Tückische Fehler
Winterreifen falsch montiert: Gefahr für Autofahrer – dieses Detail ist wichtig
VonMichaela Ebertschließen
Bei Winterwetter mit Eis und Schnee sind Winterreifen Pflicht. Andernfalls drohen Unfälle. Doch schon bei der Montage können Autofahrer tückische Fehler machen, die ebenso gefährlich sind.
Pünktlich zum Start in das neue Jahr hat es bereits den ersten Wintereinbruch gegeben. Dabei fiel der Schnee sogar bis in tiefere Lagen – der „Deutsche Wetterdienst“ (DWD) sprach vielerorts Warnungen vor Frost und Straßenglätte aus. Um eine erneute Unfallserie – wie es sie bereits Ende November in Baden-Württemberg gegeben hatte – zu vermeiden, sind Winterreifen Pflicht. Doch allein schon bei der Montage können einige Fehler gemacht haben, die gefährliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Viele Autofahrer wechseln die Räder an ihrem Fahrzeug gerne noch in Eigenregie. Einige Punkte sollten sie dabei unbedingt kennen, um Unfälle zu vermeiden. Die falsche Laufrichtung kann zum Beispiel den Wagen ins Schlittern bringen – auch ohne Schnee.
Winterreifen falsch montiert: Warum die Laufrichtung so wichtig ist
Winter- oder Ganzjahresreifen haben meist laufrichtungsgebundene, pfeilförmige Profile. Sie leiten Wasser und auch Schneematsch durch tiefe Profilrillen effektiv nach außen. So sorgt das Profil des Reifens für sicheren Bodenkontakt der Reifen, die optimal an die Straße gepresst werden. Das geht aber nur, wenn die vorgesehene Rollrichtung (Pfeil an der Flanke) stimmt.
Die Zeitschrift „Auto, Motor und Sport“ hat in der Ausgabe 1/2025 unter anderem untersucht, wie sich eine falsche Laufrichtung und abgefahrenes Profil auswirken. Wer die Reifen gegen die Laufrichtung montiert, muss demnach mit Folgendem rechnen: Wasser und Schnee werden zur Mitte des Reifens transportiert. Dadurch reduziert sich der Bodenkontakt. Beim Test schob das Auto ohne Halt über die Vorderräder aus der Kurve (Untersteuern).
Denn die Profilstege stemmen sich beim Einlenken nicht wie gewünscht griffig-quer gegen die auftretenden Querkräfte, sondern schlittern haltlos längs, berichtet die Zeitschrift. Und auch bei Nässe mangelt es an notwendiger Verzahnung – das Auto untersteuert ebenfalls deutlich. Die Gefahr für Aquaplaning stieg „massiv“.
Tückischer Fehler bei der Winterreifen-Montage: Bei Trockenheit fällt es nicht auf
Tückisch: Auf trockener Straße sind mit Ausnahme des Abrollgeräusches keine deutlichen Nachteile einer Fehlmontage zu erwarten. Selbst noch beim Anfahren und Bremsen auf festgefahrenem Schnee ist den Angaben zufolge der Fehler zwar messbar, falle aber kaum auf. Ganz anders als – wie beschrieben – beim Kurvenfahren und Handling auf Schnee und bei Nässe.
Das früher übliche Überkreuzwechseln der Räder, um einer Sägezahnbildung des Profils zu begegnen, ist laut der Zeitschrift somit bei Reifen mit vorgeschriebener Laufrichtung gefährlich. Denn bleiben die Reifen dabei auf den Felgen montiert, würden sie beim Wechsel über Kreuz in der falschen Laufrichtung montiert werden. Sinnvoll aber weiterhin sei der regelmäßige Wechsel auch bei laufrichtungsgebundenen Reifen – achsweise von vorn nach hinten.
Vier Millimeter Restprofil zu wenig sein: Wann Winterreifen besonders unsicher sind
Der Test zeigte auch: Winterreifen mit nur noch vier Millimetern Profiltiefe verlieren gegenüber Neueren deutlich an Sicherheit. Bei Schnee verlängert sich der Bremsweg um rund fünf Meter. In Aquaplaning-Situationen verlieren die Reifen schon bei 10 km/h weniger in der Kurve den Kontakt zur Straße.
Reifen mit weniger als vier Millimeter Restprofil sollten also laut der Zeitschrift nicht mehr im Winter eingesetzt werden – gesetzlich vorgeschrieben ist sogar nur ein Restprofil von mindestens 1,6 Millimeter.
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