Bußgelder drohen
Schilder für Wohnwagen und Wohnmobile: Diese Zeichen müssen Camper kennen
- VonMilea Erzingerschließen
Mit dem Wohnwagen oder Camper ist man heutzutage schnell in der Natur für eine erholsame Auszeit. Doch Vorsicht: Wer die geltenden Regelungen und Schilder nicht beachtet, riskiert Ärger.
Der Sommer lockt viele Menschen aus dem Haus hinaus in die Natur – sei es nur ein Tagesausflug zum Wandern, Zelten im Freien oder für einen Camping-Urlaub. Auch Heilbronn hat einige schönen Campingplätze zu bieten. Für alle Campingbegeisterten ist es jedoch nicht nur wichtig zu wissen, wo übernachten erlaubt und verboten ist – Wohnmobil und Wohnwagenfahrer sollten auch die Bedeutung bestimmter Verkehrszeichen kennen. Bestimmte Schilder müssen unbedingt beachtet werden, sonst kann es teuer werden.
Blaues Schild mit Zelt und Wohnwagen: Zeichen für sicheres Camping
Das wohl bekannteste Schild ist das Verkehrszeichen 366, ein blaues Hinweisschild mit einem Zelt und Wohnwagen auf weißem Grund. Dieses Schild weist auf einen offiziellen Campingplatz hin. Auf diesen Campingplätzen dürfen Urlauber ihr Zelt oder Wohnmobil abstellen und dort auch übernachten.
Solche Plätze sind oftmals privat geführt und bieten oft weitere, nicht-offizielle Schilder wie Camping-Regeln oder spezielle Wohnmobil-Stellplatz-Schilder. Diese zusätzlichen Hinweise sind wichtig, da sie den Camper zeigen, wo sie parken und übernachten dürfen und welche generellen Regeln auf dem Platz gelten.
Parken erlaubt, campen nicht: Das steckt hinter dem Wohnwagen-Zusatzschild
Ein weiteres wichtiges Schild ist das Zusatzschild „Wohnwagen“, das unter einem Parkzeichen angebracht sein kann. Es zeigt an, dass die Parkfläche nur für Wohnwagen und Wohnmobile gedacht ist. Urlauber können ihren Wohnwagen hier abstellen. Doch Vorsicht: Auch wenn hier geparkt werden darf, heißt das nicht, dass dort auch gecampt werden kann. Übernachten im Wohnwagen oder Wohnmobil ist nur dann erlaubt, wenn es der Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit dient. Camping ist auf diesen Parkplätzen normalerweise nicht gestattet.
Generell gilt, dass Wohnmobile bis zu 7,5 Tonnen am Straßenrand parken dürfen, sofern kein explizites Verbotsschild vorhanden ist. Wenn das Wohnmobil schwerer als 7,5 Tonnen ist, müssen Fahrer nach einem speziellen Parkplatz suchen, der das Parken erlaubt. Solche speziellen Parkplätze sind oft mit dem Zusatzschild „Wohnwagen“ gekennzeichnet. Wer mit dem Wohnmobil falsch parkt, riskiert Bußgelder.
Parkplatzsuche mit dem Wohnmobil: Diese Bußgelder drohen
Wohnmobile, Wohnwagen und Camper dürfen in der Regel am Straßenrand und auf Parkplätzen abgestellt werden, sofern kein Verbot besteht. Dies gilt jedoch nur für Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von bis zu 7,5 Tonnen. Fahrzeuge über 7,5 Tonnen dürfen nur auf speziellen Parkplätzen mit dem weißen Zusatzschild „Wohnwagen“ parken.
Wer mit einem zu schweren Fahrzeug auf einem Pkw-Parkplatz parkt, muss mit einem Verwarnungsgeld von zehn Euro rechnen. Wird dabei eine Behinderung verursacht, erhöht sich das Verwarnungsgeld auf 15 Euro. Parken Fahrer jedoch länger als drei Stunden, beträgt das Verwarnungsgeld bereits 20 Euro und wenn beim Parken eine Behinderung entsteht, sind direkt 30 Euro fällig.
Auch das Gewicht spielt eine Rolle. Wenn Urlauber mit einem Camper, der mehr als 2,8 Tonnen wiegt, auf dem Gehweg parken, kostet das 15 Euro. Mit Behinderung sind es ebenfalls zehn Euro mehr – also 25 Euro und wenn der Wohnwagen oder Camper länger als eine Stunde dort parken, erhöht sich das Verwarnungsgeld ebenfalls auf 25 Euro, beziehungsweise 30 Euro bei Behinderung.
Parken mit einem Wohnmobil über 7,5 Tonnen im Wohngebiet, wenn es zu dieser Zeit verboten ist, wird mit einem Verwarnungsgeld von 30 Euro geahndet.
Welche LKW-Schilder gelten auch für Camper und Wohnwagen? Das müssen Fahrer wissen
Auch Schilder, die einen Lkw abbilden, sind für Camper von Bedeutung. Das Verkehrszeichen 253, das ein Durchfahrtsverbot für Lkw anzeigt, gilt ebenfalls für Wohnmobile und Anhänger, die die Gesamtmasse von 3,5 Tonnen überschreiten. Wenn das Wohnmobil also schwerer als 3,5 Tonnen ist, dürfen Urlauber diese Straßen nicht befahren.
Ebenso gelten Überholverbote für Lkw auch für Wohnmobile und Wohnwagen. Diese Schilder sind häufig auf Straßen mit eingeschränkten Überholmöglichkeiten zu finden und sollen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen. Für Wohnmobile gibt es außerdem andere Tempolimits.
Wildcampen erlaubt oder verboten? Das gilt in Deutschland
In Deutschland ist Wildcampen grundsätzlich verboten, was bedeutet, dass es kein Schild gibt, das Wildcampen explizit erlaubt. In einigen Fällen finden Urlauber jedoch „No Camping“-Schilder, die das Campen auf bestimmten Flächen ausdrücklich untersagen. Diese Schilder sind oft auf privaten Grundstücken oder in Naturschutzgebieten zu finden.
Auch ohne ein solches Verbotsschild ist Wildcampen in der Regel nicht gestattet und kann als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. In einigen Bundesländern gibt es jedoch Ausnahmen, die das Übernachten im Fahrzeug für eine Nacht erlauben, um die Fahrtüchtigkeit wiederherzustellen. Während der Fahrt an sich gibt es ebenfalls einiges, was für Wohnwagen-Fahrer verboten ist.
Daher ist es wichtig, dass sich Urlauber und Camper bereits im Vorhinein über die lokalen Regeln und Vorschriften erkundigen und sich daran halten. Wie viel der Urlaub mit dem Camper kosten kann, berichtet echo24.de.
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