Familienvater starb
Prozess um Todesfahrt in der Wollhausstraße: Erhebliche Zweifel an Reue des Rasers
Ein Autofahrer rast im Februar in der Heilbronner Innenstadt in einen Familienwagen – darin ein Vater, der ums Leben kommt. Der 21-Jährige steht nun wegen Mordes vor Gericht.
Ein 21-jähriger Mann muss sich vor dem Landgericht Heilbronn verantworten. Bei einem Unfall in der Wollhausstraße im Februar kam ein Familienvater ums Leben. Seine Frau sowie die beiden Kinder wurden schwer verletzt. Der Angeklagte soll damals mit über 100 km/h in der Innenstadt in den Familienwagen gerast sein. Der Raser ist nun wegen Mordes angeklagt worden.
Bereits an den ersten drei Verhandlungstagen wurden insgesamt über neun Stunden lang Zeugen vernommen. Dabei kam es immer wieder zu Unterbrechungen, emotionalen Ausbrüchen und Drohungen. Wegen wüster Beschimpfungen im Prozess hielt der Richter sogar eine Standpauke.
Angeklagter beteuert Unschuld: Anwältin hat Zweifel an Reue des Rasers in Heilbronn
Während des Prozesses entstehen erhebliche Zweifel an der Reue des Angeklagten. Die „Heilbronner Stimme“ berichtet exklusiv über die Verhandlungen der Todesfahrt in Heilbronn und warum die Aussagen der Freundin des Angeklagten „bis zum Himmel stinken“.
Der Angeklagte beteuert bislang seine Unschuld und betont, dass es sich um einen Unfall gehandelt habe, für den er nicht verantwortlich sei. Dennoch steht die entscheidende Frage im Raum, ob es sich um Mord oder Totschlag handelt – eine Unterscheidung, die erhebliche rechtliche Konsequenzen hat.
Prozess um Wollhaus-Raser in Heilbronn geht weiter – weitere Zeugen sollen aussagen
Die Verhandlungen um den Raser-Prozess in der Wollhausstraße sind noch lange nicht abgeschlossen. Während der nächsten Verhandlungstage sollen weitere Zeugen vernommen werden, darunter Freunde des Angeklagten, ein Polizeibeamter und medizinisches Fachpersonal. Die Kammer setzt vorerst elf weitere Verhandlungstage an. (Lisa Könnecke/Juliane Reyle)
