US-Wahl 2024
Alter Clip sorgt für neue Schlagzeilen: J.D. Vance kritisiert Harris dafür, dass sie keine Kinder hat
- VonLisa Mahnkeschließen
Die Demokratin Kamala Harris wird von Republikanern kritisiert. In der Debatte geht es auch um ihre Familie. Ein Clip von J.D. Vance sorgt für Aufsehen.
Washington, D. C. – Einige Tage, nachdem Kamala Harris die neue Favoritin der Demokraten für die US-Wahl 2024 wurde, fallen die Republikaner erneut durch konservative Familienvorstellungen auf. Grund ist ein alter Clip des republikanischen Kandidaten für die Vizepräsidentschaft, J.D. Vance, in dem er die Demokraten als „einen Haufen kinderloser Katzenfrauen, die mit ihrem eigenen Leben und den Entscheidungen, die sie getroffen haben, unglücklich sind und deshalb auch den Rest des Landes unglücklich machen wollen“, bezeichnet. Besonders unglücklich für die republikanische Kampagne: mit gemeint war damals auch Harris.
Gut einen Monat bevor das Video damals entstand, wurde Kamala Harris Stiefmutter von zwei Teenagern, als sie im Jahr 2014 den Unterhaltungsanwalt Douglas Emhoff heiratete. Der Post ging nun erneut auf X viral, nachdem Hillary Clinton, die 2016 demokratische Präsidentschaftskandidatin war, ihn mit einer ironischen Beschreibung teilte. „Was für ein normaler, sympathischer Kerl, der es sicher nicht hasst, wenn Frauen Freiheiten haben“, schrieb Clinton. Es ist ein schwieriger Start für die Republikaner, die bei Frauen und bei nicht-nuklearen Familien sowieso unbeliebter sind.
Ohne Kinder keine Präsidentschaft: Konservative nutzen alten Clip gegen Kamala Harris
Aufgegriffen wurde das Video jedoch auch von konservativen Unterstützern der Republikaner, die argumentierten, dass Harris wegen ihrer fehlenden Kinder keine Präsidentin werden könne. „Und nein, ein Stiefelternteil für ältere Teenager zu werden, zählt nicht“, schrieb ein Benutzer auf X, der angab, dieselbe Argumentation bei dem Senator für South Carolina, Tim Scott, getätigt zu haben.
Andere argumentierten, dass solche Aussagen den Republikanern – und besonders ihrem Ansehen bei der weiblichen Wählerschaft – weiter schaden könnten. Doch die Diskussion zog schon ihre Kreise und warf Fragen zu sexistischen Einstellungen auf. „Sie sagen: Eine Frau, die keine Kinder bekommen kann, ist automatisch von der Präsidentschaft ausgeschlossen, aber ein Mann, der wegen sexueller Nötigung und mehrerer Straftaten verurteilt wurde, ist in Ordnung. Korrekt?“, schrieb ein anderer Nutzer. Dennoch gab es auch Zuspruch für das Argument, das die Sorge um Kinder und Staat auf eine Ebene stellte.
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Trumps Vizekandidat JD Vance ist wenig bekannt: Weitere Überraschungen sind wahrscheinlich
Trump hatte seinen Co-Kandidaten Vance ausgewählt, obwohl dieser mit weniger als zwei Jahren im Kongress und noch relativ wenig Bekanntheit riskant war. Trump gab jedoch an, Vance erinnere ihn an „einen jungen Abraham Lincoln“ und mochte sein Auftreten im Fernsehen, doch die Auswahl könnte auch den Fallstrick der Republikaner auf dem Weg zum Wahlsieg darstellen.
Vermutlich bleibt der Clip nicht die einzige Überraschung über den Vizekandidaten bei der US-Wahl 2024. Vance ist beispielsweise auch für seinen Vorschlag aus dem Jahr 2021 bekannt, nach dem Eltern auch für ihre Kinder wählen dürften. So könnten „Eltern mehr Mitspracherecht bei den Abläufen der Demokratie erhalten“, erklärte der Republikaner damals laut AP News.
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Familie und Abtreibung werden für US-Wahl 2024 wichtiger – das Projekt 2025 im Hintergrund
„Die hässlichen, persönlichen Angriffe von J.D. Vance und Donald Trump stehen im Einklang mit ihrer gefährlichen Agenda des Projekts 2025, die darauf abzielt, Abtreibung zu verbieten, unsere Demokratie zu dezimieren und die soziale Absicherung auszunehmen“, sagte James Singer, ein Kampagnensprecher von Kamala Harris. Projekt 2025 war ein Plan von einer Reihe an Regierungsbeamten unter Trump, von dem sich der republikanische Präsidentschaftskandidat versucht hatte, zu distanzieren. Laut der Agenda des Projekts soll die Macht des Präsidenten ausgeweitet und das „fundamentale Recht auf Leben“ gesichert werden.
Es ist davon auszugehen, dass mit der neuen weiblichen Gegenkandidatin zumindest die Themen Familie und Abtreibung bereits deutlich mehr Aufschwung bekommen. Bereits bei ihren ersten Reden sprachen sowohl Kamala Harris als auch Donald Trump das Tabuthema Abtreibungen an. (lismah)
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