Neue Wetterkarten

Wetter-Experte nach Betrachtung der November-Prognose erstaunt: „Das ist ungewöhnlich“

  • VonDominik Jung
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Ein ungewöhnlich langlebiges Hochdruckgebiet kontrolliert Deutschland seit Ende Oktober – und ein Ende ist nicht erkennbar. Experten mahnen vor den Folgen.

Frankfurt – Seit Ende Oktober hält ein stabiles Hochdruckgebiet das Wetter fest im Griff – und es könnte noch lange so bleiben. Bleibt uns das trockene Wetter vielleicht sogar bis Weihnachten erhalten? Die aktuelle Regensummenkarte ist wirklich erstaunlich.

„Eine derart lange Hochdrucklage im Herbst ist ungewöhnlich. Die Regensummenkarte bis Samstag (9. November) ist wirklich erstaunlich“, erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net. Er sieht darin ein Zeichen für eine Verschiebung der Wetterlagen, wie sie mit dem Klimawandel immer häufiger auftritt. Kühlere Luftmassen schaffen es derzeit kaum, sich durchzusetzen, und auch bis weit in den November hinein bleibt die Kälte aus.

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Die Prognosen zeigen keine großen Änderungen: Das Hoch bleibt bestehen und blockiert die Bewegung anderer Wettersysteme. Selbst bis Weihnachten könnte diese Wetterlage fortdauern – und das wäre alles andere als typisch für die Jahreszeit. Statt Nieselregen und Nebel gibt es trockene Witterung, was die Niederschlagsmengen weiter sinken lässt. Solche stabilen Hochdrucklagen könnten in Zukunft vermehrt vorkommen und die bisherigen Herbst- und Winterverläufe massiv verändern.

Was für eine Regensummenkarte - bis Samstag (9. November) werden in Deutschland weiterhin fast keine Niederschläge berechnet.

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Ein anhaltendes Hochdruckgebiet bringt nicht nur Sonnenschein: Langfristig drohen Wasserknappheit und Trockenheitsschäden, da wichtige Niederschläge ausbleiben. Besonders für die Natur, die im Herbst Wasser speichert, könnten die Auswirkungen gravierend sein. Zugleich empfinden viele Menschen diese Wetterlagen zunehmend als beunruhigend, weil sie an die Veränderungen durch den Klimawandel erinnern. Während ein „grünes“ Weihnachten denkbar wird, bleiben die Sorgen um stabile, extreme Wetterlagen bestehen.

Rubriklistenbild: © METEORED/www.daswetter.com

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