Schwere Verluste
Russland startet chaotischen Angriff im Ukraine-Krieg – und scheitert
VonStefan Kriegerschließen
Ukrainische Truppen wehren einen russischen Angriff in der Ostukraine ab. Ein veröffentlichtes Video zeigt die Brutalität der Kämpfe.
Kiew – Von einer ukrainischen Brigade veröffentlichte Kampfaufnahmen zeigen angeblich, wie ein von Russland in der Nähe der Stadt Awdijiwka ausgelöster „Fleischsturm“ abgewehrt wird. Der russische Kriegsblogger Woschak Z erklärt den Begriff „Fleischsturm“ wie folgt: „Das ist ein Sturmangriff der Infanterie ohne Artillerieunterstützung, ohne die Unterdrückung des feindlichen Abwehrfeuers.“
Das Video wurde am Montag (13. November) von der 58. motorisierten Brigade, einer Formation der ukrainischen Bodentruppen, veröffentlicht. In dem Beitrag heißt es, Russland habe seinen Vorstoß im Morgengrauen gestartet und sei innerhalb weniger Stunden „in Schande“ geflohen.
Schwere Kämpfe um Awdijiwka im Ukraine-Krieg
Die Brigade war während der gesamten russischen Invasion des Landes, die im Februar 2022 begann, in der ostukrainischen Region Donezk aktiv. In der Nähe der Stadt Awdijiwka, die als Tor zum Gebiet Donezk bezeichnet wird, haben die Zusammenstöße an Intensität zugenommen.
Seit dem 10. Oktober hat Russland mit Tausenden von Soldaten sowie Panzern und gepanzerten Fahrzeugen versucht, die Stadt einzunehmen. Berichten zufolge haben die Moskauer Streitkräfte hohe Verluste an Truppen und Ausrüstung im Ukraine-Krieg erlitten. Russland soll rund 40.000 Soldaten für einen bevorstehenden erneuten Angriff auf die Stadt zusammengezogen haben.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine




„Nicht alle konnten entkommen – etwa fünfzig tote Angreifer blieben auf dem Schlachtfeld zurück“, wird zum veröffentlichten Video mitgeteilt. „Bei der Beseitigung der Besatzer erzielte die Brigade den größten Erfolg“, heißt es weiter.
Die von einer Drohne gefilmten Luftaufnahmen sind mit dramatischer Musik unterlegt und zeigen angeblich ukrainische Truppen, die mehrere russische Panzer und gepanzerte Fahrzeuge beschießen und dabei Rauchspuren hinterlassen. In einem Teil des Clips sind die verkohlten Überreste eines Fahrzeugs und ein in Flammen stehender Soldat zu sehen, der vom Schauplatz wegkrabbelt.
Das Nachrichtenportal Newsweek, das über den Vorfall berichtete, konnte nicht unabhängig nachprüfen, wann oder wo exakt das Material gefilmt wurde.
Krieg in der Ukraine: Kämpfe um Awdijiwka halten an
Russland rücke auch mit mehr Bodentruppen an. Dem Leiter der Militärverwaltung der umkämpften ostukrainischen Stadt Awdijiwka zufolge ist in der Stadt kein einziges Gebäude mehr intakt – von den 32.000 Einwohnern aus der Vorkriegszeit seien nur noch gut 1500 in der Stadt verblieben. Die Evakuierung der restlichen Bevölkerung sei im Gange, sagte Witaly Barabasch.
Der Bürgermeister von Awdijiwka befürchtet eine mögliche „dritte russische Angriffswelle“. Die russischen Streitkräfte formierten sich neu, erklärte Witali Barabasch. Der Feind sei dabei, „seine Reserven aufzufüllen, sowohl an Material als auch an Personal“. (skr)
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