Karte zeigt große Unterschiede
Niedrigste Rente: Wo Frauen in Baden-Württemberg am wenigsten Geld bekommen
VonAdrian Kilbschließen
Frauen in Deutschland bekommen in vielen Fällen nur eine geringe Rente. Auch in Baden-Württemberg ist das in einigen Landkreisen der Fall – besonders im Süden.
In Deutschland gibt es einen Unterschied von mehreren hundert Euro bei der Höhe der gesetzlichen Rente von Männern und Frauen. Das Risiko für Altersarmut ist bei Frauen deutlich höher. So kann beispielsweise die Heirat negative finanzielle Konsequenzen im Alter haben. Aber auch ganz allgemein gehen die Ruhestandsbezüge in der Bundesrepublik teils enorm auseinander – auch innerhalb eines Bundeslandes.
Im landesweiten Vergleich für Baden-Württemberg beispielsweise stehen die Frauen in einigen Regionen, besonders ganz im Süden, verhältnismäßig schlecht dar. Das zeigt ein Blick auf Daten des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg.
Rentenvergleich zeigt: In diesen Städten in Baden-Württemberg erhalten Frauen am wenigsten Geld
Die durchschnittliche monatliche Rentenleistung (Brutto) für Frauen, die über 65 Jahre sind, war im Jahr 2022 in diesen fünf Stadt- und Landkreisen am niedrigsten:
- Waldshut: durchschnittliche monatliche Rentenleistung für über 65-jährige Frauen von 1.150 Euro
- Lörrach: durchschnittliche monatliche Rentenleistung für über 65-jährige Frauen von 1.194 Euro
- Biberach: durchschnittliche monatliche Rentenleistung für über 65-jährige Frauen 1.258 Euro
- Breisgau-Hochschwarzwald: durchschnittliche monatliche Rentenleistung für über 65-jährige Frauen 1.260 Euro
- Ravensburg: durchschnittliche monatliche Rentenleistung für über 65-jährige Frauen 1.263 Euro
Gesetzliche Ruhestandsbezüge von nicht mal 1.200 Euro erhalten weibliche Senioren im Ländle in Waldshut und Lörrach. Im deutschlandweiten Vergleich bekommen sie damit in etwa so viel Geld wie die Rentner im Brandenburg – unabhängig vom dortigen Geschlecht. Und auch deutschlandweit stehen sie damit nicht alleine dar: Nach einer Schock-Statistik drohen Millionen Bürgern sogar weniger als 1.100 Euro.
Auch in den Landkreisen Heilbronn und Hohenlohe kassieren Frauen im Durchschnitt eine im Vergleich eher niedrige Rente von unter 1.300 Euro. In der Stadt Heilbronn sind es immerhin noch 1.316 Euro.
Unterschiede zwischen Männer und Frauen bei der niedrigsten Rente
Auch Männer bekommen in Waldshut und Lörrach die niedrigste Rente in ganz Baden-Württemberg. Die Deutsche Rentenversicherung überweist Männern eine durchschnittliche gesetzliche Rentenleistung von 1.400 Euro in Waldshut und 1.519 Euro in Lörrach.
In Biberach und Breisgau-Hochschwarzwald fallen ihre Ruhestandsbezüge dagegen deutlich höher als die der weiblichen Senioren aus. Im Breisgau-Hochwarzwald sind es im Schnitt 362 Euro mehr, die Männer an Rente beziehen – in Biberach sogar 440 Euro mehr.
Bis zu 666 Euro weniger: In diesen Landkreisen bekommen Frauen eine deutlich geringere Rente als Männer
Am größten ist der Unterschied im Kreis Böblingen: Frauen bekommen hier im Schnitt nur eine Rente von 1448 Euro – Männer 2114 Euro. Damit bekommen Männer im Schnitt satte 666 Euro mehr. Am zweitgrößten ist der Unterschied im Kreis Esslingen, dort bekommen Frauen 536 Euro weniger als Männer. 543 Euro weniger sind es im Kreis Calw.
Wofür sich Menschen in Deutschland Rentenpunkte anrechnen lassen können
Die Höhe der gesetzlichen Rente setzt sich durch verschiedene Faktoren zusammen. Vor allem die Anzahl der Beitragsjahre und die Höhe des Durchschnittseinkommens während des Arbeitslebens sind dafür entscheidend, ob Rentner gut von ihren Altersbezügen leben können. Um das zu schaffen, gibt es zudem einige Tricks. Beispielsweise lassen sich ab 50 Jahren Rentenpunkte dazukaufen.
Zudem können für die Kindererziehung und Ausbildung sowie für den Bezugszeitraum von Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld I und Krankengeld Entgeltpunkte erzielen, die sich positiv auf die Rentenleistung im Alter auswirken, erklärt die „Deutsche Rentenversicherung“. Sogar die Suche nach dem Ausbildungsplatz lässt sich ganz einfach anrechnen.
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