Drohungen aus Moskau

Nuklear-Drohungen aus Russland – Medwedew will Kiew zu „Schmelzpunkt“ verwandeln

  • VonSimon Schröder
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Dmitri Medwedew droht gerne mit atomarer Vergeltung. Durch die Kursk-Offensive der Ukraine sehe er einen Einsatz von Atomwaffen gegen Kiew gerechtfertigt.

Moskau – Dmitri Medwedew droht dem Westen mit einem Atomkrieg. Der ehemalige russische Präsident betonte, keiner wolle einen atomaren Konflikt, doch Russlands Geduld habe ein Ende. „Wir sind in einer schlechten Situation, mit einem komplizierten Ausgang. Deshalb haben wir noch nicht die Entscheidung getroffen, nukleare Waffen einzusetzen“, wie Medwedew auf seinem Telegram Kanal schrieb.

Weiter schrieb der Vertraute von Russlands Autokraten Wladimir Putin, dass die Kursk-Offensive der Ukraine „als Voraussetzung gezählt werden kann, um sich für die Nutzung von Atomwaffen zu entscheiden“. Weiter sei eine solche Entscheidung im Einklang mit der russischen Abschreckungsdoktrin. Am Ende seines Telegram-Beitrags schrieb Medwedew: „Russland übt sich in Geduld, denn letztlich ist die nukleare Antwort eine äußerst schwierige Entscheidung mit unumkehrbaren Folgen.“

Medwedew mit Drohung gegen die Ukraine: die alte Leier gegen Kiew

Sollte Kiew im Ukraine-Krieg westliche Raketen, wie zum Beispiel die ATACMS der USA gegen Russland einsetzten, könne man Kiew auch ohne Atomwaffen in einen „riesigen Schmelzpunkt“ verwandeln, drohte Medwedew.

Stellvertretender Vorsitzender des Sicherheitsrates der Russischen Föderation, Dmitri Medwedew. Der Politiker zählt zu Wladimir Putins engsten Verbündeten und schießt gerne gegen den Westen.

Solche Drohungen aus Russland und gerade von Medwedew sind nichts Neues. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs fällt der russische Politiker immer wieder mit absurden Behauptungen und Propaganda im russischen Fernsehen und auf Telegram auf. Auch die Androhungen eines atomaren Krieges hört man aus Russland nicht zum ersten Mal.

Medwedew droht dem Westen seit Beginn des Ukraine-Kriegs

Im Mai dieses Jahres hatte Medwedew beispielsweise Polen mit „radioaktiver Asche“ gedroht – als Reaktion auf Aussagen des polnischen Außenministers Radosław Sikroski. Einige Wochen später betonte er erneut, die nuklearen Drohungen gegen den Westen seien kein Bluff, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete. Russland sei bereit taktische nuklear Waffen gegen die Ukraine einzusetzen. „Das ist kein Einschüchterungsversuch oder Bluff“, äußerte sich Medwedew damals.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Dmitri Medwedew war von 2008 bis 2012 Präsident von Russland und danach bis 2020 Ministerpräsident unter Wladimir Putin. Seit 2012 ist er außerdem Vorsitzender der Partei „Einiges Russland“ und seit 2020 stellvertretender Leiter des Sicherheitsrates der Russischen Föderation. Seit über 20 Jahren ist Medwedew ein enger Vertrauter Putins. Früher galt der Politiker als liberal, seit Beginn des Ukraine-Kriegs jedoch hat sich seine politische Einstellung geändert, wie Focus berichtet. Bisher sind Medwedews Drohungen jedoch lediglich Teil der Propagandastrategie Putins. (sischr)

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