„Weitere Jets angekommen“

Zusätzliche F-16-Kampfjets im Ukraine-Konflikt: Keine Zustellung aus den USA

  • VonLea Winkler
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Die F-16-Kampfjets kommen im Ukraine-Konflikt bei russischen Luftschlägen zum Einsatz. Die jüngste Lieferung der Flugzeuge kam aus Europa.

Washington, D.C./Kiew – Mitte März verkündete der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erfreut: „Weitere F-16-Jets sind in der Ukraine angekommen.“ Doch über die genaue Anzahl und die Herkunft der Flugzeuge, die nun um Ukraine-Krieg gegen Russland kämpfen, machte er keine Angaben. Bei einer Anhörung des Streitkräfteausschusses des US-Senats am Donnerstag (3. April) stellte Viersterne-General und Nato-Kommandeur Christopher Cavoli jedoch klar: Keine der gelieferten F-16 wurden von den USA entsendet.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Gelieferte F-16-Kampfjets nicht aus den USA: Europäische Staaten unterstützen Ukraine

„Sie kamen hauptsächlich aus nordeuropäischen Ländern: den Niederlanden und Dänemark“, erklärte Cavoli. Er bestätigte zudem, dass die Kampfjets im Ukraine-Krieg bereits täglich im Einsatz seien. Weitere Maschinen sollen folgen. Mehrere europäische Staaten unterstützen die Ukraine mit F-16-Kampfjets. Die Niederlande spielen dabei eine bedeutende Rolle. Sie haben eine Bereitstellung von 24 Maschinen zugesagt. Auch Dänemark, Norwegen und Belgien haben sich verpflichtet, F-16 zu liefern, berichtete die Kyiv Independent.

Nach der Ankündigung der belgischen Regierung, F-16-Kampfflugzeuge an die Ukraine zu liefern, soll es aber zu einer „Form von ‚Belgien Bashing‘ (Verunglimpfung Belgiens) durch Desinformationskampagnen“ aus Russland gekommen sein, erklärte SGRS-Leiter und Generalmajor Stéphane Dutron gegenüber der Nachrichtenagentur Belga. Russlands Ziel sei es, „einen Teil der Bevölkerung dazu zu bringen, zu sagen: Wir müssen damit aufhören, wir sind bedroht, wenn Belgien diese Flugzeuge liefert“, so Dutron.

DIe Ukraine hatte zuletzt weitere F-16-Kampfjets erhalten. Jedoch nicht aus den USA. (Symbolbild von F-16-Jets).

F-16-Kampfjets im Ukraine-Krieg: Weitere Unterstützung vermutlich aus Europa

Die USA bilden ukrainische Soldaten für den Betrieb der F-16-Kampfjets im Ukraine-Krieg mit dem nötigen Know-how aus. Eine Lieferung der begehrten Kampfjets aus den USA bleibt aber ein heißes Eisen. Ende März erklärte Präsident Selenskyj auf einer Pressekonferenz, dass US-Präsident Donald Trump ihm zugesichert habe, weitere F-16 seien auf dem Weg – vermutlich aus Europa.

Selbst wenn die Kampfjets tatsächlich aus europäischen Ländern stammen, bleibt die entscheidende Rolle der USA unbestreitbar. Denn die F-16, das Flaggschiff des US-Rüstungsriesen Lockheed Martin, wird in South Carolina gefertigt. Ohne das grüne Licht der US-Regierung wären die Jets aus amerikanischer Produktion überhaupt nicht in die Ukraine geliefert werden können. (lw)

Rubriklistenbild: © IMAGO/ROB ENGELAAR / ANP