Lage an der Front

Kaum noch Munition: Ukraine ändert Pläne im Kampf gegen Russland

Training ukrainischer Scharfschützen in der Region Saporischschja: Ein Soldat im Wintertarnanzug zielt mit seinem Gewehr.
+
Training ukrainischer Scharfschützen: Ein Soldat im Wintertarnanzug zielt mit seinem Gewehr. (Symbolbild)
  • Christian Stör
    VonChristian Stör
    schließen

Die ukrainische Armee sieht sich gezwungen, ihre Kriegsstrategie komplett zu überdenken. Der Grund ist alarmierend: Es mangelt an dringend benötigter Munition.

Kiew – Der Ukraine fällt der Kampf gegen Russland zusehends schwerer. Das hat einen einfachen Grund: Den Streitkräften geht an allen Frontlinien im Ukraine-Krieg die Munition aus. Laut dem ukrainischen Brigadegeneral Oleksandr Tarnavskyi sieht sich die Armee deshalb gezwungen, ihre Pläne auf dem Schlachtfeld zu ändern.

In einem von der Nachrichtenagentur Reuters am Montag (18. Dezember) veröffentlichten Interview bezeichnete Tarnavskyi die Situation als „sehr großes Problem“, das durch die Tatsache verschärft werde, dass die ukrainische Armee immer weniger ausländische Hilfe erhalte.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Mangel an Munition stellt für Kiew im Ukraine-Krieg „ein großes Problem“ dar

„Es gibt ein Problem mit der Munition, vor allem mit postsowjetischen (Granaten) – das sind 122 mm, 152 mm. Und heute gibt es diese Probleme an der gesamten Frontlinie“, sagte Tarnavskyi. „Die Mengen, die wir haben, reichen für unseren heutigen Bedarf nicht aus.“

Deshalb sei die Ukraine gezwungen, neue Wege einzuschlagen. Einzelheiten nannte er aber nicht. Tarnavskyj führte weiter aus, dass die Ukraine „in einigen Bereichen“ ihre geplanten Offensivoperationen umgestellt hätten. Nun käme es auf Verteidigung an. Zugleich würden Reservekräfte für „weitere Großaktionen“ in der Zukunft vorbereitet.

Der Brigadegeneral behauptete auch, dass Russland seine eigenen Probleme mit der Munitionsversorgung habe, obwohl er keine detaillierten Informationen zu diesen angeblichen Engpässen preisgab.

Ukraine geht die Munition aus: Weiteres Hilfspaket für Kiew lässt auf sich warten

Tarnavskyis Äußerungen kommen wenige Tage, nachdem US-Präsident Joe Biden bei einem Besuch seines ukrainischen Kollegen Wolodymyr Selenskyj im Weißen Haus kleinlaut zugeben musste, dass er seinem Gast keine Einigung auf Hilfen versprechen könnte. Denn noch immer streiten Demokraten und Republikaner über weitere Ukraine-Hilfen. Biden hatte den US-Kongress im Oktober um neue Hilfen für Kiew gebeten. Die Demokraten unterstützen das 61-Milliarden-Dollar-Paket (55 Milliarden Euro), bei den oppositionellen Republikanern stößt es hingegen auf Ablehnung.

Die Republikaner verlangen von der Biden-Regierung unter anderem weitere Zugeständnisse in der US-Einwanderungspolitik und bei der Sicherung der Grenze zu Mexiko. Die Republikaner können neue Hilfen für die Ukraine mit ihrer Mehrheit im Repräsentantenhaus und mit ihrer Sperrminorität im Senat blockieren.

Darüber hinaus erlitt die Ukraine letzte Woche einen schweren Schlag, als ein Plan der Europäischen Union (EU) zur Entsendung von Hilfen in Höhe von 50 Milliarden Euro vom ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán blockiert wurde. Orbán gilt als Verbündeter des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Allerdings erwägt die EU angeblich einen Plan, die Hilfe trotz Orbáns Einwände durchzusetzen, indem ein Fonds eingerichtet wird, der unabhängig vom Unionshaushalt ist und daher nicht die Zustimmung Ungarns erfordert. (cs)

Redakteur Christian Stör hat diesen Artikel verfasst und anschließend zur Optimierung nach eigenem Ermessen ein KI-Sprachmodell eingesetzt. Alle Informationen wurden sorgfältig überprüft. Hier erfahren Sie mehr über unsere KI-Prinzipien