Giftspinne beißt auch Menschen
Ammen-Dornfinger ist „Spinne des Jahres 2023“: So gefährlich ist der Achtbeiner
VonLisa Kleinschließen
Der Ammen-Dornfinger hat es geschafft: Der giftige Achtbeiner ist „Europäische Spinne des Jahres 2023“. Mit dem Titel wollen die Forscher gleich auf mehrere Dinge aufmerksam machen.
Es ist Herbst, die Temperaturen sinken, draußen wird es zunehmen ungemütlich. Nicht nur uns Menschen, sondern auch Krabbeltiere zieht es zu der nasskalten Jahreszeit ins Innere. Im Herbst ist quasi Spinnen-Hochsaison, die Achtbeiner versuchen in Häuser und Wohnungen zu gelangen und paaren sich – zum Schrecken aller mit Arachnophobie, der Angst vor Spinnen. Passend zur Spinnen-Saison ernennt die „Arachnologische Gesellschaft“ die „Europäische Spinne des Jahres 2023“: den Ammen-Dornfinger.
Ammen-Dornfinger ist „Europäische Spinne des Jahres 2023“: Giftige Spinne beißt auch Menschen
Der Ammen-Dornfinger zählt mit dem Schwarzblauen Ölkäfer zu den zehn giftigsten Tieren Deutschland. Wie echo24.de berichtet, beißt die Spinne auch Menschen – und kann mit ihrem Biss schlimme Symptome hervorrufen. In der Regel ist ein Biss der „Spinne des Jahres 2023“ mit einem Wespenstich vergleichbar.
Nach einem Biss des Ammen-Dornfingers kann es laut der NABU-Expertin Felicitas Rechtenwald aber auch zu „Fieber, Kreislaufversagen, Schwindel, Schüttelfrost oder Erbrechen“ kommen, die Bissstelle kann anschwellen. echo24.de verrät, mit welchen Hausmitteln Spinnen am besten aus der Wohnung und dem Haus ferngehalten werden können.
| Name\t | Ammen-Dornfinger |
| Ordnung | Webspinnen |
| Hauptvorkommen in Deutschland | Baden-Württemberg, Brandenburg, Sachsen-Anhalt |
„Die vorwiegend nachtaktiven Tiere bauen zum Beutefang keine Netze. Sie schleichen sich an ihre Beutetiere heran und überwältigen sie mit einem Giftbiss“, erklärt die „Arachnologische Gesellschaft“. Menschen kommen eher im Vorbeigehen mit den Spinnentieren in Kontakt – oder beim Einfangen, sollte sich ein Ammen-Dornfinger ins Haus verirrt haben.
Mit der Wahl der „Europäischen Spinne des Jahres“ soll die „Furcht“ vor dem Achtbeiner genommen werden. Zu Bissen durch den Ammen-Dornfinger kommt es eher selten – denn die giftige Spinne lebt eher in ländlicheren Regionen, selten zieht es sie in Häuser.
Ammen-Dornfinger ist „Europäische Spinne des Jahres 2023“: Lebensräume sind bedroht
Zudem soll die Wahl des Ammen-Dornfingers auch auf die bedrohten Lebensräume des Krabbeltiers aufmerksam gemacht werden. Der Ammen-Dornfinger (Cheiracanthium punctorium) gehört zur Familie der „Dornfingerspinnen“ (Cheiracanthiidae). Diese Spinnenfamilie zählt weltweit 363 Arten, von denen in Europa 35 bekannt sind.
Wer wählt die „Europäische Spinne des Jahres 2023“?
Gewählt wurde die „Europäische Spinne des Jahres“ von 84 Arachnologen aus 27 europäischen Ländern. Die Koordination der Wahl liegt beim Naturhistorischen Museum Wien, in Zusammenarbeit mit der „Arachnologischen Gesellschaft“ und der „European Society of Arachnology (ESA)“.
Die „Europäische Spinne des Jahres 2023“ lebt laut „Arachnologische Gesellschaft“ vor allem in Sträuchern. Das Krabbeltier mag warme, offene Lebensräume, ist aber auch an feuchten Stellen in wenig genutzten Wiesen zu finden. In Deutschland steht der Ammen-Dornfinger in einigen Bundesländern auf der Roten Liste der gefährdeten Tiere.
Ammen-Dornfinger breitet sich immer weiter aus – Forscher bitten um Mitteilung über Funde
In den letzten zehn bis 20 Jahren konnte eine Ausbreitung des Ammen-Dornfingers aus dem ursprünglichen Schwerpunktgebiet im Mittelmeer bis zum südlichen Oberrhein in Deutschland bis in den Nordosten Deutschlands, Südschweden und das Baltikum beobachtet werden, schreibt die „Arachnologische Gesellschaft“. Übrigens: Auch die Nosferatu-Spinne breitet sich in Deutschland immer weiter aus.
Mit der Wahl der „Europäischen Spinne des Jahres“ erhoffen sich Wissenschaftler außerdem, Daten zur aktuellen Verbreitung des Ammen-Dornfingers zu bekommen. Die „Arachnologische Gesellschaft“ ruft dazu auf, Funde der Achtbeiner zu melden und zu dokumentieren.
Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa
