Kurioses im Straßenverkehr
Bier, High Heels oder Bikini – wofür droht Autofahrern Bußgeld, was ist erlaubt?
VonJuliane Reyleschließen
Tabus am Steuer? Beim Autofahren ist mehr erlaubt, als wohl manch einer denkt. Doch nicht immer ist es ratsam, diese Dinge im Pkw auch zu tun.
In der Fahrschule lernt jeder die wichtigsten Regeln des Straßenverkehrs. Doch was so mancher Fahrlehrer lieber verschweigt, ist das, was im Auto erlaubt ist, auch wenn es niemand für möglich hält. Doch bei manchen Dingen sollten Autofahrer besser aufpassen, denn der Grat zwischen Verbotenem und Erlaubtem kann schmal sein. Manche Handlungen, können zudem, ebenso wie verbotene Autoaufkleber, hohe Bußgelder bewirken, andere sind schlichtweg dreist.
High Heels, Flip-Flops oder Birkenstock im Pkw – diese Schuhe sind beim Autofahren erlaubt
Kurz mit Hausschuhen zum Briefkasten, im Sommerurlaub mit Flip-Flops an den Strand oder mit High Heels zur nächsten Party - alles erlaubt. Denn laut „Straßenverkehrsamt“ gibt es kein Gesetz, das das Fahren ohne festes Schuhwerk oder gar barfuß verbietet. Allerdings darf sich der Fahrer nichts zuschulden kommen lassen: Bei einem Unfall, der durch festes Schuhwerk hätte, verhindert werden können, kann es vor allem Probleme mit der Versicherung geben – die zahlt dann unter Umständen nicht.
Alkohol am Steuer? Solange ist das Bier beim Fahren im Auto erlaubt
„Don‘t drink and drive?“, lautet ein beliebtes Sprichwort und es besagt so viel wie, dass am Steuer kein Alkohol getrunken werden soll. Doch das Skurrile ist: Das Trinken im Auto ist sogar erlaubt und nicht etwa nur für den Beifahrer, sondern sogar für den Chef am Lenkrad. Lediglich auf eine Sache muss der Autofahrer achten: Nämlich, dass die Promille nicht das erlaubte Höchstmaß überschreiten.
Promillegrenze beim Autofahren
Die Promillegrenze, wenn ein Auto gefahren wird, liegt bei 0,5-Promille. Bis zu diesem Wert darf man sein Kraftfahrzeug straffrei lenken, wenn man nicht auffällig fährt oder einen Unfall baut.
Doch Vorsicht: Verschwommenes Sehen, Tunnelblick, Doppelbilder, Störungen der Augenbewegungen sind nur einige der direkten Auswirkungen von Alkohol auf das Gehirn. Bereits ab 0,5 Promille drohen laut „Gesundheitsinformation“ beginnende Koordinationsstörungen, vermindertes Seh- und Hörvermögen und zunehmende Streitlust. Das Bierchen am Steuer ist also erlaubt, aber alles andere als harmlos.
Im Bikini Auto zu fahren: Ebenso erlaubt, wie ganz nackt am Steuer sitzen
Spärlich bekleidet oder gar oben ohne? Ja, auch das ist im Auto erlaubt. Autofahrer dürfen ganz legal nackt fahren, denn das eigene Fahrzeug ist ähnlich wie die Wohnung als geschützter Raum anzusehen. Nackt im Auto zu sitzen, ohne sexuellen Charakter, bleibt also straffrei. Eines sollten unbekleidete Autofahrer aber bedenken: Nicht nur Passanten oder vorbeifahrende Autos und Busse können einen nackt sehen, auch Radarfallen oder Dashcams können die hüllenlose Privatsphäre stören und aufzeichne
Dashcams für Autos inzwischen legal und bei der Fahrt erlaubt
Seit eines Grundsatzurteils ist das Verwenden einer Dashcam, die den fortfahrenden Verkehr oder hinterherfahrende Fahrzeuge aufzeichnet, erlaubt. Nutzer der Kameras denken so, im Falle eines Unfalls, die Schuldzuweisung besser herausfinden zu können. Eine Dashcam ist nicht mit einer Rückfahrkamera zu vergleichen, die lediglich den Moment des Ein- oder Ausparkens zeigt. Bei einer Dashcam werden die Aufnahmen vorerst gespeichert.
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Mutter-Kind Parkplätze einfach ignorieren: Sogar das ist rechtlich erlaubt
Jeder kennt sie: Schilder, die Parkplätze kennzeichnen, die speziell für Mütter mit Kindern gedacht sind. Meist sind die auf den Parkplätzen von Supermärkten, wie Kaufland und Lidl zu finden, denn Mütter gehen häufig gemeinsam mit ihrem Nachwuchs die Einkäufe tätigen. Doch solche Parkplätze gibt es nur auf privaten Terrain, deshalb fallen sie nicht unter den StVO-Geltungsbereich. Das Schild kann somit ignoriert werden, doch dieses Handeln kann auf Mitmenschen sehr dreist wirken und sollte lieber nur im Ausnahmefall angewendet werden – wenn keine anderen Parkplätze mehr frei sind.
Für Cannabis-Konsum bei der Fahrt hingegen gibt es inzwischen klare Regeln und diese können bei Nichteinhaltung teuer enden.
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