Ein Zeichen kann teuer werden
Wohnmobil-Gruß: Dieses „ungeschriebene Gesetz“ gilt für Fahrer
VonLisa Kleinschließen
Unter Wohnmobil-Fahrern gibt es ein „ungeschriebenes Gesetz“, das Urlauber auf jeden Fall kennen sollten. Aber aufgepasst: Ein Zeichen kann Geld kosten.
„Geheime“ Signale, Gesten und Zeichen kennt man vor allem von Motorradfahrern – sie grüßen sich und geben sich gegenseitig im Straßenverkehr Hinweise. Zum Beispiel durch Klopfen auf den Helm – dabei gibt es auch ein Handzeichen unter Motorradfahrern, das häufig falsch verstanden wird. Unter Wohnmobil-Fahrern gibt es ebenfalls ein „ungeschriebenes Gesetz“ auf den Straßen, an das sich Urlauber halten sollten, wenn sie höflich sein wollen.
Gruß unter Wohnmobil-Fahrern – wann heben Camper die Hand?
Nicht nur bei Motorradfahrern ist es üblich, sich mit einer bestimmten Geste zu Grüßen. Wer zum ersten Mal mit einem Wohnmobil fährt, dem dürfte es schnell auffallen, vor allem auf Landstraßen. Denn: In der Regel wird die Hand zum Gruß kurz vom Lenkrad gehoben, kurz bevor man aneinander vorbei fährt – ähnlich wie beim Bedanken, etwa wenn ein anderer Autofahrer einem die Vorfahrt lässt.
In Internet-Foren zeigen sich manche Neulinge überrascht. Im Reisemobil-Forum „HME“ etwa fragt ein Nutzer: „Wie regelt ihr das mit dem Grüßen untereinander?“ Er fahre erst seit kurzem Wohnmobil, da sei ihm aufgefallen, dass manche Fahrer beim entgegenkommen „freudig Grüßen, aber andere wiederum überhaupt nicht“.
„Ungeschriebenes Gesetz“: Camper grüßen sich untereinander – jedoch nicht alle
Ein Nutzer erklärt: „Alles was nach WoMo aussieht, wird gegrüßt. Es sei denn, es ist gerade keine Hand frei (schalten und lenken) - Verkehrssicherheit geht vor“.
Auch ein langjähriger Wohnmobil-Fahrer klärt auf: „Das ist eigentlich ganz einfach, ähnlich wie bei den Motorradfahrern. Bei denen grüßen sich die Fahrer richtiger Maschinen (Bikes) untereinander, die Fahrer kleiner Maschinchen werden aber geflissentlich übersehen. Auch unter Wohnmobilfahrern gibt es ein ungeschriebenes Gesetz: Wir grüßen einander, durch Winken und/oder auch Blinken“, heißt es. Aber: „Die Fahrer von ausgebauten Kastenwagen (Campingbussen) gehen dabei meist leer aus.“.
Heißt: Wer ein Wohnmobil lenkt und höflich sein will, grüßt entgegenkommende Wohnmobilfahrer. Wer allerdings einen kleineren Camper fährt kann damit rechnen, nicht gegrüßt zu werden.
Gruß per Lichthupe: Darum sollten Wohnmobil-Fahrer darauf lieber verzichten
Die Hand zu heben oder zu winken, ist dabei recht unproblematisch, solange die Verkehrssicherheit dadurch weiterhin gegeben ist. Allerdings gibt es auch Wohnmobilfahrer, die sich gegenseitig etwa per Lichthupe grüßen. Das kann nicht nur für Verwirrung sorgen, da die Lichthupe im Straßenverkehr häufig als Warnsignal gilt, sondern kann auch Geld kosten.
„bussgeldkatalog.org“ erklärt: „Ähnlich wie bei der Hupe dürfen Sie die Lichthupe nur verwenden, um andere Verkehrsteilnehmer z. B. auf eine Gefahr oder ein Hindernis aufmerksam zu machen.“. Wer die Lichthupe anderweitig nutzt, dem droht ein Verwarngeld von fünf bis zehn Euro. Wohnmobil-Fahrer sollten darauf also lieber verzichten.
Camper sollten allerdings nicht nur Höflichkeitsformen kennen – für Wohnmobil- und Wohnwagenfahrer gibt es auch besonders Schilder, deren Bedeutung klar sein sollte. Auch gelten für Wohnmobile bestimmte Tempolimits.
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