieferungen im Ukraine-Krieg: Kiew erhält mehr Iris-T-Lenkwaffen
Pistorius wollte dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj aber wohl eine deutlich größere Zusage auf die Rückreise in sein vom Krieg geschundenes Land mitgeben. Bei den Iris-T-Lenkwaffen geht es um Munition für die bereits gelieferten sechs Luftverteidigungssysteme Iris-T-SLM mit mittlerer Reichweite (bis zu 50 Kilometer) und für die fünf gelieferten Iris-T-SLS mit kurzer Reichweite (bis zu 15 Kilometer). Neben den ukrainischen Streitkräften wartet auch die deutsche Bundeswehr auf mehr Iris-T. Zur Einordnung: Die Truppe hat erst ein einziges dieser Systeme aktiv im Dienst. (pm)
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