Weiße Pracht schon bald erwartet?
Wetter-Modell nennt genaues Datum: Experte ordnet Wahrscheinlichkeit für möglichen Winter-Einbruch ein
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Bereits zweimal ist in den Wetterkarten ein erster Wintereinbruch berechnet worden. Passiert ist bisher aber nichts. Doch wann kommt der erste Schnee denn nun?
Kassel – „Einzelne Wettermodelle zeigen immer wieder den Wintereinbruch, aber man sollte sich nicht zu früh darauf verlassen“, erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net. Was auf den ersten Blick für Schneeliebhaber vielversprechend aussieht, entpuppe sich nämlich oft als meteorologische Luftnummer.
Anfang November kündigte das europäische Wettermodell ECMWF laut Jung kalte Polarluft und Schneefall bis in tiefere Lagen an – doch dann kam nichts. Auch in der Woche ab dem 11. November: Wieder Winterprognosen, wieder keine weiße Pracht. Was ist los mit den Vorhersagen?
Zwischen Prognose und Realität: Warum die Wetter-Modelle sich irren
Der Grund, warum Winterankündigungen immer wieder ins Leere laufen, liegt laut dem Wetter-Experten in der Komplexität der Wettermodelle. „Kalte Luftmassen sind unberechenbar, und selbst kleinste Änderungen in der Atmosphäre können große Unterschiede machen“, so Jung. Die Modelle analysieren Luftströmungen, Druckgebiete und Feuchtigkeitsverhältnisse – doch die Atmosphäre ist dynamisch, und ihre Entwicklung lässt sich nur bedingt vorhersagen.
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Hinzu komme: Im Herbst sind die Temperaturgegensätze zwischen Arktis und Europa extrem, was die Modellgenauigkeit weiter erschwert. Der kleinste Shift in einem Hoch- oder Tiefdruckgebiet kann den Winter in letzter Sekunde zurückdrängen. Daher sei es nicht verwunderlich, dass die Vorhersagen alle paar Stunden hin und her springen. Teilweise von 20 cm Schnee in den höheren Lagen auf bis zu frühlingshafte 15 Grad und wieder zurück.
Wetter im November: Möglicher Winter-Einbruch erneut im Gespräch
Für die Woche um den 24. November setzen die Modelle erneut auf winterliche Szenarien: Schnee und Frost, vielleicht sogar bis in die tiefsten Lagen. Experte Dominik Jung mahnt aber zur Vorsicht. „Es gibt viel Spekulation, und Medien greifen die extremen Vorhersagen gern auf“, sagt er. Je kälter die Prognose, desto mehr Aufmerksamkeit ziehe sie auf sich – doch ob der Winter wirklich zuschlägt, zeigt sich erst in den letzten Tagen vor dem Ereignis. Trotzdem: Die Winterprognose für 2024/2025 ist heftig.
Aber könnte es diesmal klappen? Statistisch gesehen seien Wintereinbrüche Ende November zwar möglich, aber selten. Die Wahrscheinlichkeit, dass der erste Advent verschneit wird, sei niedrig – und dennoch, die Hoffnung stirbt zuletzt. Sollte die kalte Polarluft tatsächlich den Weg nach Deutschland finden, wäre der Winterstart ein Highlight. Bis dahin bleibt nur: Abwarten und weiter Wetterkarten checken.
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