Mehr Geld, weniger Inhalt
Schluss mit Mogelpackungen beim Einkauf? Neues Gesetz soll „Shrinkflation“ stoppen
VonMichaela Ebertschließen
Weniger Inhalt, gleicher Preis: Die Zahl der Mogelpackungen ist zuletzt bei Supermärkten wie Lidl, Kaufland und Co. drastisch gestiegen. Nun soll ein neues Gesetz Verbraucher schützen.
Wer kennt es nicht: Die riesige Chips-Packung wird voller Vorfreude aufgerissen – und alles, was einem entgegenblickt, ist gähnende Leere. Besonders seit dem vergangenen Jahr scheint bei einigen Herstellern weniger mehr zu sein – Verbraucher ärgern sich derweilen über Mogelpackungen bei beliebten Supermärkten wie Lidl, Kaufland und Co.
„Shrinkflation“ nennt sich das Phänomen, welches dafür sorgt, dass sich die bestätigte Zahl der Mogelpackungen im Jahr 2022 vom ersten auf das zweite Halbjahr nahezu verdoppelt hat. Hersteller begründen dies mit gestiegenen Energiekosten, umweltfreundlicheren Verpackungen und natürlich der Inflation.
Immer mehr Mogelpackungen in Supermärkten: Kunden zahlen gleichen Preis für weniger Inhalt
Weil Supermärkte eher ungern die Preise erhöhen, sehen sich die Hersteller zu der Mengenreduzierung gezwungen, erklärt Armin Valet, Experte der Verbraucherzentrale Hamburg, gegenüber dem „Handelsblatt“. Doch mit den Tricks der Hersteller könnte schon bald Schluss sein.
„Shrinkflation“ - Wortspiel zur Verpackungsmogelei
„Shrinkflation“ ist ein Wortspiel, welches sich aus dem englischen Wort „to shrink“ und „Inflation“ zusammensetzt. „To shrink“ bedeutet so viel wie „schrumpfen“.
„Mogelpackungen sind ein großes Ärgernis. Hier werden die Verbraucherinnen und Verbraucher in die Irre geführt“, erklärte die Grünen-Politikerin Steffi Lemke am Samstag gegenüber Wirtschafts- und Finanzzeitung. „Dem möchte ich einen Riegel vorschieben.“ Die Ministerin fordert deshalb klare Regeln im Kampf gegen Mogelpackungen.
Schluss mit Mogelpackungen: Neuer Gesetzentwurf zum Verbraucherschutz vorgelegt
„Gleichbleibend große Verpackungen bei verringertem Inhalt“ sollen demnach in Zukunft unzulässig sein. Gleiches gelte auch, wenn die Inhaltsmenge zwar gleich bleibt, sich die Verpackung aber vergrößert wird. Dabei weist Lemke gleich auf zwei Probleme hin: „Solche Praktiken sind sowohl aus Sicht des Verbraucherschutzes als auch aus Sicht der Abfallvermeidung problematisch.“
Derzeit unterliegen Unternehmen bei Verpackungsgrößen und Füllmengen jedoch fast keinen Normen – lediglich ein winziges Symbol weist den Kunden auf die Preisfalle hin. Doch Verbraucher können aufatmen: Wie die Regierung beschlossen hat, muss ein neues Gesetz her. Der Entwurf zur Novellierung des Verpackungsgesetzes durchlaufe bereits die regierungsinterne Ressortabstimmung, wie das „Handelsblatt“ berichtet.
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