Spinne verbreitet sich immer weiter
Nosferatu-Spinne breitet sich in Baden-Württemberg weiter aus – jetzt „heimisch“
VonJulia Cuprakowaschließen
Die Nosferatu-Spinne hat sich in den vergangenen Jahren in Baden-Württemberg immer weiter ausgebreitet. Mittlerweile gilt die Spinne unter Experten als heimisch.
Die Nosferatu-Spinne hat wohl jeder schon einmal in seinem Haus oder seiner Wohnung gesehen. Die relativ großen Spinnen mit den dicken, langen Beinen verstecken sich gerne in dunklen Ecken und hinter Wandbildern. In Baden-Württemberg sind die Nosferatu-Spinnen laut Experten inzwischen heimisch.
Die ursprünglich invasive Art aus dem Mittelmeerraum habe sich im Südwesten etabliert, sagte Hubert Höfer, Wissenschaftler am Naturkundemuseum Karlsruhe. Wichtige Merkmale, um von einer Etablierung sprechen zu können, seien die eigene Fortpflanzung und der Erfolg im Ökosystem. Die Nosferatu ist nicht die einzige Spinne, die sich in Deutschland ausbreitet, aber vermutlich die harmloseste. Wie echo24.de bereits berichtete, sind auch Gift-Spinnen in Deutschland zu finden.
Nosferatu-Spinne in Baden-Württemberg nun heimisch – besonders im Rheintal stark verbreitet
Allerdings hält sich die Spinne nicht nur in der Wohnung auf, wie die „dpa“ berichtet. Immer häufiger wird der Nosferatu in Baden-Württemberg auch im Freien gesichtet. Nachdem die Tiere zunächst vor allem in Gebäuden gemeldet wurden, finden sie sich nun unter anderem auch in Parks oder unter der Rinde von Platanen, so der Experte. Ob dadurch andere Tierarten verdrängt oder gefährdet werden, müsse noch untersucht werden.
Grund für die weitere Ausbreitung sind laut Höfer die höheren Temperaturen der vergangenen Sommer. Besonders viele Spinnen gebe es im Rheintal. Weniger verbreitet sind die Tiere im Hochschwarzwald und im Osten Baden-Württembergs.
Invasive Spinne beißt nur bei Bedrohung – Gift mit Wespenstich vergleichbar
Die Nosferatu-Spinne (Zoropsis spinimana) ist eine der größten Spinnen Deutschlands und eine der wenigen, deren Biss die menschliche Haut durchdringen kann. Die Symptome eines Bisses werden als vergleichbar mit einem Wespenstich beschrieben. Die Spinne beißt jedoch nur sehr selten und nur bei direkter Bedrohung. Für Menschen besteht also kein großes Risiko, gebissen zu werden, solange die Spinne sich nicht gestört fühlt. Für Haustiere, wie Hund und Katze, kann der Biss jedoch sogar zu einer Lebensgefahr werden.
Wer eine Nosferatu-Spinne in den eigenen vier Wänden sieht, sollte Ruhe bewahren, rät Höfer: „Wir haben Spinnen in allen Häusern und Wohnungen. Die Tiere würden uns das Leben nicht schwer machen, so der Experte. Wer sich von der Spinne gestört fühlt, könne sie einfach ins Freie setzen.“
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