Protest gegen Regierung

Ortsschilder in Talheim stehen Kopf: Das steckt hinter der Aktion

Talheim steht kopf – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. In dem kleinen Ort im Landkreis Heilbronn haben Unbekannte die Ortsschilder auf den Kopf gedreht. Warum?

Es ist ein ungewöhnliches Bild, welches die Bewohner und Besucher von Talheim an den Weihnachtsfeiertagen zu Gesicht bekommen. Denn: Das kleine Örtchen im Landkreis Heilbronn steht kopf. Genauer genommen wurden sämtliche Ortsschilder auf den Kopf gedreht. Was hat es mit der Aktion auf sich?

Wie die „Heilbronner Stimme“ bereits berichtete, gibt es einige Hinweise, die auf den Zweck der Talheimer Schilder-Aktion hindeuten. Unter den Ortsschildern, die teilweise vollständig aus ihren Metallhalterungen gelöst und umgedreht worden sind, hängen zum Beispiel hin und wieder Pappschilder. Auf einigen von ihnen wurden Sätze wie „Die Regierung stellt (alles) auf den Kopf“ geschrieben.

Ortsschilder von Talheim auf den Kopf gestellt: Aktion richtet sich gegen Regierung

Die Aktion richtet sich demnach gegen die aktuelle Ampel-Regierung. Auch in anderen Orten in Baden-Württemberg wurden derartige Aktionen registriert. Wie die „Deutsche Presse-Agentur“ berichtet, hatte ein ebenfalls auf den Kopf gedrehtes Ortsschild in Winterlingen (Zollernalbkreis) für Aufsehen gesorgt.

Auf den Kopf gestellt: Die Ortsschilder in Talheim wurden für eine Protestaktion umgedreht.

Verstärkt wurde die Aktion dort mit einem herunterhängenden Arbeitsschuh. Es handele sich laut der „dpa“ um eine Form des Widerstands, die eigentlich von der französischen Landjugend im Elsass bekannt sei. Nun sei die Protestaktion auch in Deutschland übernommen worden, erklärt Christian Coenen von der Organisation „Land Schafft Verbindung“ gegenüber der „dpa“. Es handele sich bei der Aktion im Elsass vor allem um einen stillen Protest, um auf die Belange der Landwirtschaft aufmerksam zu machen.

Stiller Protest der Landwirte? Bundesregierung bei vielen Bauern derzeit in der Kritik

Und auch in Deutschland steht die Bundesregierung bei vielen Landwirten derzeit in der Kritik. Grund dafür ist eine kürzlich getroffene Entscheidung: Demnach will die Ampel-Regierung den Landwirten Steuervergünstigungen beim Agrardiesel und der Kraftfahrzeugsteuer streichen, um Löcher im Haushalt zu stopfen. Seit Tagen demonstrieren Landwirte gegen die Pläne, teilweise kam es dabei zu Behinderungen des Verkehrs. Mit Traktoren legten die Landwirte vielerorts den Verkehr lahm – auch Bauern aus der Region Heilbronn hatten bei einer solchen Protest-Aktion in Stuttgart teilgenommen, wie echo24.de bereits berichtete.

Ob auch die Schilder-Aktion in Talheim mit dem Protest der Bauern in Verbindung gebracht werden kann, ist derzeit aber noch unklar. Immerhin zeigten sich einige Vertreter der Landwirte gegenüber der „Heilbronner Stimme“ eher überrascht. „Ich sehe gar keinen Bezug zu den Bauernprotesten“, erklärte zum Beispiel Martin Stähle, Landwirt aus Flein gegenüber einer Stimme-Reporterin.

Wie er und seine Kollegen die Aktion jedoch sehen und welche Stellung sie zu den Entscheidungen der aktuellen Ampel-Regierung beziehen, geht aus dem Bericht auf Stimme.de hervor. (kik/meb)

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