Ergebnis nach einem Jahr
Waffenverbotszone in Heilbronn bleibt – Stadt zieht klare Bilanz
- VonVanessa Lutzschließen
Waffenverbotszonen werden kontrovers diskutiert. Nun ist klar: Die Zone in der Heilbronner Innenstadt wird verlängert. Das steckt dahinter.
Mehrere Städte in Deutschland haben als Reaktion auf die steigende Messergewalt in Deutschland Waffenverbotszonen eingerichtet. Auch Heilbronn zog am 1. Juni 2024 nach und erließ eine Waffenverbotszone – zunächst nur für den Bahnhofsbereich, drei Monate später erfolgte die Ausweitung auf die ganze Innenstadt. Wie ist die Bilanz und wie geht es nun weiter?
Waffenverbotszone in Heilbronn bleibt – Stadt zieht überraschende Bilanz
Innerhalb der Waffenverbotszonen in Heilbronn ist das Mitführen von Waffen und Messern mit einer feststehenden oder verstellbaren Klinge ab vier Zentimetern Länge verboten. Die Polizei kann dort verschärft kontrollieren und gefährliche Gegenstände beschlagnahmen. Die Regeln innerhalb der Heilbronner Waffenverbotszone gelten von 14 bis 6 Uhr.
Wie die Heilbronner Stimme nun berichtet, zieht die Stadt nach einem Jahr eine positive Bilanz. „Die Einführung der Waffenverbotszonen hat sich bewährt“, sagte Sprecherin Suse Bucher-Pinell auf Nachfrage der Zeitung. Diese Einschätzung teilt auch die Heilbronner Polizei, wie es weiter heißt.
Laut Angaben des SWR habe die Polizei Heilbronn seit Einführung der Zone im Juni vergangenen Jahres fast 60 Verstöße gegen das Waffenverbot registriert. Nun hat die Stadt bestätigt: Die Waffenverbotszone in der Heilbronner Innenstadt bleibt bis mindestens 2027 bestehen. Zudem kündigten Stadtverwaltung und Polizei in der vergangenen Gemeinderatssitzung an, den Marktplatz in Zukunft per Video überwachen zu wollen.
Debatte um Waffenverbotszonen: Kritiker sehen nur kleine Effekte
Über den Sinn und Unsinn von Waffenverbotszonen wird kontrovers diskutiert. Zwar sollen die Zonen Gewaltkriminalität verringern und das Sicherheitsempfinden der Bürger erhöhen. Kritiker sind allerdings skeptisch ob der tatsächlichen Wirkung.
Auf Nachfrage der Tagesschau zum Thema Waffenverbotszonen mahnte etwa Dirk Baier, Kriminologe und Leiter des Instituts für Delinquenz und Kriminalprävention an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, dass die Effekte differenziert zu betrachten seien. „Wenn sinnvoll meint, dass man effektiv und nachhaltig Kriminalität reduziert, bin ich skeptisch.“ Die Forschung zum sogenannten Hot-Spot-Policing würde zwar zeigen, dass Kriminalität reduziert werde. „Allerdings sind die Effekte klein.“
Experte Baier räumt aber ein, dass die Polizeipräsenz hilfreich sei, um „Ängste und Unsicherheit zumindest an bestimmten Orten zu reduzieren.“ Zudem würden Waffenverbotszonen die Tätigkeit der Polizei erleichtern, indem Personenkontrollen niedrigschwelliger durchgeführt werden können.
Rubriklistenbild: © Mario Berger/HSt