Proteste im Südwesten
Demos gegen rechts: Rund 80.000 Teilnehmer in Baden-Württemberg am Samstag
VonJosefine Lenzschließen
Zehntausende Menschen gehen am Wochenende auf die Straße, um gegen rechts zu demonstrieren. Allein in Baden-Württemberg haben am Samstag rund 80.000 Menschen protestiert.
- Demo gegen rechts: Überall in Deutschland gehen Menschen auf die Straße, um gegen Rechtsextremismus und die Pläne der AfD zu protestieren.
- In Baden-Württemberg fanden am Samstag mindestens acht Kundgebungen statt, unter anderem in Stuttgart, Freiburg und Karlsruhe.
- Auch für die kommenden Tage sind weitere Demo-Züge angekündigt.
Bei Demos gegen rechts in mehreren baden-württembergischen Städten haben am Samstag Zehntausende Menschen protestiert. Unterstützt wurden die Aufrufe zum Demonstrieren vielerorts von großen gesellschaftlichen Bündnissen, an denen sich neben SPD, Grünen und Linken sowie Kirchen und Gewerkschaften etwa auch Kultureinrichtungen und Fußballvereine beteiligen.
Rund 80.000 demonstrierten am Samstag gegen rechts: Weitere Protestaktionen am Sonntag geplant
Sonntag, 10:40 Uhr: Auch am Sonntag finden in Baden-Württemberg mehrere Protestaktionen gegen rechts statt. Unter anderem soll es eine Kundgebung in Stuttgart geben, demonstriert wird auch in Freiburg und Baden-Baden.
Wie die „dpa“ schreibt, sollen am Samstag im Südwesten nach Angaben von Polizei und Veranstaltern rund 80.000 Menschen demonstriert haben. Überall kamen deutlich mehr Menschen als zuvor erwartet. Auch in der bevorstehenden Woche sind weitere Protestaktionen geplant. Am Dienstag gibt es einen Demozug gegen rechts durch Heilbronn.
Demo gegen rechts im Newsblog: Zehntausende Teilnehmer bei Kundgebungen in Baden-Württemberg
Samstag, 17:18 Uhr: Auch in Heidelberg versammeln sich über 7.000 Menschen, um gegen Rechtsextremismus und die AfD zu demonstrieren. In Pforzheim waren an der Spitze rund 3.000 Menschen an der Demo beteiligten. Laut Polizeiangaben blieb es in beiden Städten friedlich.
Samstag, 17:05 Uhr: Zusammen mit den Teilnehmern aus Ulm, Karlsruhe, Heidelberg, Pforzheim und Freiburg sowie Stuttgart sind über 65.000 Menschen am Samstag in Baden-Württemberg auf die Straße gegangen. Da auch in anderen Städten Demos stattgefunden haben, wird die Gesamtzahl der Teilnehmer sogar noch deutlich höher ausfallen.
Demo gegen Rechtsextremismus: 20.000 Menschen versammeln sich in Stuttgart
Samstag, 17 Uhr: Unter dem Motto „Alle zusammen gegen die AfD“ haben sich in Stuttgart nach Angaben der Polizei Tausende Menschen zu einer Demonstration gegen rechts versammelt. Erwartet wurden am Samstag 2.000 Teilnehmer, es seien aber „viel mehr als angekündigt“, sagte ein Polizeisprecher.
Der Veranstalter - das Bündnis Stuttgart gegen rechts - schätzte die Teilnehmer auf 20.000 Menschen. Die Polizei äußerte sich zur Zahl der Teilnehmer nicht, ein Sprecher hielt die geschätzten Angaben des Veranstalters zu Hochzeiten jedoch für realistisch. Auch am Sonntag findet in Stuttgart eine Demo statt.
Demo in Stuttgart: Menschenmeer am Schlossplatz zieht Richtung Innenstadt
Samstag, 16:16 Uhr: In Stuttgart droht ein Verkehrschaos, denn die Kundgebung am Schlossplatz ist laut Polizei vorbei. „Von dort startet ein Aufzug durch die Innenstadt. Die Strecke führt über Marktplatz, Rotebühlplatz auf den City-Ring bis zurück zum Schlossplatz. Bitte umfahrt den Bereich!“, so die Beamten auf der Plattform „X“.
In Ulm haben sich am Samstag ebenfalls zahlreiche Menschen versammelt. Laut Polizei wurde die Teilnehmerzahl auf 8.000 bis 10.000 geschätzt. „Der Münsterplatz ist bis oben hin voll“, sagte ein Polizeisprecher. Die Versammlung verlief demnach zunächst friedlich. Der Ring politischer Jugend Ulm hatte zu der Kundgebung mit dem Motto „Gegen Hass und Hetze der AfD. Für unsere Demokratie“ aufgerufen.
Demo gegen rechts: 20.000 Menschen versammeln sich in Karlsruhe
Samstag, 15:57 Uhr: Geschätzte 20.0000 Menschen haben sich in Karlsruhe nach Bekanntwerden eines Treffens von Rechtsextremen mit Politikern der AfD und CDU versammelt. Das sagte ein Polizeisprecher. Die Versammlung verlief demnach störungsfrei. Ein Demozug war durch die Innenstadt gegangen und hatte sich anschließend wieder am Marktplatz versammelt. Als der erste Teil des Zuges nach rund 1,5 Kilometern wieder ankam, stand der Schluss den Angaben nach immer noch am Platz.
Bilder zeigen Menschen-Andrang bei Demos gegen rechts: Zehntausende protestieren




Zahlreiche Kundgebungen in Baden-Württemberg: Friedliche Demo in Freiburg
Samstag, 14:20 Uhr: Rund 5.000 Menschen sind in Freiburg gegen Rechtsextremismus auf die Straße gegangen. Die Demo am Samstag sei friedlich über die Bühne gegangen, sagte ein Polizeisprecher. Unter dem Motto „Gegen den Hass“ wurde die Demo von den „Omas gegen rechts“ organisiert. Eine geplante Menschenkette war den Angaben zufolge nicht wirklich sichtbar, weil sich so viele Teilnehmer auf dem Platz versammelt hatten.
Während die Demo in Freiburg fertig ist, startet gegen 14 Uhr die Kundgebung in Stuttgart. Tausende Menschen versammeln sich am Schlossplatz. Die Polizei bittet den Bereich zu umgehen, wenn man nicht zur Demo möchte.
In #Mitte sind wir heute wegen einer Kundgebung im Einsatz. Auf dem Schlossplatz haben sich einige Tausend Menschen versammelt. Besucher in der Innenstadt, die nicht zur Versammlung möchten, bitten wir, den Bereich Schlossplatz zu umgehen. #s2001 Eure #Polizei #Stuttgart
— Polizei Stuttgart (@PP_Stuttgart) January 20, 2024
Demos gegen rechts in Baden-Württemberg: Karte zeigt, wo Kundgebungen geplant sind
Erstmeldung von Samstag, 20. Januar, 10:25 Uhr: Unter anderem ruft ein Bündnis in Heidelberg zu einer Kundgebung auf (15 Uhr), es wird nach Angaben der Stadt von Freitag mit 3.000 Menschen gerechnet. In Karlsruhe (12:30 Uhr) sind rund 1.000 Teilnehmer angemeldet, in Pforzheim (15 Uhr) und auch in Ulm (15:30 Uhr) sollen es nach Angaben der Stadt jeweils „weit mehr als 1.000 Teilnehmer“ werden. Weitere Aktionen sind unter anderem geplant in Offenburg und Überlingen (beide 11 Uhr) sowie in Freiburg (12:30 Uhr).
Demo gegen rechts: Zwei Kundgebungen in Stuttgart geplant
Auch in Stuttgart wird nach Angaben eines Stadtsprechers am Samstag und Sonntag gegen rechts demonstriert. Unter dem Motto „Alle zusammen gegen die AfD“ ruft ein Bündnis am Samstag (14 Uhr) die Menschen auf die Straße. Angemeldet wurden etwa 1.000 Menschen.
Am Sonntag wird in der Landeshauptstadt mit 700 Menschen gerechnet, auch Wissenschaftsministerin Petra Olschowski (Grüne) wird dort nach Angaben ihres Hauses sprechen. Auch in anderen Bundesländern haben in den vergangenen Tagen Zehntausende bei Kundgebungen demonstriert.
Demo gegen rechts: Hintergründe und Anlass der Kundgebungen
Ausgelöst wurden die Proteste durch Berichte des Medienhauses „Correctiv“ über ein bis dahin nicht bekanntes Treffen von Rechtsradikalen mit Politikern von AfD und CDU in einer Potsdamer Villa vom 25. November. Der frühere Kopf der rechtsextremen Identitären Bewegung in Österreich, Martin Sellner, hatte dort nach eigenen Angaben über „Remigration“ gesprochen.
Wenn Rechtsextremisten den Begriff verwenden, meinen sie in der Regel, dass eine große Zahl von Menschen ausländischer Herkunft das Land verlassen soll - auch unter Zwang.
Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/Julian Weber


