Niemals in Vorkasse gehen
Abzocke bei der Wohnungssuche: Polizei Heilbronn warnt – Anzeichen auf Betrug
VonLisa Kleinschließen
Wer die perfekte Wohnung gefunden hat, sollte nicht Hals über Kopf handeln. Betrüger nutzen die Wohnungsnot mit einer fiesen Masche aus. Was auf Fake-Anzeigen hindeutet.
Wer dringend eine Wohnung braucht, den kann die Suche schnell an den Rand des Wahnsinns treiben. Die Wohnungs- und Immobilien-Preise explodieren, auch in Heilbronn. Wenn dann doch das perfekte Angebot auftaucht, heißt es schnell sein. Die besten Angebote sind ruckzuck weg, übrig bleiben oft Wohnungen, die entweder sanierungsbedürftig sind, nicht die passende Lage haben oder einfach außerhalb des eigenen Budgets liegen.
Aus der Verzweiflung werden einige schnell unvorsichtig – und genau das nutzen Betrüger eiskalt aus. Die „Heilbronner Stimme“ berichtet, wie Trickbetrüger in Heilbronn Frauen bei der Wohnungssuche abzocken. Die Polizei und die „Verbraucherzentrale“ warnen und geben Tipps, woran ein Betrug erkannt werden kann.
Anzeichen auf Betrug bei der Wohnungssuche: Was auf Fake-Anzeigen hindeutet
Auf einer Immobilien-Seite ist die perfekte Wohnung. Das Angebot ist mit einem Link versehen – der führt auf eine andere Webseite. Die Seite, der Kontakt – alles wirkt echt. Es folgt eine Kontaktaufnahme, ein Austausch, die Zusage. Eine Kontonummer, an welche die erste Kaltmiete plus Kaution gesendet werden soll. Dass die Seite fake ist, fällt auf Anhieb nicht auf. Spätestens bei der Schlüsselübergabe gibt es dann das böse Erwachen, wenn niemand kommt.
Das Problem: Gefälschte Internetseiten sind schwer zu erkennen. Doch es gibt andere Anzeichen, auf die geachtet werden kann. Harald Pfeifer vom Referat Prävention des Polizeipräsidiums Heilbronn erklärt gegenüber der „Heilbronner Stimme“, auf welche Anzeichen Wohnungssuchende achten sollten – denn dann könnte es sich um Betrug handeln:
- Die veranschlagte Miete ist sehr niedrig – und liegt deutlich unter dem Mietpreisspiegel.
- Der Vermieter sitzt im Ausland.
- Der Vermieter gibt ein Konto im Ausland an.
Abzocke bei der Wohnungssuche: Niemals in Vorkasse gehen – Anzeichen auf Betrug
„Keine Vorkasse. Niemals“, stellt der Polizeihauptkommissar aus Heilbronn klar. Generell gilt: Geld sollte erst gezahlt werden, wenn ein von beiden Seiten unterschriebener Mietvertrag vorliegt. Erst dann wird auch die Kaution fällig. Wer doch auf Betrüger hereingefallen ist, sollte umgehend Anzeige erstatten und die eigene Bank kontaktieren.
Auch die „Verbraucherzentrale“ warnt vor diesen Punkten: zu günstige Preise und die Bitte um Vorkasse. Aufmerksam werden sollten Wohnungssuchende auch, wenn die Bilder „wie aus dem Prospekt“ aussehen oder die Wohnungsbeschreibung und die Bilder nicht zusammenpassen. Schlechtes Deutsch und Anfragen auf Englisch können ebenfalls ein Indiz sein.
Betrüger nutzen Vorkassen-Trick: Wohnungssuchende sollen Miete und Kaution vorab überweisen
„Kriminelle nutzen die Beliebtheit von Immobilienportalen, um mit gefälschten Anzeigen Kasse zu machen“, erklärt die „Verbraucherzentrale“. Ein ähnliches Szenario: Der angebliche Eigentümer kontaktiert die Wohnungssuchenden, er sei im Ausland und kann nicht zur Besichtigung kommen.
„Er bietet an, den Schlüssel für die Wohnungsbesichtigung per Post zuzuschicken oder durch einen Mittler zu übergeben. Als Kaution hierfür sollen Sie vorab Geld überweisen. Sobald die Überweisung erfolgt ist, bekommen Sie aber weder einen passenden Wohnungsschlüssel noch eine Antwort vom angeblichen Vermieter“, warnt die „Verbraucherzentrale“.
Auch wer tatsächlich einen Schlüssel per Post erhält, sollte wachsam sein. Denn: Es ist nicht garantiert, dass der Schlüssel am Ende auch in die Wohnungstür passt. (kik/lis)
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