Unwetter-Bilanz

Blitz schlägt in Wohnhaus ein – heftige Unwetter-Front zieht über Baden-Württemberg

Feuerwehrleute arbeiten an einem auf ein Auto gestürzten Baum.
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Feuerwehrleute arbeiten an einem auf ein Auto gestürzten Baum.
  • Lisa Klein
    VonLisa Klein
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Dienstagabend trifft eine Unwetterfront auf Baden-Württemberg. Die Feuerwehr rückt zu Hunderten Einsätzen aus: Bäume sind umgestürzt, Häuser brennen, Dächer wurden abgedeckt.

Eine Unwetterfront trifft am Dienstagabend auf Baden-Württemberg – der „Deutsche Wetterdienst“ warnt vor heftigen Gewittern mit Starkregen und Hagel. Während die Gewitter-Nacht in Heilbronn eher „überschaubar“ war, hat es andere Regionen ordentlich getroffen.

Blitze sind in Häuser eingeschlagen und haben Brände verursacht, Bäume sind umgestürzt und haben große Schäden angerichtet, Orkanböen sorgten für Verkehrsunfälle mit Verletzten und abgedeckte Dächer, auch Stromausfälle hat es gegeben.

Gewitter, Sturm und Starkregen treffen Baden-Württemberg: Bilder zeigen Unwetter-Schäden

Feuerwehrleute löschen einen Brand in einem Wohnhaus in Steinheim im Kreis Ludwigsburg.
Ein Dachstuhl steht in Steinheim an der Murr in der Nacht auf Mittwoch in Flammen. Ein Blitz ist eingeschlagen.
Das Gewitter in Baden-Württemberg hatte es in der Nacht auf Mittwoch ordentlich in sich.
Ein Güglinger hat Blitze über dem Stromberg eingefangen.
Gewitter, Sturm und Starkregen treffen Baden-Württemberg: Bilder zeigen Unwetter-Schäden

Unwetter-Bilanz für Baden-Württemberg: Blitze schlagen ein, Bäume stürzen um, Sturm sorgt für Unfälle

Ein Blitz ist in Steinheim an der Murr (Kreis Ludwigsburg) in das Dach eines Wohnhauses eingeschlagen und hat einen Brand ausgelöst. Die Bewohner konnten sich am Dienstagabend in Sicherheit bringen, sodass niemand bei dem Brand verletzt wurde, wie die Polizei mitteilte. Das Gebäude ist allerdings nicht mehr bewohnbar, die Bewohner mussten privat unterkommen. Der Schaden beläuft sich laut Polizei auf rund 250.000 Euro.

Feuerwehrleute löschen einen Brand in einem Wohnhaus in Steinheim im Kreis Ludwigsburg.

Auch in Pfullingen im Landkreis Reutlingen, in Stuttgart-Feuerbach, Mannheim und in Kappelrodeck im Ortenaukreis soll ein Blitz für einen Dachstuhlbrand gesorgt haben. Es habe eine Vielzahl von Einsätzen wegen umgestürzter Bäume gegeben, teilte die Polizei Freiburg mit: „Bei uns geht es wirklich rund“, berichtete ein Polizist in Reutlingen am Abend. Es gebe wegen des schweren Sturms mehrere Verkehrsunfälle mit Verletzten. Zudem setzte Reutlingen Starkregen mit 50 Litern pro Quadratmeter mehrere Keller unter Wasser. 

Ein Dachstuhl steht in Steinheim an der Murr in der Nacht auf Mittwoch in Flammen. Ein Blitz ist eingeschlagen.

Über 200 Einsätze im Kreis Sigmaringen: Umgestürzte Bäume und Stromausfälle durch Unwetter

Die Kreisfeuerwehr Sigmaringen zieht noch in der Nacht auf Mittwoch eine erste Bilanz: Nach 22 Uhr hat es aufgrund der Unwetter ein verstärktes Einsatzaufkommen gegeben. Bis Mittwochmorgen um 01:30 Uhr sorgten im Kreisgebiet über 680 Einsatzkräfte dafür, etwa 206 Einsatzstellen abzuarbeiten.

Am meisten ging es um umgestürzte Bäume, die auf Fahrzeugen, Gebäude, die Fahrbahnen fielen und den Verkehr im Landkreis sehr stark beeinträchtigten. Die Bevölkerung wurde über den Verkehrsfunk und über die Warn-App Nina über die Gefahr von umstürzenden Bäumen in Waldgebieten gewarnt.

Bäume sind bei den Unwettern in der Nacht auf Mittwoch umgestürzt, Äste abgekracht.

Im Campingplatz Illmensee wurden zwei Personen durch umstürzende Bäume leicht verletzt – fünf Personen mussten vom Platz evakuiert werden. Hinzu kamen eine Vielzahl von Stromausfällen im gesamten Kreisgebiet. Die Abarbeitung der Einsatzstellen dauert aktuell noch an. Auch auf einem Campingplatz in Allensbach (Kreis Konstanz) ist eine Familie durch einen umgestürzten Baum verletzt worden, der auf einen Wohnwagen gekracht ist.

Abgedeckte Häuser, umgestürzte Bäume: Schwere Gewitter und Orkanböen ziehen über Baden-Württemberg

Ein Polizeisprecher in Ravensburg sagte am Dienstagabend, die Einsatzlage sei aktuell nicht überschaubar – ständig gingen Notrufe ein, berichtet die „Deutsche Presse-Agentur“. Viele Dächer seien abgedeckt worden, Bäume sind umgeknickt. Vor allem in Sigmaringen, Ravensburg und im Bodenseekreis war am Abend ein sehr schweres Gewitter aktiv. Auf der Warnkarte des Deutschen Wetterdienstes war in der Region gegen 23 Uhr ein Unwetter der höchsten „Warnstufe 4“ gemeldet worden.

Zwischen Donau- und Bodenseeregion gab es nach Angaben des DWD Orkanböen und orkanartige Böen. Auch in Freiburg gab es demnach schwere Sturmböen. Mancherorts fiel Hagel mit zwei Zentimeter Durchmesser zu Boden.

Um kurz vor Mitternacht gibt der Deutsche Wetterdienst Entwarnung für Baden-Württemberg. Die Gewitter zogen in der Nacht weiter in Richtung Bayern. Die schweren Gewitter sollten vom Allgäu in Richtung Bayern und der Stadt München ziehen.

Flüge mussten wegen Unwetter umgeleitet werden: Beeinträchtigung bei der Bahn auch am Mittwoch

Für Pendler waren die Folgen des Unwetters auch Mittwoch noch spürbar. Auf einigen Bahn-Strecken in Baden-Württemberg ist es zu Beeinträchtigungen gekommen, aufgrund von beschädigten Oberleitungen und umgestürzten Bäumen.

Wie die „Stuttgarter Zeitung“ und „Stuttgarter Nachrichten“ berichten, mussten aufgrund der Unwetter in der Nacht auf Mittwoch auch einige Maschinen, die am Stuttgarter Flughafen hätten landen sollen, umgeleitet werden.

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