Breitseite gegen Grüne

„Als wäre Krieg ein Kindergeburtstag mit Leos“: Wagenknecht wettert gegen „Kriegseuphorie“

In ihrer Petition mit Alice Schwarzer fordert Sahra Wagenknecht einen neuen Kurs im Ukraine-Krieg – die Grünen haben für sie ohnehin ihre Ideale verloren.

Osnabrück/Berlin – Sahra Wagenknecht wettert weiterhin gegen Waffenlieferungen an Kiew. Keine Seite könne den Ukraine-Krieg militärisch gewinnen, bekräftigte die Linken-Politikerin kürzlich bei „Maischberger“ (ARD). Das brachte ihr durchaus Kritik ein. „Ihre Analyse geht an der Realität vorbei“, schimpfte zum Beispiel FDP-Urgestein Gerhart Baum (FDP). Doch Wagenknecht gibt in diesem Punkt keine Ruhe. Sie legte jetzt nach und warnte vor einer „Kriegseuphorie“ in Deutschland.

Dass einst Friedensbewegte mittlerweile für Waffenlieferungen für die Ukraine demonstrierten, sei besorgniserregend, befand Wagenknecht in einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ). „Das erinnert mich an die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Da gab es eine ähnliche Kriegseuphorie, der sich auch die Sozialdemokratie nicht entziehen konnte.“ Die Parallelen zum Beginn des Ersten Weltkrieges seien für sie „erschreckend“.

Bilder des Ukraine-Kriegs: Großes Grauen und kleine Momente des Glücks

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Wolodymyr Selenskyi in Donezk
Menschen suchen Deckung in Lyssytschansk
Tschassiw Jar, Kleinstadt der Ukraine in der Nähe Lyssytschansk
Bilder des Ukraine-Kriegs: Großes Grauen und kleine Momente des Glücks

Wagenknecht-Vorwurf: „Viele Politiker tun so, als wäre Krieg ein Kindergeburtstag“

Klar war, wen Wagenknecht vor allem meinte: die Grünen. Deren Gründerin Petra wäre nach Wagenknechts Meinung schockiert: „Wenn Petra Kelly die heutigen Grünen sehen könnte, würde sie sich wohl mit Grausen abwenden.“ Die Partei hätte mit dem „Kapitel Friedensbewegung offensichtlich abgeschlossen“, sagte Wagenknecht.

Zudem nahm Wagenknecht eine zusätzliche Verniedlichung des Krieges wahr: „Viele Politiker tun so, als wäre Krieg ein Kindergeburtstag mit lustigen kleinen Leos“, beklagte die Linken-Politikerin.

Petition mit Alice Schwarzer: Im Manifest warnt Wagenknecht vor einem maximalen Gegenschlag Putins

Wagenknecht hatte zuletzt gemeinsam mit der Frauenrechtlerin Alice Schwarzer eine Petition veröffentlicht. Im „Manifest für den Frieden“ warnen Wagenknecht und Schwarzer vor einem „maximalen Gegenschlag“ Wladimir Putins. Die Petition wurde bereits Hunderttausende Male unterschrieben, hat aber auch viel Kritik ausgelöst. Am 25. Februar ruft Wagenknecht zu einer Großdemonstration gegen weitere Waffenlieferungen vor dem Brandenburger Tor auf. (dpa/frs)

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