Nach Nominierung

Buch von Trump-Vize Vance wird in Deutschland zum Verkaufsschlager

  • Fabian Müller
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Das Buch Hillbilly-Elegie war in den USA ein Bestseller, auch in Deutschland ist das Buch vergriffen. Jetzt soll eine deutschsprachige Neuauflage erscheinen.

München/Washington, D.C. – Das Interesse am US-Politiker J. D. Vance ist zuletzt deutlich gestiegen. Seit seiner Ernennung zur rechten Hand von Donald Trump wollen viele mehr darüber wissen, wer der US-Vizepräsidentschaftskandidat der Republikaner eigentlich ist, wo er herkommt und was seine politischen Überzeugungen sind. Auch sein Bestseller „Hillbilly-Elegie“ wird – acht Jahre nach seinem Erscheinen – wiederentdeckt. Auf Deutsch war die Autobiografie von Vance, die zugleich viel über sozial abgehängte weiße Menschen in Amerika erzählt, zuletzt vergriffen.

Jetzt ist eine deutschsprachige Neuauflage des Buches in Arbeit. Sie erscheint am 15. August beim Verlag Yes Publishing. Das Wall Street Journal schrieb über das Werk: „,Hillbilly Elegy‘ ist ein wunderschönes Memoir, aber auch ein kulturkritisches Werk über das Amerika der weißen Arbeiterklasse .... (Vance) bietet eine überzeugende Erklärung dafür, warum es für jemanden, der so aufgewachsen ist wie er, so schwer ist, es zu schaffen. Ein fesselndes Buch.“

Der US-amerikanische Schriftsteller J.D. Vance will US-Vizepräsident werden.

Hillbilly Elegy von J.D. Vance: Eine Geschichte der Resignation 

In seinem Buch, das 2020 von Ron Howard verfilmt wurde, erzählt J. D. Vance die Geschichte vom gescheiterten Aufstieg und von der Resignation einer ganzen Bevölkerungsschicht. Seine Großeltern, echte „Hillbillys“, das heißt Angehörige der weißen Arbeiterschaft in ländlichen Gegenden, versuchten, mit Fleiß der Armut zu entkommen und sich in der Mitte der Gesellschaft zu etablieren. Doch letztlich war alles vergeblich. Misshandlung, Alkoholismus und Armut sind wesentliche Eigenschaften des Hillbilly-Lebensstils.

Trumps Vizekandidat James David Vance, geboren 1984, verbrachte Kindheit und Jugend in der Industriestadt Middletown im US-Bundesstaat Ohio und in den Appalachen von Kentucky. Während seiner Jugend erlebte er den wirtschaftlichen Niedergang und den Abstieg der Menschen dort mit. Er wuchs in zerrütteten Familienverhältnissen auf, trat nach der Highschool in das Marinecorps ein und war im Irak stationiert. Später studierte er an der Yale University Jura und wurde Direktor einer Investmentfirma im Silicon Valley.

US-Wahl: Trumps Vize J.D. Vance erlebte den Abstieg einer Bevölkerungsschicht

Ursprünglich ein erbitterter Gegner Trumps, wurde Vance kürzlich von dem republikanischen Spitzenkandidaten in sein Wahlkampfteam geholt und als künftiger Vizepräsident nominiert. Dort fungiert er neben Trump als Lautsprecher im Wahlkampf. Den startete er auch gleich mit einem verbalen Angriff auf die mögliche Präsidentschaftskandidatin der Demokraten, Kamala Harris.

Bilder einer Karriere: Kamala Harris strebt Präsidentenamt in den USA an

Mit dem Verzicht von Joe Biden auf die Kandidatur der Demokraten rückt seine Stellvertreterin Kamala Harris vor der US-Wahl 2024 in den Fokus.
Nachdem die Demokraten die Vizepräsidentin aufgestellt haben, hat Harris die Chance, als erste Frau in der Geschichte der USA das Präsidentenamt zu übernehmen. Damit wäre sie die mächtigste Frau der Welt.
Harris wurde am 20. Oktober 1964 in Oakland im Bundesstaat Kalifornien geboren. Ihr Vater war aus Jamaika in die USA eingewandert, um Wirtschaft zu studieren. Ihre Mutter, eine 2009 verstorbene Brustkrebsforscherin, kam aus Indien in die USA. Sie kam aus Indien und lernte Harris‘ Vater in den 60er Jahren in den USA kennen. 
Harris und ihre jüngere Schwester Maya wuchsen bei ihrer Mutter auf, zeitweise lebten sie im kanadischen Montreal. „Sie erzog uns zu stolzen, starken Schwarzen Frauen. Und sie hat uns beigebracht, unser indisches Erbe zu kennen und darauf stolz zu sein“, sagte Harris 2020 in einer Rede. Darin betonte sie auch, dass die USA einen Präsidenten brauchten, „der uns alle zusammenbringt – Schwarze, Weiße, Latinos, Asiaten, Indigene – um die Zukunft zu erreichen, die wir gemeinsam wollen“.
Bilder einer Karriere: Kamala Harris strebt Präsidentenamt in den USA an

Auf der Plattform X schrieb Vance: „Joe Biden war der schlechteste Präsident meines Lebens, und Kamala Harris hat ihn auf Schritt und Tritt begleitet.“ Er warf Harris vor, Bidens „Politik der offenen Grenzen und des grünen Betrugs“ mitzuverantworten und behauptete, die Vizepräsidentin habe „fast vier Jahre lang über Bidens geistige Fähigkeiten gelogen“. Er und der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump seien „bereit, Amerika zu retten, egal, wer an der Spitze der Demokraten steht“.

Nach Bidens Rückzug aus dem Wahlkampf will Harris die Ersatzkandidatin der Demokratischen Partei werden. Biden hat sie dafür vorgeschlagen. Die Entscheidung über die Kandidatur liegt am Ende aber bei Delegierten der Demokratischen Partei aus allen Bundesstaaten. (dpa/fmü)

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