Sonntagsfrage zur Bundestagswahl

Neue Umfrage: Merz‘ Union legt zu, Grüne verlieren – harter Kampf an der Fünf-Prozent-Hürde

  • Bedrettin Bölükbasi
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Der Wahlkampf zur Bundestagswahl läuft auf Hochtouren. In einer aktuellen Sonntagsfrage zeigt sich wenig Veränderung – das betrifft auch die FDP.

Berlin – Die Bundestagswahl 2025 am 23. Februar steht kurz bevor. Begleitet wird der Wahlkampf aktuell vor allem von der Debatte zur Migration. Dabei besonders im Fokus bei Umfragen: die Stimmanteile der Union und der AfD, die zwei Hauptakteure in der Diskussion um schärfere Migrationsgesetze. Im jüngsten Trendbarometer von RTL/ntv konnte die Union aus CDU und CSU leicht dazugewinnen. Die AfD hingegen blieb unverändert.

Bei den Parteipräferenzen gewinnt die Union mit Kanzlerkandidat Friedrich Merz demnach mit 29 Prozent gegenüber der Vorwoche einen Prozentpunkt hinzu. Die AfD unter Kanzlerkandidatin Alice Weidel hingegen blieb mit 20 Prozent unverändert auf dem Niveau der Vorwoche.

Friedrich Merz: Bierdeckel, Blackrock und schließlich Bundeskanzler

Friedrich Merz wurde am 11. November 1955 in Brilon geboren.
Luftbild des Gymnasiums Petrinum in Brilon, wo Friedrich Merz seine Schulzeit verbrachte und 1975 das Abitur ablegte.
Friedrich Merz studierte unter anderem an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Jura.
Friedrich Merz leistet seinen Wehrdienst von Juli 1975 bis September 1976 bei der Artillerietruppe der Bundeswehr in Kusel.
Friedrich Merz: Bierdeckel, Blackrock und schließlich Bundeskanzler

Umfrage zur Bundestagswahl 2025: Union gewinnt einen Prozentpunkt – AfD bleibt unverändert

Die Grünen verzeichneten laut dem Trendbarometer einen minimalen Rückgang ihres Stimmanteils. Demnach verloren die Grünen einen Punkt und schrumpften auf 14 Prozent. Die SPD, die sich kurz vor der Bundestagswahl mit Bundeskanzler und Kanzlerkandidat Olaf Scholz um eine Aufholjagd bemüht, blieb mit 16 Prozent unverändert.

Wie die Union verzeichnet die Linke ebenfalls einen Zuwachs von einem Punkt und landet somit auf sechs Prozent. Die Werte für die FDP und das Bündnis Sahra Wagenknecht bleiben mit jeweils vier Prozent unverändert. Somit müssen die Liberalen weiter um den Einzug in den Bundestag bangen. FDP-Chef Christian Lindner hatte zuletzt auf dem Parteitag gewarnt, dass man „auf der Kippe“ stehe.

FDP-Chef Christian Lindner weiß, dass die Partei vor der Bundestagswahl 2025 auf der Kippe steht.

Umfrage zur Bundestagswahl 2025: Merz bei Kanzler-Direktwahl an erstem Platz – Habeck folgt dicht

Könnten die Bundesbürger den Kanzler direkt wählen, würden sich aktuell 24 Prozent für Friedrich Merz entscheiden (+2 %). Robert Habeck folgt mit 23 Prozent, während Olaf Scholz 17 Prozent der Stimmen erhalten würde (+1 %). Alice Weidel liegt mit 15 Prozent um einen Punkt niedriger als in der Vorwoche. 21 Prozent der Wahlberechtigten würden keinen der genannten Kandidaten wählen.

Die Sitzverteilung im neuen Bundestag mit 630 Abgeordneten erfordert eine Mehrheit von mindestens 316 Sitzen. Rechnerisch hätte eine Koalition aus CDU/CSU und AfD mit 363 Mandaten die größte Mehrheit. Die Union hat jedoch mehrfach ausgeschlossen, mit der AfD zusammenzuarbeiten. Weitere rechnerische Mehrheiten ergeben sich für eine Koalition aus CDU/CSU und SPD (333 Mandate) sowie eine Koalition aus CDU/CSU und den Grünen (319 Mandate).

Die Linke wäre nach aktuellem Stand im Bundestag vertreten und findet insbesondere bei jungen Wählerinnen und Wählern großen Zuspruch. Das Bündnis Sahra Wagenknecht liegt aktuell unter fünf Prozent, und eine Mandatssicherung über Direktmandate erscheint nach bisherigen Landtagswahlergebnissen unwahrscheinlich.

ParteiUmfrage-Ergebnis in %
CDU/CSU29 (+1)
AfD20 (=)
SPD16 (=)
Grüne14 (-1)
Linke6 (+1)
BSW4 (=)
FDP4 (=)
Sonstige7 (-1)

Institut: Forsa. Erhebungszeitraum: 4-10. Februar 2025. Fallzahl: 2502 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: +/- 2,5 Prozentpunkte.

Bundestagswahl 2025: Umfragen sind keine Prognosen

Umfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang. Zudem ist stets ein statistischer Fehler von bis zu drei Prozentpunkten zu beachten (Fehlertoleranz).

Die Umfragen in Deutschland sind zuletzt recht genau ausgefallen. So lag die mittlere durchschnittliche Abweichung aller Institute bei der Bundestagswahl 2021 laut dem Internetportal Dawum bei 1,03 Prozentpunkten. Berücksichtigt wurden dabei all diejenigen Institute, die 30 Tage vor der Wahl eine Sonntagsfrage veröffentlicht hatten. (cs/bb)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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