Massentourismus

Eintrittsgebühren und Besucherlimits: An beliebten italienischen Stränden gelten jetzt verschärfte Regeln

  • Franziska Kaindl
    VonFranziska Kaindl
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Jedes Jahr drängen sich Urlauber wie die Ölsardinien an den italienischen Stränden. Besucherlimits und Eintrittsgebühren sollen die Besuchermassen zukünftig im Zaum halten.

Nach drei Jahren Pandemie könnte 2023 zum Rekordjahr für Reisen werden, wie die Tourismusbranche hofft. Während der Reisesektor über die hohen Buchungszahlen frohlockt, wappnen sich jedoch beliebte Urlaubsdestinationen für den Ansturm. Gerade in Italien sind viele Regionen eifrig dabei, Verbote zu erlassen und Beschränkungen einzuführen. Im beschaulichen Örtchen Portofino an der italienischen Riviera droht in den Sommermonaten jetzt sogar ein Bußgeld fürs Stehenbleiben in hochfrequentierten Straßen. Und auch Venedig plant schon seit Jahren eine Eintrittsgebühr für Tagestouristen, um die Besuchermassen zu begrenzen.

Bis zu sechs Euro Eintrittsgebühr für Strände: Verschärfte Regeln für Touristen auf Sardinien

Auf Sardinien sollen die Regeln für Urlauber ebenfalls noch einmal verschärft werden, wie unter anderem der Sender CNN berichtet. Die östliche Gemeinde Baunei hat demnach die Zahl der Besucher auf der Cala dei Gabbiani und der Cala Biriala auf 300 Personen pro Tag begrenzt. Wer die Cala Goloritzè besuchen will, die nur per Boot oder zu Fuß zur erreichen ist, wird sogar mit einem Besucherlimit von 250 Personen konfrontiert – obendrein muss eine Eintrittsgebühr von sechs Euro gezahlt werden. Der größte Strand an der Cala Mariolu darf immerhin noch von 700 Badegästen pro Tag besucht werden. „Wir können es uns nicht mehr leisten, dass Tausende von Sonnenanbetern täglich auf einem Fleck zusammengedrängt werden, wie in der Vergangenheit. Das ist unhaltbar“, sagte der Bürgermeister Stefano Monni zu den Maßnahmen.

In der Cala Mariolu sind pro Tag nur noch 750 Badegäste erlaubt. (Symbolbild)

Aber es gibt noch eine Sache zu beachten: Strandbesucher müssen ihren Platz bereits 72 Stunden vorher über die App „Cuore di Sardegna“ reservieren. An der Cala Goloritzè kann die Gebühr entweder online oder in bar am Eingang bezahlt werden. Die Einnahmen wollen die lokalen Behörden in einen Parkplatz, ein Überwachungssystem und in die Instandhaltung von Wegen und Toiletten fließen lassen.

Was in der Gemeinde Baunei frisch eingeführt wird, gehört an der Spaggia della Pelosa im Norden Sardiniens bereits seit 2021 zur Tagesordnung. Um zu verhindern, dass der Sand durch die Handtücher der Besucher abgetragen wird, dürfen hier nur noch Matten verwendet werden. Bei Zuwiderhandlung droht ein Bußgeld ab 100 Euro. In der Hauptsaison zwischen Juni und September dürfen zudem maximal 1.500 Badegäste, die vorab online reserviert haben, den Strand besuchen. Für jeden Gast ab zwölf Jahren gilt eine Eintrittsgebühr von 3,50 Euro.

Strände mit Besucherlimit auch auf Sizilien

Vor der Südwestküste der sizilianischen Insel Lampedusa befindet sich das Eiland Isola dei Conigli. Der Strand dort gilt als einer der schönsten Europas, was jedes Jahr scharenweise Besucher anlockt. Auch das soll laut CNN-Bericht nun ein Ende finden: Gegen eine Gebühr von zwei Euro dürfen jeweils am Vormittag und am Nachmittag 350 Besucher den Strand nutzen. Auf diese Weise sollen die Unechten Karett-Schildkröten, die hier ihre Eier ablegen, geschützt werden. Vor Einführung des Limits tummelten sich pro Tag mehr als 1.500 Touristen an dem Strand.

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