Zukunftsweisend
Schwarz-weißes Verkehrsschild – Straßenzeichen hat eine ganz besondere Bedeutung
- VonSophia Lavcanskischließen
Immer wieder werden Autofahrer mit Schildern konfrontiert, deren Bedeutung sie nicht kennen. Ein schwarz-weißes Verkehrszeichen hat jedoch eine ganz besondere Bedeutung.
Seit einiger Zeit stehen auf der Autobahn A9 zwischen München und Ingolstadt Verkehrsschilder, von denen nur die wenigsten die Bedeutung kennen. Durch die ungewöhnliche schwarz-weiße Farbe und dem sich darauf befindenden, schlecht deutbaren Zeichen ähneln sie keinem anderen Verkehrsschild. Doch was hat es mit den Schildern auf sich?
Schwarz-weißes Verkehrsschild auf Autobahnen – aber was bedeutet es?
Die sogenannten Landmarkenschilder stehen auf der A9 zwischen der Anschlussstelle Pfaffenhofen und dem Autobahndreieck Holledau, außerdem auch auf der dort abzweigenden A93 in Richtung Regensburg bis zur Ausfahrt Wolnzach. Gleich 13 Stück befinden sich dort im Abstand von jeweils 2,5 Kilometern voneinander.
Aber welchen Zweck erfüllen die seltsam aussehenden Schilder nun eigentlich? Ähnlich wie bei dem Verkehrsschild mit rotem Punkt oder einem grünen Schild mit weißem Fahrrad kennen viele Autofahrer die Bedeutung nicht. Tatsächlich ist das schwarz-weiße Schild aber auch gar nicht für das menschliche Auge bestimmt – sondern für selbstfahrende Autos. Das Muster macht es den Fahrzeugen möglich, den exakten Standort in Längs- und Querpositionen zu bestimmen. Sie haben keine Ähnlichkeit mit StVO-Verkehrsschildern.
Zukunftsweisend? Verkehrsschilder auf „digitaler Teststrecke“
Dass sich auf der genannten Strecke so viele dieser Schilder befinden, hat einen ganz bestimmten Grund: Auf der Autobahn A9 fahren regelmäßig autonome Testfahrzeuge. Diese gehören zum Pilotprojekt „Digitales Testfeld Autobahn“ (DTA), das die Strecke zwischen München und Ingolstadt kurzerhand zur Teststrecke ernannte. Sowohl Autohersteller als auch Telekommunikationsfirmen und IT-Unternehmen testen hier die digitale Kommunikation zwischen autonom fahrenden Autos und der Straße.
Bei den Tests geht es vor allem darum, im Testgebiet exakt vermessene Fixpunkte definieren zu können, die der Kalibrierung von Testdaten dienen. So wiederum öffnet sich den Analysten die Möglichkeit, die verschiedenen Testfahrten detailreich vergleichen zu können und die, in den Testfahrzeugen ablaufenden, Algorithmen zu prüfen.
Schwarz-weißes Verkehrsschild auf Autobahnen – für Menschen unbedeutend
Für die Tests bietet die Teststrecke im Pfaffenhofener Raum bis auf die A93 nach Wolnzach perfekte Voraussetzungen, um „Autopilot-Funktionen“ umfassend zu testen. Von geraden Strecken, Hügellandschaft, Kurven, sowie zwei-, drei- und auch vierspurige Abschnitte im Wechsel, können sämtliche Funktionen getestet werden. Auch ein temporär freigegebener Seitenstreifen und einer ohne Schutzplanken sind vorhanden.
Auch spezielle Reflektoren für Laser- und Radarsensoren wurden auf der A9 an den Leitpfosten angebracht, sind jedoch kaum zu erkennen. Sie sind dafür da, um die Sensorik, Messeinrichtungen und Kommunikationsmitteln der Testfahrzeuge ausführlich zu testen. Außerdem wurden auch an den Leitplanken im Mittelstreifen durchgehend Reflektoren befestigt und der Abstand der Leitpfosten halbiert.
Das „Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur“ sagte zu den mysteriösen schwarz-weißen Landmarkenschildern laut „Auto24“: „Zusammen mit modernster Sensorik und einer zentimetergenauen digitalen Karte sind die Schilder ein weiterer Baustein auf dem Weg zur ersten volldigitalisierten und vollvernetzten Straße.“
Rubriklistenbild: © Future Image/Imago