Geheimdienstinfos

Putin zündelt in Berlin: Russland soll für Brand bei deutschem Rüstungskonzern verantwortlich sein

  • VonHelmi Krappitz
    schließen

Nach dem Großbrand bei der Firma Diehl in Berlin wird weiter ermittelt. Handelt es sich um einen technischen Defekt oder russische Sabotage?

Berlin – Dicke, schwarze Rauchwolken stiegen am 3. Mai in den Himmel von Berlin-Lichterfelde. Ein Gebäudekomplex der Firma Diehl Metall stand in Flammen. Laut Gutachten handle es sich um einen technischen Unfall – andere vermuten russische Sabotage.

Brandursache in Berlin: Sabotage als Ursache für Großbrand wird nicht ausgeschlossen

Nach aktuellem Ermittlungsstand habe ein technischer Defekt den Großbrand ausgelöst, teilte Diehl-Geschäftsführer Thomas Hör, am Donnerstag der rbb24 Abendschau mit. Hinweise auf Sabotage hat das Unternehmen demnach bislang nicht. „In der reinen Theorie könnte Sabotage zu einem technischen Defekt führen“, räumte der Sprecher des Unternehmens am Freitag jedoch ein.

Die Diehl-Gruppe ist ein großer Rüstungskonzern, der auch Waffen für die Ukraine liefert. In Medien und sozialen Netzwerken löste das vor sieben Wochen Spekulationen aus. Auch russische und ukrainische Medien berichteten über den Großbrand. Laut Unternehmen wurden in dem Berliner Werk jedoch keine Rüstungsgüter produziert. 

Möglicherweise ist Russland für den Großbrand in Berlin verantwortlich.

Sabotage aus Russland: Laut ausländischem Geheimdienst ist Putin beteililgt

Die Ermittlungen laufen weiter an, teilte die Berliner Polizei laut Wall Street Journal mit. Es könne keine mögliche Ursache ausgeschlossen werden – auch Sabotage nicht, sagte ein Geheimdienstvertreter demnach. Das Feuer in der Diehl-Fabrik sei vermutlich in einem Bereich ausgebrochen, zu dem nur wenige Menschen Zugang hatten. Das sagte ein den Ermittlungen vertrauter Beamter der Zeitung. Sämtliche Videoaufnahmen seien im Brand verloren gegangen.

Laut aktuellem Bericht der Bild-Zeitung gehe die Bundesregierung dem Verdacht nach, dass Russlands Präsident Wladimir Putin als Strippenzieher hinter dem Brand stecken könnte. Demnach habe ein ausländischer Nachrichtendienst deutsche Geheimdienste über eine Beteiligung Russlands informiert. Es gebe konkrete Hinweise. Auch das Wall Street Journal spricht von „westlichen Sicherheitsbeamten“, die sicher seien, russische Saboteure hätten das Feuer gelegt. Die Bundesregierung wollte sich am Freitag nicht dazu äußern.

Großbrand: Ermittlungen laufen weiter

Insgesamt 200 Einsatzkräfte kämpften im vergangenen Monat gegen die Flammen, teilte die Berliner Feuerwehr mit. Ein Technikraum im ersten Obergeschoss eines Fabrikgebäudes brannte in voller Ausdehnung. Der Einsatz dauerte 168 Stunden an, es wurde niemand verletzt. Hör sprach von einem Schaden von zweistelliger Millionenhöhe.

Im Rahmen der Abrissarbeiten und weiteren Untersuchungen auf dem Gelände soll laut Unternehmenssprecher geprüft werden, ob eine weitere Ursachenforschung dazu möglich sei, was den technischen Defekt ausgelöst haben könnte, sagte der Sprecher.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Ukraine-Krieg: Russland will Unterstützung für Ukraine unterbrechen

Offiziell gehe man weiter von einem Unfall aus. Wall Street Journal vermutet, dass europäische Länder vorsichtig seien, Russland öffentlich die Schuld zuzuweisen. Man wollte weitere Eskalationen vermeiden. Jüngst haben Berichte über Putins „Schattenkrieg“ zugenommen. Immer wieder sei von mysteriösen Brandursachen die Rede. Durch Sabotageakte versuche der Kreml Waffenlieferungen im Ukraine-Krieg an die Ukraine zu unterbrechen und den Westen einzuschüchtern – sodass er die Unterstützung für die Ukraine einstellt. (dpa/hk)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Marius Schwarz