Legalisierung kommt 2024
Cannabis-Konsum und Autofahren: Welche Strafen drohen? Diese Regeln gelten
VonMichaela Ebertschließen
Kiffen im Straßenverkehr: Der Konsum von Cannabis ist laut Verkehrsrecht für Autofahrer verboten – und wird bei einem Vergehen teuer bestraft. Was aktuell gilt.
In Deutschland soll Cannabis 2024 legalisiert werden. Bereits seit vergangenem Jahr stehen die konkreten Pläne dafür. Doch trotz der vorgestellten Konzepte bleiben einige Fragen offen – zum Beispiel zum Cannabis-Konsum im Straßenverkehr. Das Bundesverkehrsministerium soll bis Ende März einen neuen Grenzwert für den Cannabis-Wirkstoff THC vorschlagen. Solange keine neuen Werte beschlossen sind, gelten weiterhin die alten – welche Strafen drohen, wenn man erwischt wird? echo24.de hat im April 2023 nachgefragt.
Cannabis-Konsum beim Autofahren? Im Straßenverkehr gilt Nulltoleranz-Grenze bei Drogen
Derzeit besteht im Straßenverkehr die Nulltoleranz-Regel in Bezug auf Drogenkonsum – und Cannabis ist und bleibt nun mal eine Droge. Mit all ihren Risiken und Gefahren. Wer also mit Cannabis, oder besser gesagt THC im Blut erwischt wird, muss derzeit also mit saftigen Strafen rechnen.
Christian Marnitz, Fachanwalt für Verkehrsrecht und tätig für eine Partnerkanzlei von Geblitzt.de, erklärt: „Wer unter berauschenden Mitteln wie Cannabis ein Kraftfahrzeug führt, begeht eine Verkehrsordnungswidrigkeit nach § 24a Absatz 2 des Straßenverkehrsgesetzes.“
Cannabis-Konsum beim Autofahren kann richtig teuer werden – welche Gesetze gelten
Dort heißt es: „Die Ordnungswidrigkeit kann mit Geldbuße bis zu dreitausend Euro geahndet werden.“ Ersttätern drohen in der Regel 500 Euro, ein einmonatiges Fahrverbot sowie zwei Punkte in Flensburg. Gefährdet man unter Drogeneinfluss den Verkehr, kann das sogar zur Entziehung der Fahrerlaubnis beziehungsweise zu einer Freiheitsstrafe führen.
Richtig teuer wird es jedoch, wenn man als Wiederholungstäter erwischt wird. Dann kann eine Geldbuße von „1000 Euro, drei Monate Fahrverbot sowie zwei Punkten im Fahreignungsregister fällig werden. Beim dritten Verstoß wird es noch teuer. Dieser wird mit einer Geldbuße von 1500 Euro, drei Monate Fahrverbot und zwei Punkten geahndet“, sagt der Verkehrsrechtsexperte.
Haftstrafe wegen Cannabis-Konsum beim Autofahren? Laut Verkehrsrechtsexperte bis zu einem Jahr
Auch die Ahndung als Straftat ist möglich. „Dies kommt in Betracht, wenn Fahrfehler oder typische Drogenausfallerscheinungen festgestellt werden. In diesem Fall droht dem Fahrzeugführer eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr. Dazu kommen die Entziehung der Fahrerlaubnis für mindestens zehn Monate sowie zwei beziehungsweise drei Punkte in Flensburg bei Entziehung der Fahrerlaubnis.“
Aber: Im Zuge der geplanten Cannabis-Legalisierung könnte sich auch im Verkehrsrecht die ein oder andere Änderung ergeben. Lauterbach sprach in diesem Sinne bereits von Amnestieregeln, die auch rückwirkend für Vergehen im Straßenverkehr geltend gemacht werden könnten.
Verkehrsexperte Marnitz meint dazu: „Möglicherweise wird die Legalisierung von Cannabis zur Anhebung des Grenzwertes führen. Letztendlich ist das eher eine politische Entscheidung.“ Bis es wirklich so weit ist, ist also nach wie vor Geduld gefragt.
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