Gender Pay Gap
Mehr Gehalt für Arbeitnehmer 2025 – doch Frauen bleiben benachteiligt
- VonVanessa Lutzschließen
Noch immer verdienen Männer deutlich mehr Geld als Frauen. Was dahintersteckt und in welchen Branchen der Unterschied am Größten ist.
Arbeitnehmer dürfen sich im kommenden Jahr über zahlreiche Neuerungen freuen, die ihnen teilweise mehr Geld im Portemonnaie bescheren könnten. So sollen ab 2025 die Überstunden wohl steuerfrei sein. Und noch in diesem Jahr gibt es für bestimmte Arbeitnehmer mehr Gehalt. Eine Tatsache dürfte diese rosigen Aussichten allerdings trüben: Denn noch immer verdienen Frauen teilweise deutlich weniger als Männer. echo24.de zeigt, wie groß die Unterschiede sind.
Lohnunterschied: So viel mehr Geld verdienen Männer als Frauen im Job
Gender Pay Gap: Der Fachbegriff für diese Lohnlücke ist jedes Jahr Thema zahlreicher Medienberichte. Wie das Statistische Bundesamt mit seinen aktuellen Zahlen zeigt, haben Frauen im Jahr 2023 in Deutschland pro Stunde durchschnittlich 18 Prozent weniger verdient als Männer. Im Schnitt erhielten Frauen mit durchschnittlich 20,84 Euro einen um 4,46 Euro geringeren Bruttostundenverdienst als Männer (25,30 Euro), heißt es dort weiter. Wie viel die Deutschen im Schnitt verdienen, hat echo24.de kürzlich gezeigt.
In folgender Tabelle gibt echo24.de einen Überblick über den Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen, die das Statistische Bundesamt für die vergangenen Jahre erfasst hat:
| Jahr | Bruttoverdienst Frauen / Bruttoverdienst Männer |
| 2014 | 15,44 Euro / 19,87 Euro |
| 2018 | 17,33 Euro / 21,70 Euro |
| 2019 | 17,72 Euro / 22,16 Euro |
| 2020 | 18,62 Euro / 22,78 Euro |
| 2021 | 19,12 Euro / 23,20 Euro |
| 2022 | 20,05 Euro / 24,36 Euro |
| 2023 | 20,84 Euro / 25,30 Euro |
Den Angaben zufolge lassen sich etwa 64 Prozent des Verdienstabstands durch bestimmte Merkmale erklären. „Demnach ist ein Großteil der Verdienstlücke darauf zurückzuführen, dass Frauen häufiger als Männer in Branchen, Berufen und Anforderungsniveaus arbeiten, in denen schlechter bezahlt wird“, teilen die Statistiker mit. „Außerdem sind sie häufiger in Teilzeit oder geringfügig beschäftigt als Männer.“ Das gehe mit geringeren Bruttostundenverdiensten einher.
Die verbliebenen 36 Prozent des Verdienstunterschieds könnten dagegen nicht erklärt werden. Danach verdienten Arbeitnehmerinnen auch bei vergleichbarer Tätigkeit, Qualifikation und Erwerbsbiografie pro Stunde sechs Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Das wirkt sich auch auf die Rente aus: Frauen in Deutschland bekommen oft nur eine geringe Rente. Das zeigt sich auch in Baden-Württemberg.
Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen je nach Branche unterschiedlich
Die Lohnlücke fällt allerdings je nach Branche unterschiedlich aus, wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung erklärt. Die größte Lohnungleichheit bestehe in der Branche rund um „Nahrungs- und Genussmittel“. In den Bereichen „Erziehung und Unterricht“ und „Verkehr und Lagerei“ falle der Lohnabstand zwischen den Geschlechtern dagegen am geringsten aus.
Ein weiterer Aspekt ist das Thema Kinder und Karriere: Frauen in Deutschland seien laut Angaben des Instituts bei der Geburt ihres ersten Kindes durchschnittlich rund 30 Jahre alt. Ab diesem Alter stagniere ihr durchschnittlicher Bruttostundenverdienst nahezu, während er bei den Männern mit zunehmendem Alter fast stetig ansteige. Das könnte laut dem Institut daran liegen, dass Frauen im Laufe ihres Erwerbslebens familienbedingt häufiger ihre Karriere unterbrechen und in Teilzeit arbeiten. Karrieresprünge und Lohnerhöhungen werden für Frauen somit seltener.
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