Wie sie geschützt werden können
Trockenheit lässt Eichhörnchen von Bäumen regnen – Extremwetter bedroht Tiere
VonMichaela Ebertschließen
Die anhaltende Trockenheit in Deutschland bedroht die Eichhörnchen: Dehydriert und erschöpft können die Tiere von den Bäumen fallen. Wie können sie geschützt werden?
Eigentlich sind sie hervorragende Kletter. Doch aktuell macht ihnen der Klimawandel schwer zu schaffen. In den letzten Wochen gab es in Deutschland und Baden-Württemberg nur wenig Regen – und genau diese Trockenheit sorgt für Erschöpfung und Krankheiten bei Eichhörnchen. Diese können dann wortwörtlich von Bäumen fallen, was eine große Gefahr für die kleinen Nager bedeutet. Tierschützer warnen deshalb – und erklären, wie Eichhörnchen besser geschützt werden können.
Extremwetter sorgt für langsames Artensterben: Bald keine Eichhörnchen mehr?
„Es ist dramatisch – bei den Hörnchen ist der langsame Beginn des Aussterbens da“, sagte die Vorsitzende der Eichhörnchen-Hilfe Berlin/Brandenburg, Tanya Lenn. Es sei zwar nicht so, dass es bald keine Eichhörnchen mehr geben werde. Aber: „Man kann merken, wie es losgeht, wenn eine Tierart mit den Umweltbedingungen, mit dem Klima nicht mehr gut klarkommt.“ In Berlin etwa gingen täglich Notrufe von lethargischen Hörnchen ein.
Wie die Deutsche Wildtierstiftung mitteilten, gelten Eichhörnchen in Europa jedoch nicht als bedroht. Allerdings könnte der Verlust von alten Laub-, Nadel- und Mischwäldern zu einem Rückgang der Population führen. Außerdem sei unklar, welche Folgen etwa eine fehlende Winterruhe auf die Eichhörnchen haben könnte. Die Nager brauchen Minustemperaturen, um den Organismus herunterzufahren. Ohne die winterliche Ruhezeit steige der Stress für die Tiere, die dann anfälliger für Krankheiten seien.
Eichhörnchen fallen wegen Trockenheit von den Bäumen: Tipps zum Schutz der Nager
Wie alle anderen Wald- und Wildtiere sei allerdings die anhaltende Trockenheit eines der größten Probleme. Denn die Eichhörnchen würden zunehmend dehydrieren und deshalb von den Bäumen stürzen. Auch die Futtersuche gestaltet sich durch den Klimawandel schwierig. Die Trockenheit führe auch dazu, dass Eichhörnchen im Herbst weniger Vorräte für den Winter anlegen könnten. „Die Haselnuss fällt viel früher vom Baum, dann ist kaum noch was da im Herbst“, erklärt Lenn.
Wer die Tiere schützen möchte, kann mit ein wenig Umgestaltung im Garten dazu beitragen. Die Naturschützerin Lenn gibt den Tipp, Schalen mit Wasser in den Garten oder auch auf Balkonen aufzustellen. Sie sollten flach genug sein, dass die Tiere darin nicht ertrinken können. Auch im Garten ausgestreutes sogenanntes Blaukorn – ein Düngemittel – ist giftig für Eichhörnchen, Igel und Vögel. Wichtig sei aber auch, den Garten nicht in einen Steingarten zu verwandeln.
Extremwetter sorgt für Dehydrierung: Täglich bis zu 40 Notrufe wegen geschwächten Eichhörnchen
Auch auf Mähroboter sollte insgesamt wohl besser verzichtet werden. Denn wenn die Tierchen dehydriert am Boden liegen bleiben, machen die rotierenden Schneidewerkzeuge nur selten Halt. Auch Igel werden immer wieder Opfer der Gartengeräte. Wer einen Notfall findet, kann auch Auffangstationen in der Region kontaktieren.
Auch Tanya Lenn pflegt mit anderen Helfern geschwächte und kranke Eichhörnchen in einer Auffangstation im brandenburgischen Teltow nahe Berlin. Hier gingen täglich bis zu 40 Notrufe ein. Sobald die Tiere aufgepäppelt sind, werden sie wieder ausgewildert.
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