Verkehrsunfälle am Mittwochmorgen
Glätte überrascht Baden-Württemberg: Mehr als 1000 Unfälle – volle Notaufnahmen
VonJuliane Reyleschließen
Mehr als 1000 Unfälle in Baden-Württemberg, das ist die Bilanz der Polizei nach Blitzeis und Glätte am Mittwochmorgen. Es gibt zahlreiche Verletzte.
Teilweise spiegelglatte Straßen machten den Autofahrern in weiten Teilen des Südwestens zu schaffen. Besonders betroffen waren der Ostalbkreis, der Rems-Murr-Kreis und der Landkreis Schwäbisch Hall, wie die „Deutsche Presse-Agentur“ (dpa) berichtet. Aber auch in Heilbronn kam es zu über 150 Unfällen in den frühen Morgenstunden, wie echo24.de bereits mitteilte, sowie in im Raum Ludwigsburg und Stuttgart.
Die aktuelle Lage im Überblick:
- Mehr als 1000 Unfälle in Baden-Württemberg
- Zahlreiche Verletzte sorgen für volle Notaufnahmen
- Stuttgart ruft außergewöhnliche Einsatzlage aus
1000 Unfälle wegen Glatteis: Polizei zählt mehrere Verletzte in Baden-Württemberg
Die Polizei zählte am Mittwochmorgen in Baden-Württembergs rund 1000 Unfälle. Mehrere Menschen wurden verletzt, wie die Beamten mitteilten. Allein im Rems-Murr-Kreis ereigneten sich bis zum Vormittag 154 Unfälle, im Kreis Schwäbisch Hall waren es 47 und im Ostalbkreis registrierte die Polizei 58 Unfälle. Bei zehn Unfällen wurden Personen leicht verletzt, eine genaue Zahl der Verletzten liegt noch nicht vor. Für die Landeshauptstadt wurde eine sogenannte außergewöhnliche Einsatzlage ausgerufen, damit weitere Einheiten des Katastrophenschutzes eingesetzt werden können.
Die Notaufnahmen müssen aufgrund zahlreicher Glätte-Unfälle am Mittwochvormittag viele Patienten behandeln. Eine Sprecherin der SLK Kliniken in Heilbronn sprach von einem massiven Patientenaufkommen in den Notaufnahmen, wie „dpa“ berichtet. Auch am Klinikum Stuttgart waren am Morgen deutlich mehr Behandlungen notwendig als sonst üblich. Alleine am Morgen seien rund 50 Patienten in der Notaufnahme behandelt worden, sagte ein Sprecher der Klinik gegenüber der „dpa“. Normalerweise würden rund 80 Patienten am ganzen Tag behandelt.
Weiterhin Warnung vor Glätte in Baden-Württemberg: Autofahrer sollten aufpassen
Die Polizei warnt weiterhin vor Glätte und überfrierender Nässe. Autofahrer sollten langsam und vorausschauend fahren und nicht plötzlich bremsen: „Das sind Bedingungen, die verzeihen einem einfach weniger“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums in Aalen. Nicht nur im Straßenverkehr, sondern auch am Flughafen in Stuttgart kam es zu Verspätungen aufgrund der Wetterbedingungen und Glätte, wie dpa am Morgen mitteilte.
Weiterhin glatte Straßen in Baden-Württemberg: So geht es weiter
Dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge kann es im Südwesten und anderen Regionen Deutschlands weiterhin zu Glatteis kommen. Grund dafür ist eine Warmfront, die Regen und Sprühregen mit sich bringt. Fällt dieser auf die aktuell kalten Böden, kann er gefrieren und Glatteis bilden.
Fußgänger sowie Auto- und Fahrradfahrer sollten demnach achtsam sein und nicht notwendige Aufenthalte im Freien gegebenenfalls vermieden werden. Es könne zu Straßensperrungen und erheblichen Beeinträchtigungen kommen. Im Tagesverlauf rechnete der Wetterdienst zuletzt aber mit einer Entspannung der Wetterlage.
Hoher Schaden durch Glätte-Unfälle am Mittwochmorgen
Mehr als 200 Unfälle mit einem geschätzten Schaden von etwa einer Million Euro gab es laut Polizei auf den Straßen der Landkreise Reutlingen, Tübingen, Esslingen und Zollernalb innerhalb von knapp fünf Stunden.
Mehrere Menschen wurden verletzt, meist blieb es nach ersten Erkenntnissen aber bei Sachschäden. „Ich habe so etwas noch nie selbst erlebt“, sagte ein Polizeisprecher in Reutlingen. „Der Regen ist auf der Windschutzscheibe sofort gefroren.“
Für Aufregung sorgte vor allem eine Massenkarambolage auf der eisglatten Bundesstraße 27 in Hechingen (Zollernalbkreis) am Morgen, wie die „dpa“ berichtet. Dabei krachten nach Polizeiangaben mehr als zwei Dutzend Autos aufeinander, zwei Menschen wurden nach ersten Informationen leicht verletzt. Bei einem weiteren Serienunfall auf der Kreisstraße 3284 bei Aalen fuhren zehn Autos in einer langen Unfallkette auf. Zwei Menschen wurden verletzt.
Beim Zusammenstoß eines Linienbusses mit einem Auto in Ettenheim (Ortenaukreis) wurden neun Menschen verletzt. Polizeiangaben zufolge stießen beide Fahrzeuge am Morgen auf einer Kreuzung zusammen. Die beiden Männer im Auto verletzten sich schwer und kamen in ein Krankenhaus, sieben Fahrgäste im Bus verletzten sich leicht. Die Unfallursache war zunächst unklar. Glätte könne aber nicht ausgeschlossen werden, sagte ein Polizeisprecher.
Glätte-Unfälle sorgen für Stau in Baden-Württemberg
Glatteis behinderte auch den Verkehr auf der A8 bei Pforzheim. In Fahrtrichtung Karlsruhe brauchten Autofahrer viel Geduld: Einer Polizeisprecherin zufolge staute sich der Verkehr zwischen Heimsheim und Pforzheim-West auf einer Länge von 18 Kilometern.
Grund sei ein Glatteisunfall, bei dem zwischen den Anschlussstellen Pforzheim-Nord und Pforzheim-West am frühen Morgen drei Lastwagen und vier Autos ineinander gefahren waren. Dabei sei ein Mensch verletzt worden.
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