Über Verkehrsinsel geschanzt
Glatte Straßen, falsche Reifen: Erste Schnee-Unfälle in Baden-Württemberg
VonJosefine Lenzschließen
Am Sonntag ereignen sich in Baden-Württemberg die ersten Schnee-Unfälle. Gleich drei Autofahrer verlieren die Kontrolle auf glatter Fahrbahn.
Vor ein paar Tagen sind die ersten Schneeflocken vom Himmel gefallen, zunächst nur auf dem Feldberg. Doch mittlerweile hat es auch in weiteren Teilen Baden-Württembergs geschneit. Für viele Winterfans geht bei diesem Anblick das Herz auf und die ersten Reiseziele werden schon einmal im Kalender eingetragen.
Doch so schön eine weiße Landschaft auch ist, so tückisch kann sie sein. Am Montag müssen mehrere Polizeireviere aus Baden-Württemberg die ersten Winter-Unfälle im Land vermelden. Alle Zusammenstöße haben dabei zwei Sachen gemeinsam: Die Schadenshöhe und fehlende Winterreifen!
Erste Schnee-Unfälle in Baden-Württemberg: Autofahrerin prallt gegen Ampelmast
Ein Unfall ereignete sich am Sonntagabend gegen 17:50 Uhr in der Nähe von Laichingen. Laut dem Polizeipräsidium Ulm stand eine 30-jährige VW-Fahrerin an einer roten Ampel als sich eine 24-jährige Autofahrerin näherte. Die junge Fahrerin hatte noch Sommerreifen an ihrem Wagen angebracht und konnte auf der schneeglatten Landstraße nicht mehr rechtzeitig bremsen.
Das Auto prallte gegen den VW, schleuderte anschließend über eine Verkehrsinsel und krachte gegen einen Ampelmast. Verletzt wurde zum Glück niemand, der Sachschaden belief sich jedoch auf knapp 15.000 Euro.
Schnee-Unfall in Baden-Württemberg: Auto schanzt über zwei Verkehrsinseln
Nur zehn Minuten später krachte es bei Heroldstatt. Ein Fiat-Fahrer wollte nach rechts abbiegen, rutsche jedoch auf winterglatter Fahrbahn gerade über die Straße hinaus. Auch er hatte noch nicht die Reifen gewechselt und fuhr mit Sommerrädern.
#Winterreifen
— Polizei Ulm (@PolizeiUL) November 13, 2023
Glatte Straßen erkennt man oft erst sehr spät. Gerade deshalb ist es wichtig die richtigen #Reifen montiert zu haben ☝️ Gestern Abend kam ein #Fiat-Fahrer wegen der Witterung ins rutschen & schanzte über 2 Verkehrsinseln. Er blieb unverletzt.https://t.co/xG8nY5U0Yu pic.twitter.com/kHkalPauZQ
Das Auto schanzte über zwei Verkehrsinseln und drehte sich. Schließlich blieb es auf dem Dach liegen. Auch hier kam der 31-jährige Fahrer mit einem Schrecken davon. Am Auto entstand jedoch ein Totalschaden in Höhe von 15.000 Euro.
Auch in Villingen-Schwellingen ereignete sich am Sonntag ein Unfall. Gegen 14:30 Uhr verlor ein 20-Jähriger die Kontrolle über seinen Golf GTI. Er prallte gegen einen VW Crafter. Auch hier entstand ein Schaden in Höhe von 15.000 Euro und es fehlten die Winterreifen!
Unfälle wegen Schnee in Baden-Württemberg: Falsche Reifen werden mit Bußgeld bestraft
Die Polizei Ulm weist darauf hin, dass bei winterlichen Straßenverhältnissen wie Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte nicht mit Sommerreifen gefahren werden darf. „Diese Regelung ist nicht an eine bestimmte Jahreszeit oder an bestimmte Monate gebunden, sondern gilt situativ“, so die Beamten. Übrigens: Beim Reifenwechsel sollten Autofahrer eine Regel beachten!
Wer mit falschen Reifen erwischt wird, dem droht folgendes Bußgeld:
- Ein Verstoß wird mit einer Geldbuße in Höhe von 60 Euro und einem Punkt in Flensburg geahndet.
- Bei einer Behinderung des Verkehrs aufgrund falscher Reifen bei winterlichen Wetterverhältnissen erhöht sich das Bußgeld auf 80 Euro und einen Punkt.
- Noch teurer wird es bei Gefährdungen und Unfällen.
Die Beamten appellieren an Autofahrer, bei glatten Straßen vorausschauend und mit angepasster Geschwindigkeit zu fahren. „Wenn Sie unterwegs vom Eisregen überrascht werden, sollten Sie lieber eine Pause einlegen und dort im Zweifel auf den Streudienst warten“, heißt es in einer Pressemitteilung.
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