Bußgeld droht
Neue Radarfalle? Mit diesem Blitzer müssen Autofahrer ab 2024 rechnen
VonJosefine Lenzschließen
In Rheinland-Pfalz zeigt ein Pilotprojekt erste Erfolge: Es handelt sich dabei um den Einsatz von „Handy-Blitzern“. Nun könnten bald überall in Deutschland die Geräte stehen und Autofahrer auf frischer Tat ertappen.
Schnell mal während der Fahrt die Musik auf dem Handy wechseln, eine Nachricht lesen oder einen Anruf tätigen. Immer wieder greifen Autofahrer zum Smartphone, auch wenn das verboten ist und mit einem Bußgeld geahndet wird. Und das auch zurecht: Denn wer lieber auf das Handy statt auf die Straße schaut, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer.
Damit Handysünder am Steuer schneller erwischt werden, haben Entwickler aus den Niederlanden die sogenannten „Handy-Blitzer“ erfunden. Ein Pilotprojekt in Rheinland-Pfalz zeigt eine erfolgreiche Bilanz. Werden nun die Radarfallen in ganz Deutschland aufgestellt?
Handy-Blitzer ab 2024 bald überall in Deutschland?
Im Juni 2022 startete Rheinland-Pfalz mit dem Pilotprojekt. Zunächst wurden in Trier, dann in Mainz die Handy-Blitzer aufgestellt. Das System sieht einem normalen Tempo-Blitzer ähnlich, funktioniert aber anders.
Von einer Autobahnbrücke aus werden zunächst alle vorbeifahrenden Fahrzeuge per Video aufgenommen. Gespeichert werden die Bilder aber erst, wenn die KI-Auswertungssoftware ein Handy und eine typische Handhaltung für Handynutzung beim Fahrer erkennt. Ist eine Auswertung nicht zu hundert Prozent möglich, müssen Polizisten die Fotos bewerten.
Die Handy-Blitzer zeigen bei Autofahrern Wirkung: Laut chip.de soll die Zahl der Ablenkungsverstöße im Bereich des Pilotprojekts mindestens halbiert haben. Nun will Rheinland-Pfalz die KI-Geräte ab 2024 flächendeckend einsetzen und auch andere Bundesländer zeigen Interesse.
Handy-Blitzer bald in ganz Deutschland? Gesetzesänderung könnte es möglich machen
Damit die Handy-Blitzer auf den Straßen in Deutschland eingesetzt werden können, bedarf es aber noch einer Gesetzesänderung. Es werde derzeit an einer Änderung des Polizei- und Ordnungsgesetzes erarbeitet, die eine dauerhaften Einsatz der „Monocams“ erlauben soll. Das berichtet chip.de weiter.
Das Unterfangen ist aber nicht ganz kostengünstig. Ein Handy-Blitzer kostet rund 30.000 Euro. Es haben außerdem schon Autofahrer Einspruch gegen Bußgeldbescheide, die aufgrund der Blitzer eingereicht wurden, erhoben. Allerdings sind diese zurückgewiesen worden.
Während dem Autofahren Handy nutzen: Diese Bußgelder drohen
Wer mit dem Smartphone in der Hand von einem Handy-Blitzer erwischt wird, dem drohen dieselben Strafen wie bei einer herkömmlichen Verkehrskontrolle. Je nach Vergehen fällt das Bußgeld unterschiedlich hoch aus. Wer beispielsweise beim Telefonieren erwischt wird, muss mit einem Bußgeld in Höhe von 100 Euro sowie einem Punkt in Flensburg rechnen. Grundsätzlich gilt:
| Verstoß | Strafe |
| Handynutzung am Steuer | 100 Euro Strafe und ein Punkt in Flensburg |
| ... mit Gefährdung | 150 Euro, zwei Punkte in Flensburg und ein Monat Fahrverbot |
| ... mit Sachbeschädigung | 200 Euro, zwei Punkte in Flensburg und ein Monat Fahrverbot |
Autofahrer, die sich noch in der Probezeit befinden, kassieren auch ein Bußgeld sowie einen Punkt. Außerdem verlängert sich die Probezeit von zwei auf vier Jahre und es wird ein kostenpflichtiges Aufbauseminar angeordnet.
Übrigens: Auch beim Radfahren ist die Handynutzung verboten. Wer erwischt wird, dem drohen 55 Euro Strafgeld.
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