Landkreis Karlsruhe besonders betroffen
Überflutete Straßen und verletzte Helfer: Erste Bilanz nach heftiger Unwetter-Nacht
VonLisa Kleinschließen
Heftige Gewitter inklusive Starkregen haben sich in der Nacht auf Mittwoch über Baden-Württemberg gebildet. Vor allem den Landkreis Karlsruhe hat es besonders schlimm getroffen. Ein Überblick.
- Feuerwehr und THW sind im Kreis Karlsruhe im Dauereinsatz und kämpfen gegen das Hochwasser an dem Fluss Saalbach.
- In Karlsruhe, Bruchsal, Bretten, Gondelsheim und Karlsdorf-Neuthard hat der Starkregen zu Überschwemmungen geführt.
- Im Landkreis Karlsruhe rückt die Feuerwehr in der Nacht zu mindestens 800 Einsätzen aus.
Nach den extrem heißen Tagen haben sich am Dienstagabend heftige Gewitter gebildet – begleitet von Sturm und Starkregen. Der Deutsche Wetterdienst hat vorab eine Unwetter-Warnung für ganz Baden-Württemberg ausgesprochen. Während manche Regionen mit dem Schrecken davon gekommen sind, hat es andere so richtig erwischt. Straßen sind überflutet, Keller vollgelaufen, Bäume sind umgestürzt, Helfer wurden verletzt. Die Unwetter-Nacht im Überblick.
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Unwetter treffen Landkreis Karlsruhe besonders heftig – mindestens 800 Einsätze in der Nacht
Um die Unwetter-Einsätze im Landkreis Karlsruhe übergreifend koordinieren zu können, hat die Feuerwehr in der Nacht eine „außergewöhnliche Einsatzlage“ ausgerufen. Die Karlsruher Polizei hat die Bevölkerung gebeten, auf nicht dingliche Fahrten in der Nacht zu verzichten. Die Einwohner sollen im Haus bleiben.
Bis Mitternacht hat die Feuerwehr im Landkreis Karlsruhe bereits mehr als 500 Einsätze abgearbeitet, weitere 300 Einsätze waren zu dem Zeitpunkt noch offen, wie der Kreisfeuerwehrverband in der Nacht mitteilte.
Wie die Polizei am Morgen mitteilt, ist die Telefonanlage der Polizei im Nördlichen Landkreis Karlsruhe gestört. Betroffen sind die Polizeireviere Bretten, Bruchsal, Bad Schönborn und Philippsburg sowie die dazugehörigen Polizeiposten und das Kriminalkommissariat Bruchsal – alle sind derzeit nicht erreichbar. Techniker arbeiten an der Behebung. Die 110 ist weiterhin erreichbar.
Hochwasser im Landkreis Karlsruhe: Feuerwehr und THW im Einsatz – Sandsäcke aufgestellt
Die heftigen Regenfälle haben zu Hochwasser an dem Fluss Saalbach im Kreis Karlsruhe geführt. Nach heftigen Gewittern und Überflutungen sind Feuerwehr, Polizei und Rettungskräfte im Landkreis Karlsruhe im Dauereinsatz. Neben Gondelsheim und Bruchsal rückt auch Karlsdorf-Neuthard in den Fokus von Feuerwehr und Technisches Hilfswerk (THW).
Zum Schutz eines Wohngebietes des Ortsteils Karlsdorf seien Sandsäcke am Entlastungskanal des Saalbachs verbaut worden, teilte der Kreisfeuerwehrverband des Landkreises Karlsruhe mit.
Überflutungen in Teilen von Bruchsal: Bevölkerung gewarnt – Helfer verletzt
In Bruchsal im Landkreis Karlsruhe ist aufgrund zunächst steigender Pegel die Altstadt des Stadtteils Heidelsheim überflutet worden. Zwischenzeitlich habe das Wasser bis zu 1,50 Meter hoch gestanden, teilte die Feuerwehr mit. Nach Angaben der Hochwasserzentrale erreichte der Fluss Saalbach am Pegel Bruchsal gegen 2:30 Uhr mit gut 2,13 Metern den höchsten Stand. Dieser lag demnach knapp über der Marke für ein sogenanntes 100-jährliches Hochwasser von 2,10 Metern.
„Über die Warn-App Nina wurde die Bevölkerung aufgefordert, Untergeschosse und Erdgeschosse in bestimmten Bereichen zu räumen und höhere Geschosse aufzusuchen“, teilte die Feuerwehr mit. Zwei Helfer aus der Bevölkerung wurden den Angaben nach verletzt – wie schwer, war zunächst unklar. Inzwischen fließe das Wasser in Heidelsheim bereits wieder ab, hieß es.
Auch in der Kernstadt Bruchsal sei es zu Überflutungen gekommen, etwa von Unterführungen. Hier sinken die Pegelstände laut Feuerwehr allerdings bereits. Nach Angaben der Stadt ist der gesamte Bruchsaler Bahnhofsbereich in der Nacht gesperrt. Der Bahnverkehr zwischen Gondelsheim und Bruchsal wurde eingestellt.
Auch die Fürst-Stirum-Klinik Bruchsal sei von den Unwetterschäden betroffen, hieß es – ohne Details zu nennen. Sie bleibe aber uneingeschränkt in Betrieb.
Blitzeinschlag in Linkenheim-Hochstetten im Kreis Karlsruhe: Mehrfamilienhaus brennt
Das Unwetter hat in Linkenheim-Hochstetten zu einem Brand im Dach eines Mehrfamilienwohnhauses geführt. Wie die Polizei mitteilt ist ein Blitz in das Haus eingeschlagen. Danach haben die Anwohner Rauch über dem Dach in der Jahnstraße wahrgenommen.
Verletzt hat sich bei dem Brand niemand. Teile des Wohnhauses sind derzeit nicht bewohnbar – die Anwohner werden anderweitig untergebracht.
Keine größeren Einsätze im Stadt- und Landkreis Heilbronn in der Unwetter-Nacht
Heilbronn ist laut der Polizei „größtenteils verschont“ geblieben durch die Unwetter, es habe keine größeren Einsätze gegeben. Im gesamten Polizeipräsidium sei es zu rund 20 Einsätzen gekommen. Es habe ein paar umgestürzte Bäume, Äste auf den Straßen und einen ausgehobenen Gullideckel gegeben. Dabei sind keine großen Schäden entstanden – die Bäume konnten rasch entfernt werden.
Auch am Mittwoch kündigen sich erneut Gewitter mit Starkregen an.
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