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Kfz-Versicherung wechseln: Diese Fristen sollten Versicherte kennen

  • VonSophia Lavcanski
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Für die Teilnahme am Straßenverkehr ist eine Kfz-Versicherung verpflichtend. So einfach kann der Wechsel zu einer neuen Versicherung sein.

Das Wort „Kfz-Versicherung“ sollte keinem Autobesitzer fremd sein: Ohne eine solche gültige Versicherung darf in Deutschland kein Auto auf die Straße. Wer mit einem unversicherten Fahrzeug am öffentlichen Straßenverkehr teilnimmt, macht sich strafbar. Ab 2025 müssen Autofahrer mit höheren Preisen für die Kfz-Versicherung rechnen – weshalb sich der Versicherungswechsel, der bei den meisten noch bis 30. November möglich ist, lohnen kann.

Kfz-Versicherung kündigen: Diese Fristen sollten Versicherte kennen

Wer seine Kfz-Versicherung wechseln möchte, muss dafür seine alte Versicherung kündigen. Das ist meist nur zu bestimmten Zeitpunkten möglich, laut „allianzdirect.de“ kann die Kfz-Versicherung normalerweise zum Ende jedes Versicherungsjahres mit einer Frist von einem Monat gekündigt werden. Doch Achtung: Je nach Anbieter startet und endet das Versicherungsjahr unterschiedlich:

  • Versicherungsjahr = Kalenderjahr: Entspricht das Versicherungsjahr dem Kalenderjahr, beginnt es am 01. Januar und endet am 31. Dezember. Gekündigt werden kann immer bis zum 30. November.
  • Versicherungsjahr ab Vertragsabschluss: Läuft das Versicherungsjahr ab dem Tag des Vertragsabschlusses, beispielsweise ab dem 14. Juli, endet es am 13. Juli vom Folgejahr, und der Versicherer kann bis zum 12. Juni kündigen.

In manchen Fällen lässt sich die Kfz-Versicherung auch beispielsweise monatlich kündigen. Auch Sonderkündigungsrecht kann eintreten: Laut „autobild.de“ haben Versicherte bei Beitragserhöhungen oder nach einem Schadensfall oft das Recht, auch nach der Kündigungsfrist noch zu kündigen.

Kfz-Versicherung zu teuer? In diesen Fällen lohnt sich ein Wechsel

Ob sich der Wechsel zu einer neuen Kfz-Versicherung lohnt, hängt immer ganz von der Situation und dem neuen Vertrag ab. „Allianzdirect.de“ nennt einige Beispiele, in denen der Wechsel lohnenswert sein kann:

  • Nach Schaden: Nach jedem Schaden kann der Vertrag gewechselt werden, egal ob der Versicherer die Kosten übernimmt oder nicht. Einzige Voraussetzung: die Entschädigungsverhandlung muss abgeschlossen sein.
  • Nach Beitragserhöhung: Wenn der Versicherer den Beitrag ohne bessere Leistungen erhöht, können Kunden jederzeit kündigen und zu einem neuen, günstigeren Anbieter wechseln.
  • Nach einem Todesfall: Stirbt der Fahrzeughalter und die Erben nutzen den Pkw weiter, kann sich ein Versicherungswechsel zum nächsten regulären Kündigungstermin lohnen
  • Bei neuem Auto: Neue Autos benötigen immer eine neue Kfz-Versicherung, die des letzten Pkw kann nicht übertragen werden. Wird ein Gebrauchtwagen mit laufender Versicherung gekauft, besteht Sonderkündigungsrecht und der Vertrag kann jederzeit gewechselt werden.
  • Bei einem Umzug: Ein Umzug gilt zwar nicht als Sonderkündigungsgrund, jedoch kann sich bei Umzug in einen Zulassungsbezirk mit anderer Regionalklasse der Wechsel zum nächstmöglichen Zeitpunkt lohnen.

Das ist bei Kündigung der alten Versicherung zu beachten

Um die alte Kfz-Versicherung zu kündigen, sollte laut „allianzdirect.de“ immer erst die vereinbarte Kündigungsfrist beachtet werden. Anschließend sollte eine neue Kfz-Versicherung abgeschlossen werden. Dabei ist es wichtig, die Bestätigung des neuen Anbieters abzuwarten, um eine „Versicherungslücke“ zu verhindern – denn selbst wenn das Auto nur einen Monat unversichert ist, ist die Teilnahme am Straßenverkehr in der Zeit verboten. Ist die Bestätigung da und alles passt, muss nur noch die Kündigungsfrist des alten Vertrags eingehalten werden.

Von ABS bis TÜV: Diese Abkürzungen sollte jeder Autofahrer kennen

Verschiedene PKWs stehen hintereinander.
TÜV Süd Technischer Überwachungsverein KFZ Auto-Plakette Verkehrssicherheit Hauptuntersuchung
Schild mit Tüv Plakette, HU, Deutschland, Europam Hauptuntersuchung
Ein Mechaniker fuellt Motoroel in ein Kraftfahrzeug
Von ABS bis TÜV: Diese Abkürzungen sollte jeder Autofahrer kennen

Wer seine Kfz-Versicherung wechseln möchte, sollte einige Unterlagen für den neuen Anbieter parat haben. Laut „allianzdirect.de“ braucht man auf jeden Fall den Führerschein, einen Fahrzeugschein mit Fahrzeug-Identifizierungsnummer, die letzte Beitragsrechnung der aktuellen Versicherung, den Kilometerstand des Fahrzeugs und eine Versicherungsscheinnummer bzw. Vertragsnummer der bisherigen Kfz-Versicherung.

Wechsel der Kfz-Versicherung: Diese Leistungen sollten Autofahrer beachten

Wer seine Versicherung wechseln möchte, sollte sich in allen Fällen vorher gut darüber informieren, welche Leistungen mit inbegriffen sind. Von Versicherer zu Versicherer kann es da nämlich zu erheblichen Unterschieden kommen. Der „ADAC“ und die „allianzdirect.de“ legen einige Punkte vor, die eine Kfz-Versicherung bestenfalls immer beinhalten sollte:

  • Ausreichend hohe Deckungssumme: je höher die Versicherungssumme, desto bessere Absicherung bei Unfällen mit hohen Sach- oder Personenschäden
  • Verzicht auf Einwand grober Fahrlässigkeit: wird ein Schaden grob fahrlässig verursacht, greift die Versicherung trotzdem
  • Rabattschutz: Schützt in der Regel vor Rückstufung bei einem Schaden pro Kalenderjahr
  • Mallorca-Police: Schäden an Mietwagen im Ausland sollten mitversichert sein
  • Neuwertentschädigung: Kommt es zu Autodiebstahl oder einem Totalschaden, zahlt der Versicherer den Neupreis, und nicht den Wiederbeschaffungswert
  • Rabatte bei Werkstattbindung: Wer Schäden in einer Partnerwerkstatt reparieren lässt, kann sparen
  • Starker Kaskoschutz: Bei vielen Anbietern decken Teil- und Vollkasko Schäden durch Tiere aller Art ab.

Geld sparen durch Versicherungswechsel: So viel ist möglich

In den meisten Fällen werden Versicherungen gewechselt, um andere Leistungen zu erhalten – und Geld zu sparen. Laut „autobild.de“ sind dabei Angaben von bis zu 850 Euro, von denen oft zu lesen ist, extreme Beispiele, die sich meist nur ergeben, „wenn eine sehr ungünstige Schadenfreiheitsklasse im Spiel ist, der Versicherte also ohnehin einen hohen Beitrag zahlen muss und dann auch noch bei einem vergleichsweise teuren Anbieter versichert ist.“

In der Realität handelt es sich meist um eine Ersparnis zwischen 100 und 200 Euro. „Über alle Versicherungsarten hinweg liegen günstige Tarife im Schnitt 27 Prozent unter dem Preisniveau von Angeboten aus dem mittleren Preissegment“, zeige der Kfz-Versicherungsindex des Vergleichsportals Verivox laut „autobild.de“.

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